Das Fachgebiet Therapiewissenschaften II befasst sich primär mit der therapeutischen Diagnostik und der darauf aufbauenden Ausrichtung von Therapieprozessen. Dabei folgen wir dem Ziel, den Grundgedanken der evidenzbasierten Medizin in der Praxis zu verankern. Als Strategie für eine gewissenhafte und der wissenschaftlichen Sichtweise verpflichteten medizinischen Praxis integrieren wir hierzu drei Bereiche: interne Evidenz, externe Evidenz und Patientenperspektive. Dies erfolgt unter Berücksichtigung aller Belastungsfaktoren, der Heterarchie/Hierarchie im Leistungsgefüge und des Belastungs-Beanspruchungskonzeptes. Insofern wird bei unserem zweiten Arbeitsschwerpunkt, der Untersuchung von Bewegungs- und Trainingseffekten auf bio-psycho-soziale Adaptationsprozesse, insbesondere das Augenmerk sowohl auf die objektive Erfassung der von außen auf den Menschen einwirkenden Einflussfaktoren als auch auf deren Reaktionen/Adaptionen gelegt.

Physiotherapie - Wissenschaftliche Kompetenzen auf Bachelorniveau etabliert

Die Physiotherapie als vergleichsweise junge Profession ist in Deutschland vorwiegend durch eine schulische Ausbildung geprägt. Seit etwa 15 Jahren existieren ausbildungsbegleitende und mittlerweile sehr gut etablierte duale Studiengänge. Die Hochschule Lausitz beteiligte sich an dem Professionalisierungsprozess mit der Einführung eines dualen Studiengangs für Physiotherapie, welcher sich mit dem Schwerpunkt „Präventions- und Rehabilitationssport“ auszeichnete und hervorragend etablierte. Im Zuge der politisch initiierten Einführung von Modellstudiengängen in der Physiotherapie wurde an der BTU-CS der primärqualifizierende Studiengang (PQS) Therapiewissenschaften mit inkludierter Ausbildung „Physiotherapie“ eingeführt und der duale Studiengang eingestellt. Obgleich im PQS-Studiengang kein Schwerpunkt mehr im Präventions- und Rehabilitationssport angesiedelt ist, bleibt Bewegung, Bewegungsanalyse und Bewegungssteuerung ein Hauptinteressenfeld und eine Kernkompetenz der an unserer Universität ausgebildeten Therapeutinnen und Therapeuten. So stellten zwei herausragende Absolventen des PQS-Studienganges, Sophia Lichan und Robert Schulz, eigene Projekte auf dem internationalen Kongress „XXV International Disabled Peoples Day“ am 29. März 2019 in Polen vor. Herr Schulz referierte zum Thema „Symmetrie der Bodenreaktionskräfte während des Kreuzhebens in Abhängigkeit von der gewählten Grifffassung“ und Frau Lichan zum „Brennpunkt Prävention: Untersuchung leistungsdeterminierender koordinativer und konditioneller Fähigkeiten im Feuerwehrsport“. Darüber hinaus konnten die Erkenntnisse aus der empirischen Bachelorarbeit von Frau Lichan in der international anerkannten und referierten Zeitschrift: „International Journal of Sports and Exercise Medicine“ publiziert werden. Herr Schulz fertigte als Bachelorarbeit ein systematisches Review zu Exzentrischem Training bei Sehnenverletzungen der Schulter an. Er wurde vom Weltverband für Physiotherapie ausgewählt, dieses Review am 12.Mai auf dem Weltkongress für Physiotherapie in Genf, mit über 4500 Teilnehmern, vorzustellen. Dies ist insbesondere mit Hinblick auf den Ausbildungsstand, der mit einem Bachelor erreicht wird, eine große Auszeichnung. Diese Präsentation ermöglichte ihm eine umfassende Netzwerkbildung zu Experten des Kontextes Schulterverletzungen.Alle aufgeführten Projekte wurden durch Dr. Robert Prill, Prof. Dr. habil. Sven Michel und Jana Kirschner betreut. Sollte die BTU-CS im Bereich Physiotherapie weiterhin derart engagierte Nachwuchswissenschaftler hervorbringen, wird Sie einen maßgeblichen Beitrag zur Entwicklung der Profession leisten.

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