
SeniorenAkademie SenftenbergANMELDE-NR. 3.500
Mit der Vorlesungsreihe der SeniorenAkademie an der BTU Cottbus-Senftenberg unterstützt das Zentrum für wissenschaftliche Weiterbildung alle interessierten Seniorinnen und Senioren beim lebenslangen Lernen im Rahmen des Programms "Offene Hochschule - WISSEN FÜR ALLE".
Schnellstart und Hinweise zum Umgang mit dem von uns verwendeten WebexMeetings
Uhrzeit: mittwochs, 14:30 - 16:00 Uhr
Ort: Campus Senftenberg, Konrad-Zuse-Medienzentrum, Hörsaal 11.122
Online: Die angemeldeten Teilnehmenden erhalten per E-Mail oder auf Rückfrage den
Link zur Vorlesung.
Kosten: 50 € Gasthörendengebühr
Programm für das Sommersemester 2026
Akant Sengül, M.SC., Fachgebiet Experimentalphysik und Funktionale Materialien
Das Universum, endlose weiten! Was sehen wir? Sterne, Galaxien, und dazwischen…nichts. Eine scheinbar endlose Leere. Aber ist diese Leere wirklich leer?
In diesem Vortrag werfen wir einen neugierigen Blick hinter den Vorhang des Kosmos. Wir fragen: Was steckt im Vakuum, diesem vermeintlichen Nichts? Warum brodelt es dort auf kleinster Ebene vor unsichtbaren Teilchen, die auftauchen und wieder verschwinden? Und könnte genau dieses Nichts sogar der Schlüssel zum Urknall gewesen sein?
Am Ende wagen wir noch einen Schritt weiter, zu Ideen wie dem Multiversum, also der Möglichkeit, dass unser Universum vielleicht nur eines von vielen ist.
Eine Reise vom ganz Großen ins ganz Kleine, und mitten hinein in die faszinierende Frage: Kann das Nichts alles sein?
Dr. Jana Werner, Fachgebiet Bildungswissenschaften und Berufspädagogik in Gesundheitsberufen
Unsere Gegenwart ist geprägt von politischen Konflikten, globalen Krisen und einem Gefühl wachsender Unsicherheit. Inmitten dieser Herausforderungen kann das Denken von Hannah Arendt Orientierung bieten.
Der Vortrag gibt einen Einblick in Leben und Werk dieser herausragenden politischen Theoretikerin des 20. Jahrhunderts. Im Zentrum steht dabei ihr berühmtes Bild vom „Denken ohne Geländer“ – ein Denken, das sich weder von Ideologien noch von bequemen Gewissheiten vereinnahmen lässt. Es fordert dazu auf, selbst zu prüfen, zu hinterfragen und sich dem eigenen Urteil verpflichtet zu fühlen. Für Arendt war diese Haltung eine unverzichtbare Voraussetzung demokratischer Kultur.
Die Einführung zeichnet wichtige biografische Etappen nach und verdeutlicht, wie sehr Arendts Analysen auch heute noch provozieren und inspirieren. Ihr Verständnis von Denken eröffnet eine Perspektive, die zur eigenen Verantwortung anregt und politisches Handeln als gemeinsame Aufgabe begreifbar macht.
Prof. Dr. Jan Schnellenbach, Lehrstuhl VWL, insbesondere Mikroökonomik
Im März 2025 wurde mit einer Verfassungsänderung die Wirkung der Schuldenbremse in Deutschland wesentlich abgeschwächt. Die neue Regierung hat einen erheblich erweiterten Verschuldungsspielraum, den sie bisher nur zum Teil für die versprochenen Investitionen nutzt. Wird durch die Sondervermögen das Wachstum in Deutschland wieder anspringen? Oder kommt der Bundeshaushalt bald durch die Schuldenlast unter Druck? Diese Fragen werden aus volkswirtschaftlicher Sicht diskutiert.
Thomas Hitziger, FachgebietBaumechanik und Numerische Methoden
Das Grönländische Eisschild, nördliches Gegenstück zur Antarktis, nur viel kleiner, reagiert viel stärker als diese auf Klimaveränderungen. Das Grönlandeis steht deshalb im Fokus der Polarforscher verschiedenster Disziplinen und fungiert gewissermaßen als „Sensor“ dieser Veränderungen. Das Spurensuche - Projekt, iniitiert von Prof. Wilfried Korth, untersucht auf einer historischen Traverse seit 2002 die Eishöhenänderungen mit modernen geodätischen Messmethoden.
Seit 2019 wird dieses Projekt an der BTU Cottbus-Senftenberg fortgeführt. In dieser Vorlesung wird über die Expedition 2023, die Feldarbeit 2024 sowie über die Ergebnisse der bisherigen Arbeit berichtet.
Axel Leroy, Bau-Medien-Zentrum Düren
Die Entwicklung der Schulformen in Deutschland ausgehend vom frühen Mittelalter bis zum 2. Weltkrieg.
Die Kirche war der Motor für die Verteilung von Wissen. Mit dem Aufkommen von Klöstern drängten diese in viele soziale Bereiche wie Gesundheit, Pflege und Lehre. Mönche trugen das Wissen in der damaligen Zeit in die Städte. Städte übernahmen zunehmend Verantwortung für das Schulwesen.
Napoleon waren die Klöster zu reich, zu mächtig und zu dominant und er ließ die Klöster im Zuge der Säkularisierung im Jahr 1802 enteignen.
Es entstanden Privatschulen und konfessionelle Schulen. 1872 übernahm der Staat die Aufsicht all dieser Schulen, im Mai 1875 wurden auch im Preußischen Reich die Orden aufgelöst und somit auch die Klosterschulen übernommen.
Zur Industrialisierung wurden Schulabgänger benötigt, die sich auf Mathematik, Physik, Zeichnen, etc. verstanden. Eine neue Schulform entstand.
Diese Entwicklung kann man am Beispiel der Stadt Düren im Rheinland sehr gut nachvollziehen, denn es lag zu der Zeit mal in Frankreich, dann in Preußen.
Hier fanden sich Reichtum und Armut, Evangelische und Katholische sowie private Initiativen an einem Ort, der auf Grund der Industrialisierung extrem schnell wuchs.
Dieser Vortrag wird durch den Dozierenden online gehalten, Sie sind dennoch herzlichst eingeladen, dem Vortrag vor Ort aus dem Hörsaal in Senftenberg zu folgen.
Prof. Dr. med. habil. D. Große-Meininghaus, Medizinische Universität Lausitz Carl-Thiem
Der Wunsch „Gesund zu bleiben“ und „Selbständig leben zu können“ stellt ein natürliches Bedürfnis in allen Lebensphasen dar. Diese Bedürfnisse werden vordringlich von Zivilisationskrankheiten (kardiovaskulär), degenerativen Erkrankungen (neurodegenerativ, orthopädisch), Einschränkungen der Sinnesorgane (Augen, Ohren, Gleichgewicht), Demenz und Gebrechlichkeit (als eigenständige Entitäten oder als nachgelagerte Konsequenzen) bedroht. Präventive Ansätze stehen dabei bislang nur unzureichend im Vordergrund.
Ziel der Gesundheitsforschung in der Modellregion Lausitz (in sektorenübergreifender Kooperation der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem mit der Brandenburgischen Technischen Hochschule und dem Robert Koch Institut) ist die Evaluation der gesundheitlichen Versorgungssituation in der Region, auch um Versorgungsinnovationen unter Alltagsbedingungen zu erproben, wissenschaftlich zu begleiten und in die Regelversorgung zu überführen.
Vita: Prof. Dr. med. habil. Dirk Große Meininghaus ist Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie. Er bekleidet an der Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem die Professur für Versorgungsforschung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ist Direktor der Klinik für Kardiologie & Rhythmologie. Seine klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkte liegen in der Behandlung der Herzrhythmusstörungen, der Herzschwäche, sowie der Gesundheitsforschung und Gesundheitsökonomie.
Dr. rer. nat. Owen Ernst, Fachgebiet Physikalische Chemie
Kristalle faszinieren die Menschen seit jeher. Heute sind sie jedoch nicht nur Faszinationsobjekte, sondern vor allem das Rückgrat unserer modernen Elektronik. Maßgeschneiderte Kristalle werden in nahezu allen elektronischen Technologien benötigt – von Lasern über Smartphones bis hin zu Solarzellen. In Deutschland sind etwa 10.000 Menschen direkt mit der industriellen Züchtung von Kristallen beschäftigt. Im Rahmen der Vorlesung werden die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Kristallen in Live-Experimenten präsentiert und das Prinzip der industriellen Kristallzüchtung am Beispiel eines Zinnkristalls vor Ort demonstriert.
Dr. oec. Markus Schwenke, Lausitz Science Park
In den nächsten Jahren wird im Norden von Cottbus, auf einem ehemaligen Militärflugplatz, ein 420 Hektar großer Wissenschafts- und Technologiepark entstehen: Der Lausitz Science Park, der zum innovativen Zentrum in der Region und darüber hinaus heranwachsen soll.
Die Strukturwandelprozesse eröffnen die besondere Gelegenheit, gemeinsam mit Partner:innen sowie Akteur:innen aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft die Lausitz auf einen zukunftsweisenden und nachhaltigen Entwicklungspfad zu führen.
Wie wird ein solcher Science Park aufgebaut und wie schaffen es Wissenschaft und Wirtschaft, an einem solchen Ort zueinander zu finden und voneinander zu profitieren?
Der Vortrag vertieft diese und weitere spannende Blickpunkte des Entwicklungsprozesses des Lausitz Science Park.
Dr. phil. Miriam-Esther Owesle, Fachgebiet Kunstgeschichte
Als „mein Schloss am See“ bezeichnete der Berliner Maler Max Liebermann (1847–1935) seine 1910 am Berliner Wannsee bezogene neoklassizistische Villa, die ihm ein Vierteljahrhundert nicht nur zur Rekreation sondern auch als künstlerisches Refugium diente. In besonderer Weise spiegeln Häuser von Künstlerinnen und Künstlern deren Selbstverständnis wider. Die für die Künstler*innenexistenzen spezifische Untrennbarkeit von Leben und Schaffen wird hier augenfällig. So auch bei den Dessauer Meisterhäusern von „Bauhäuslern“ wie Walter Gropius, Lyonel Feininger, László Moholy-Nagy, Georg Muche, Wassily Kandinsky und Paul Klee. Dr. Miriam-Esther Owesle präsentiert in ihrem Vortrag Refugien von Künstlerinnen und Künstlern und fragt nach den Inszenierungen der einstmals privat genutzten Häuser als öffentlich zugänglichen Orten kollektiven Gedächtnisses.
Prof. Dr. rer. nat. habil. Thomas Fischer, Zentral Analytisches Labor (ZAL)
Die Brandermittlung ist eines der schwierigsten Gebiete der Forensik, da das Feuer seine Spuren selbst vernichten kann. Zur Ermittlung der Brandursache ist es zunächst notwendig, den Entstehungsort des Brandes, die Zündquelle und eventuell eingesetzte Brandlegungsmittel zu identifizieren bzw. solange mögliche Brandursachen auszuschließen, bis nur noch eine übrig bleibt. Zur Prüfung von Straftatbeständen wird gesicherter Brandschutt im Labor auf Reste von Brandbeschleunigern analysiert. Neben der Ermittlung der Brandursache sind Brandausbreitung und Brandverlauf Ziel der Ermittlungen. Der Vortrag gibt einen Einblick in diese Ermittlungsarbeit.
Kurzvita:
Prof. Dr. Thomas Fischer studierte Chemie und Geowissenschaften und lehrt an der BTU Cottbus-Senftenberg Kriminalistik, Forensik und analytische Chemie. Er ist Autor zahlreicher Fachaufsätze und tritt neben seiner Lehr- und Forschungstätigkeit als Sachverständiger in Zivil- und Strafverfahren zur Brandermittlung in Erscheinung.
Franziska Pfützner, ZE Zentrum für Studierendengewinnung und Studienvorbereitung
Die Jugend von heute rechnet nicht mehr selbst“ oder „Künstliche Intelligenz macht das Denken überflüssig“ – solche Aussagen begegnen uns regelmäßig in den Medien. Der Vortrag gibt einen Einblick in die Entwicklung des Mathematikunterrichts von Rechenschieber und Tafel über den Taschenrechner bis hin zu digitalen Werkzeugen wie ChatGPT. Dabei werden Chancen und Risiken Künstlicher Intelligenz eingeordnet und kritisch betrachtet. Wird Lernenden heute vieles abgenommen oder stehen sie vor ganz neuen Herausforderungen?
Dr. Tetiana Havlin, Lehrstuhl Interkulturalität
Wie viel ist Arbeit wirklich wert – und wer entscheidet darüber? In diesem Impuls beleuchten wir, wie unsere Gesellschaft zwischen bezahlter und unbezahlter Arbeit unterscheidet, welche Rolle Geschlechterbilder dabei spielen und welche Belastungen besonders Frauen tragen. Im anschließenden World-Café diskutieren wir, welche Tätigkeiten als „typisch“ weiblich oder männlich gelten, wie Haus- und Ehrenarbeit politisch relevant werden und welche Handlungsmöglichkeiten wir für eine gerechtere Arbeitsverteilung haben. Gemeinsam wollen wir Wege finden, unbezahlte Arbeit sichtbar zu machen und ihren Wert anzuerkennen.
Diese Veranstaltung findet im Workshop-Format statt.
Anton Schnitkowski, Zentrum für Rechts- und Verwaltungswissenschaften (ZfRV)
Bei genauer Analyse versteht man, dass viele der großen und aktuellen Krisen transnationaler Natur sind. Oftmals beschränken sich die Probleme nicht (-mehr) nur auf nationale Grenzen, sondern erfordern vielmehr einen übergeordneten, europäischen und supranationalen Lösungsansatz. Wenn aber die Probleme nicht an der Landesgrenze pausieren, sondern die Tragweite und die Komplexität eines Sachverhaltes gerade erst durch die Überschreitung von nationalen Grenzen begründet wird, stellt sich die Frage - inwieweit nationale bzw. europäische Exekutivorgane überhaupt in der Lage sind, Maßnahmen zu verfügen. Wie kann ein staatsübergreifender (Verwaltungs-) Raum effektiv und grundrechtsschützend verwaltet werden?
Dr. rer. hum. Alexander Bremer, Fachgebiet Physiotherapie
Die Neurorehabilitation entwickelt sich rasant weiter. Der Vortrag gibt einen Überblick über aktuelle Konzepte, neue therapeutische Ansätze und technologische Entwicklungen in der Neuroreha. Anhand ausgewählter Beispiele wird gezeigt, wie moderne Rehabilitation die Selbstständigkeit und Lebensqualität neurologischer Patientinnen und Patienten verbessern kann. Zudem wird ein Ausblick auf zukünftige Trends gegeben.
