Wie weiter mit dem Wasser in der Region?

Wasserwirtschaftliche Probleme in der Lausitz erfordern einen breiten öffentlichen Diskurs und die Etablierung eines Wissenspeichers.

Ringvorlesung soll Öffentlichkeit für Wasserproblematik in der Lausitz sensibilisieren

Wie drängend das Thema Wasser für die Lausitz ist, zeigte sich am Mittwoch, den 22. März 2017 deutlich. Anlässlich des Weltwassertages hatten der Lehrstuhl Wassertechnik und Siedlungswasserbau der BTU Cottbus-Senftenberg und der Wasser-Cluster-Lausitz e.V. zum gemeinsamen Kolloquium geladen. Der Andrang war so hoch, dass die Veranstaltung kurzfristig vom Hörsaal 1 in den größeren Hörsaal A verlegt werden musste. Wie soll künftig mit dem geringen natürlichen Wasserangebot der Lausitzer Flüsse umgegangen werden, wenn die noch aktiven Großtagebaue planmäßig ihr Ende erreicht haben?  Diese und ähnliche Fragen brachten Besucher unterschiedlichster Bereiche zusammen.

Das Kolloquium setzte sich zum Ziel, den Ende 2016 gegründeten Verein »Wasser-Cluster-Lausitz e.V.« als Ansprechpartner für Fragen rund ums Wasser in der Lausitz zu etablieren. Mitbegründer und Vorsitzender des Vereins ist Prof. Dr. Uwe Grünewald. Er will den Wasser-Cluster-Lausitz als Wissensspeicher zur Wasserwirtschaft verstanden wissen. Drei Leitlinien sind dabei kennzeichnend für die Arbeit des Vereins: Beraten, Bilden, Bewahren. Die Initiatoren hoffen, mit dieser zentralen Anlaufstelle Entscheidungsträgern wertvolle Erfahrungswerte an die Hand geben zu können. »150 Jahre Wissen zu bewahren, ist nicht einfach« meint Prof. Grünewald. Gerade deswegen sei es ihm wichtig, die Kompetenzen der Region in einem Wissensnetzwerk zu bündeln.

Um erste Impulse zu Strukturierung und Aufbau des Vereins zu erhalten, war das Kolloquium anlässlich des Weltwassertags sehr hilfreich. Erfahrungsberichte aus ähnlichen Projekten, wie dem »Erftverband« oder dem »Kompetenzzentrum  Wasser Berlin«  zeigten, wie die Entwicklung des Wasser-Cluster-Lausitz e.V. voranschreiten könnte. Als einheitliches Sprachrohr der Lausitzer Wasserwirtschaft, wird es vor allen Dingen an einer breit gefächerten Kommunikation der Problemstellungen liegen, um zukünftig effektiv auf Herausforderungen reagieren zu können. Nicht zuletzt aus diesem Grund beschlossen Teilnehmer der Veranstaltung zum Weltwassertag 2017 eine Ringvorlesung mit dem Thema »Wie weiter mit dem Wasser in der Region?«. Vorgesehen ist, analog zum »Stadtgespräch Wasser Berlin«, den Charakter der Vorlesung schrittweise zu einem von breiter gesellschaftlicher Basis getragenen echtem »Wassergespräch Lausitz« zu entwickeln.

Die ersten Termine stehen bereits fest:

Wassergespräch Lausitz - "Wie weiter mit dem Wasser in der Region?"

Sommersemester 2017

Ort: Zentralcampus BTU Cottbus-Senftenberg, Hörsaal A, Zentrales Hörsaalgebäude (ZHG)

Zeit: jeden zweiten Dienstag im Monat, 17:30 bis 19:00 Uhr

11.04.2017      Wasserlandschaft Lausitz - gestern, heute und morgen
Prof. Dr. Uwe Grünewald, Dresden / Wasser-Cluster-Lausitz (WCL) e.V. Cottbus

09.05.2017      Die Flutungszentrale Lausitz als Instrument zur optimalen Gestaltung der Lausitzer Wasserlandschaft
Dipl.-Ing. Doris Mischke, Flutungszentrale Lausitz (FZL) der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH (LMBV), Senftenberg

13.06.2017      Die Eisenbelastung der Spree und Minderungsmaßnahmen in den verschiedenen LMBV-Sanierungsbereichen
Dipl.-Berging. Dr. Wilfried Uhlmann, IWB Institut für Wasser und Boden Dr. Uhlmann, Dresden / WCL Cottbus

11.07.2017      Sulfatbelastung der Spree und Konsequenzen für die Trinkwasserversorgung
Dr. Volker Preuß, BTU CB-SFB, Fachgebiet Wassertechnik und Siedlungswasserbau / WCL Cottbus  

 Die Veranstaltung ist kostenfrei. Eine formlose Anmeldung unter E-Mail wasser(at)b-tu.de ist wünschenswert.

Pressekontakt

Benedikt Stahl
Stabsstelle Kommunikation und Marketing
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Kontakt

Prof. Dr. rer. nat. habil. Uwe Grünewald

Die Spree unterhalb des »Kleinen Spreewehrs« in Cottbus im Jahr 2015. Durch gezielte Maßnahmen, die auf gebündeltem Fachwissen aufbauen, kann Problemen wie dem erhöhten Eisengehalt entgegengewirkt werden. Foto: Grünewald