Antworten auf häufig gestellte Fragen

Was sind "Europäische Universitäten" und wie sind sie entstanden?

Ihren Ausgangspunkt hatte diese Initiative der Europäischen Universitäten in der Sorbonne-Rede des französischen Präsidenten Emmanuel Macron im September 2017. Die Europäische Kommission schlug daraufhin diese neue Initiative führenden EU-Politiker*innen im Vorfeld des Sozialgipfels von Göteborg im November 2017 vor – als Teil der Gesamtvision des Aufbaus eines europäischen Bildungsraums bis 2025. 

Die Initiative wurde im Dezember 2017 vom Europäischen Rat gebilligt, der zur Herausbildung von mindestens 20 Europäischen Hochschulen bis 2024 aufrief. In der Rede von Emmanuel Macron, damals 39 Jahre jung, am 26. September 2017 an der Pariser Universität ging es um Sicherheit und Innovation. Er sprach über den Umgang mit Migration, über Europa als Wirtschaftsmacht und als Garant einer nachhaltigen Entwicklung. 

In der Umsetzung hat die EU-Kommission die Einrichtung von "Europäischen Universitäten auf Weltniveau, die nahtlos über Grenzen hinweg arbeiten" als einen Schlüsselfaktor für die weitere Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft bezeichnet.

Was ist EUNICE und welche Universitäten sind beteiligt?

EUNICE, die Europäische Universität für maßgeschneiderte Bildung (European University for Customised Education), ist ein 2020 gegründetes transnationales Netzwerk mit Präsenz in zehn europäischen Ländern. EUNICE steht hierbei für European UNIversityfor Customised Education. 

Die zehn Mitgliedshochschulen verbindet eine gemeinsamen DNA: alle Hochschulen sind mittelgroß und stark lokal verankert, sie befinden sich in einem Strukturwandelprozess und die Studierenden stehen im Mittelpunkt des Interesses. Viele der Universitäten sind in europäischen Randregionen, border regions”, beheimatet, und suchen nach Wegen, einem Bevölkerungsrückgang durch attraktive neue Lebens- und Einkommensmöglichkeiten vor Ort entgegenzuwirken.  

Für Studierende werden zudem maßgeschneiderte Kursangebote geschaffen, um sie bestmöglich auf den europäischen Arbeitsmarkt vorzubereiten.

Die EUNICE-Allianz wird aktuell von folgenden zehn Universitäten getragen: der Technischen Universität Poznań (Polen), der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (Deutschland), der Universität Kantabrien (Spanien), der Universität Mons (Belgien), der Universität Catania (Italien), der Université Polytechnique Hauts-de-France (Frankreich), der Universität Vaasa (Finnland), das Polytechnische Institut Viseu (Portugal), die Universität Peloponnes (Griechenland) und die Universität Karlstad (Schweden).

Was zeichnet die EUNICE-Allianz aus?

Allen Allianz-Hochschulen ist gemeinsam, dass sie eher abseits der urbanen Zentren der jeweiligen Länder liegen. Dadurch haben sie ähnliche Probleme bei der Rekrutierung von Studierenden sowie von Mitarbeitenden. 

Zudem stehen die Regionen einiger Partner-Universitäten ebenfalls vor den Herausforderungen eines Strukturwandels. Die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und die Zusammenarbeit auf wissenschaftlicher und nichtwissenschaftlicher Ebene erleichtern den teilnehmenden Universitäten die operative und strategische Arbeit.

Als Allianz verfolgen wir das Ziel, die Lehr- und Studienerfahrungen von Studierenden und Lehrenden grundlegend zu verändern. Dies erreichen wir durch die 

  • Ermöglichung individueller Lernpfade auf europäischer Ebene,
  • die Entwicklung bewährter Verfahren für den Wissensaustausch unter den Mitarbeitenden,
  • interdisziplinäre Forschung und neue pädagogische Ansätze, die den globalen Herausforderungen unserer Zeit begegnen,
  • sowie die Gewährleistung, dass Forschung und Innovation die sozioökonomischen Herausforderungen unserer regionalen Ökosysteme angehen.
Was sind Ziel und Zweck der Entwicklung "Europäischer Universitäten"?

Die Initiative „Europäische Universitäten“ ist eine ehrgeizige EU-Initiative mit dem Ziel, Allianzen zwischen Hochschulen in ganz Europa zum Wohle ihrer Studierenden, Mitarbeiter und der Gesellschaft zu gründen. Durch die Entwicklung einer langfristigen strukturellen, strategischen und nachhaltigen Zusammenarbeit zwischen den Hochschulen in den Europäischen Hochschulallianzen zielt die Initiative darauf ab, die 

  • internationale Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen in Europa zu verbessern sowie
  • europäische Werte und Identität zu fördern. 

Durch diese Allianzen können Studierende einen Abschluss erwerben, indem sie Studien in mehreren europäischen Ländern kombinieren. Die Initiative hat das Potenzial, den Hochschulen größere Vorteile zu bringen als alle bisherigen Kooperationsprojekte. Ziel ist damit auch, einen neuen multizentrischen Campus aus den beteiligten zehn Allianzmitgliedern zu entwickeln. 

Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Beschäftigte haben die Möglichkeit, sich miteinander zu vernetzen und die gemeinsamen Angebote, die Infrastruktur wie Labore und das gemeinsam vorhandene Know-how aus allen Bereichen besser zu nutzen. Durch diesen Wissensaustausch und die engere Zusammenarbeit streben die Hochschulen an, die politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Herausforderungen besser meistern zu können.

EUNICE hat die Aufgabe, die nationale und regionale Attraktivität aller Partner zu steigern, da die Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft für die EUNICE-Allianz sehr wichtig ist. Über die internationalen universitären Kontakte kann die häufig sehr regional orientierte Wirtschaft internationalisiert und damit wettbewerbsfähiger werden.

Zu den Europäischen Hochschulen gehören verschiedene Arten von Hochschuleinrichtungen: von Fachhochschulen über Technische und Kunsthochschulen im Bereich Film und Medien bis hin zu forschungsintensiven Volluniversitäten. Zu Beginn 2026 sind etwa 65 Allianzen/ Europäische Universitäten mit über 550 beteiligten Universitäten registriert, die nicht nur in Hauptstädten, sondern auch in peripheren europäischen Regionen angesiedelt sind. 

Die einzelnen Allianzen setzen sich aus durchschnittlich sieben bis acht Hochschuleinrichtungen zusammen. Während einige Allianzen einen gesamtheitlichen, multidisziplinären Ansatz verfolgen, konzentrieren sich andere beispielsweise auf nachhaltige Entwicklung, Gesundheit und Wohlbefinden, Digitalisierung und künstliche Intelligenz, Kunst, Ingenieurwesen oder Raumfahrt.

Eine Übersicht aller aktuell bestehenden Europäischen Universitäten findet sich hier

Wie fördert die EU die neuen Europäischen Universitäten?

Erasmus+ unterstützt die Einrichtung und den Betrieb der Europäischen Universitätsallianzen durch Ausschreibungen, die den Bildungsbereich sowie die Verknüpfung mit Forschung und Innovation abdecken. 

Im Haushaltszeitraum 2021-2027 stellt Erasmus+ der Europäischen Universitätsinitiative Rekordmittel in Höhe von rund 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Dies entspricht bis zu 14,4 Millionen Euro für jede Europäische Universitätsallianz über einen Zeitraum von vier Jahren. Das ist fast dreimal so viel wie in der Pilotphase 2019-2020.

Die Allianzen können diese vierjährige Förderperiode gegebenenfalls mit einer Überbrückungsfinanzierung bis zum nächsten EU-Haushaltszeitraum ab 2028 verlängern.

Welche Vorteile haben die Universitäten, die sich an diesem Projekt beteiligen wollen?

Europäische Universitäten entwickeln und implementieren eine integrierte, langfristige gemeinsame Bildungsstrategie, die - wo immer möglich - Forschung und Innovation einbezieht und der Gesellschaft dient. Um dies zu erreichen, nutzen sie gemeinsame Management- und Governance-Strukturen und bauen auf einem gemeinsamen Ressourcenpool auf, der unter anderem folgende Bereiche umfasst:

  • Personalwesen
  • Daten und Dienstleistungen
  • Finanzen
  • Verwaltung
  • Infrastruktur

Das Ergebnis? Zugang zu hochwertiger und inklusiver Bildung, Forschung und Innovation, die mit dem aktuellen digitalen und ökologischen Wandel im Einklang steht und gleichzeitig auf die zentralen Herausforderungen der heutigen Gesellschaft eingeht.

Europäische interuniversitäre Campusse

Die vertiefte institutionelle Zusammenarbeit innerhalb der europäischen Universitätsallianzen ermöglicht Studierenden, Doktoranden und Mitarbeitenden nahtlose Mobilitätsmöglichkeiten an sogenannten europäischen interuniversitären Campussen.

Was bieten diese?

  • Studieren, sich weiterbilden, lehren, forschen, arbeiten oder Dienstleistungen in den Partnerinstitutionen nutzen - vor Ort, online oder in einer Kombination aus beidem (Blended Learning). Allianzen zielen auf Mobilität auf allen Ebenen (Bachelor, Master und Promotion) ab, wobei mindestens 50 % der Studierenden innerhalb der Allianz davon profitieren.
  • Gemeinsame, flexible und innovative Curricula basieren auf interdisziplinären und branchenübergreifenden Ansätzen und integrieren studierendenzentriertes Lernen und innovative Lehrmethoden. Studierende werden ermutigt, Ort und Zeit ihres Studiums individuell zu gestalten (Prinzip der customized education). Dieser Ansatz schafft zudem eine solide Grundlage für die Prüfung der Machbarkeit eines möglichen gemeinsamen europäischen Abschlusses auf allen Ebenen, basierend auf gemeinsam entwickelten europäischen Kriterien, der auf nationaler, regionaler oder institutioneller Ebene gemäß den nationalen Qualifikationsrahmen angeboten wird.
  • Weitere flexible Lernmöglichkeiten und -wege für alle Altersgruppen, von denen einige zu Mikro-Zertifikaten führen.
  • Berufspraktika und Traineeprogramme mit externen Mentoren fördern bürgerschaftliches Engagement, unterstützen Lernende dabei, unternehmerischer zu werden, und fördern den Austausch von Wissen, Talenten und Arbeitskräften zwischen den Branchen.
  • Diversere Studierenden-, Hochschul- und Forschungsgruppen, die lebenslanges Lernen, Teilzeitlernende sowie unterrepräsentierte und benachteiligte Gruppen einbeziehen.
    Förderung vielfältigerer Karrierewege und offener Wissenschaft, offener Bildung und offener Datenpraktiken.
Welche Vorteile haben die Studenten, die sich an diesem Projekt beteiligen wollen?

EUNICE bietet ein spezielles Kursangebot für die Student*innen ihrer zehn Mitgliedshochschulen an. Die angebotenen Kurse decken verschiedenste Bereiche ab, auf die sich die teilnehmenden Hochschulen spezialisiert haben. Die Themenvielfalt reicht hierbei von Informationstechnologie über Ingenieurwesen bis hin zu Gesundheit, Geschichte und Sozialwissenschaften. 

Alle EUNICE-Kurse werden auf Englisch angeboten, sind für BTU-Studierende kostenfrei und werden je nach Angebot online, hybrid oder in Präsenzlehre absolviert. Die Angebote richten sich an Studierende und Promovierende, das akademische und administrative Personal der Hochschulen, aber auch an Forschende und Kooperationspartner.

Mit dieser umfangreichen Kurspalette erhalten die Student*innen die Möglichkeit, ihren Lernpfad individuell zu gestalten und einen internationalen akademischen Austausch mit anderen Student*innen aus den Partnereinrichtungen zu erleben.

Doch die angebotenen Kurse stelle nicht die einzige Möglichkeit dar, multikulturelle Erfahrungen zu machen. Mit der internationalen Praktikumsdatenbank können Studierende einen Praktikumsplatz im europäischen Ausland finden. Die Stellenangebote sind in englischer Sprache verfasst und eine direkte Kontaktaufnahme ist möglich. Die Büros für internationale Beziehungen unterstützen gern und beantworten Fragen zu Finanzierung, Versicherung und Akkreditierung. Neben internationalen Praktika suchen auch die Hochschulen zur Unterstützung Studenten, um den EUNICE Gedanken zu verbreiten.

Neben den Bildungsinhalten bietet EUNICE allen Teilnehmenden auch sportlich und kulturell einen Blick über den Tellerrand. Die über Ländergrenzen hinweg stattfindenden EUNICE Weeks warten mit einem bunten Programm aus Sport, Kultur und Forschung auf.

Werde ein Teil von EUNICE und "customise your future".