Natürliche Schädlingsbekämpfung

Der Tierökologe Prof. Klaus Birkhofer ist beteiligt an einer groß angelegten Studie zur Schädlingskontrolle in der Agrarlandschaft: Natürliche Habitate können Landwirten helfen Schädlinge zu kontrollieren

Weltweit gibt es erfolgreiche Beispiele wie beispielsweise Marienkäfer oder insektenfressende Vögel Landwirten bei der Bekämpfung von Schädlingen helfen können. Ob und wo Landwirte durch den Schutz natürlicher Habitate und Ökosysteme wiederum diesen Nützlingen helfen können, steht im Fokus einer aktuellen Auswertung von 132 Untersuchungen in 31 Ländern weltweit. In der aktuell veröffentlichten Publikation hat ein internationales Team von 154 Wissenschaftlern unter Führung des National Socio-Environmental Synthesis Centers eine Datenbank zur Schädlingskontrolle in 6700 Untersuchungsflächen von tropischen Kakaoplantagen bis zu deutschen Weizenfeldern zusammengetragen. Einer von ihnen ist der Tierökologe Klaus Birkhofer von der BTU Cottbus-Senftenberg. Er hat sich im Rahmen der Studie mit der Schädlingskontrolle in Getreidefeldern in Deutschland und Schweden befasst.

Die Ergebnisse zeigen nun zum ersten Mal, dass der direkte Nutzen natürlicher Habitate für die Schädlingsbekämpfung auf benachbarten Agrarflächen sehr variabel ist. Während zahlreiche Studien den erwarteten Nutzen zeigen, berichten ebenso viele Untersuchungen über negative Auswirkungen natürlicher Habitate auf die Erntemenge. 

"Unsere Ergebnisse sind nicht als Kritik für die Etablierung und Bewahrung natürlicher Habitate in der Agrarlandschaft zu verstehen. Diese Habitate haben zahlreiche weitere Funktionen, von denen die Schädlingsbekämpfung nur ein wichtiger Aspekt ist. Vielmehr zeigt unsere Studie das es keine weltweit gültige Empfehlung gibt, wie Landwirte mittels bestimmter Maßnahmen auf der Landschaftsebene die natürliche Schädlingsbekämpfung verbessern können. Selbst um dieses Ziel lokal zu erreichen, wird Expertenwissen benötigt und man sollte den regionalen Kontext niemals vernachlässigen. Unsere Studie zeigt außerdem, dass weitere Forschung nötig ist um Beziehungen und Mechanismen besser zu verstehen", fasst Klaus Birkhofer zusammen.

Die von den Experten unter Leitung von Daniel Karp and Rebecca Chaplin-Kramer am Natural Capital Project der Stanford University entwickelte Datenbank soll nun weiter ausgebaut werden, um in Zukunft noch präzisere Vorhersagen und Empfehlungen zu ermöglichen.

Kontakt

Prof. Dr. rer. nat. Klaus Birkhofer
Ökologie
T 3235
klaus.birkhofer(at)b-tu.de
Erbsenspinne beim einwickeln ihrer Beute in Namibia. (Photo: Klaus Birkhofer)
Zehnpunkt-Marienkäfer beim Verzehr einer Blattlaus auf einer Kartoffelpflanze. (Photo: Matthias Tschumi)

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