Mikrogasturbinen als Symbol für den Wissenschafts- und Technologietransfer
Am Freitag, den 21. April 2017 stellte die Professor Dr. Berg & Kießling GmbH (B+K GmbH) auf dem Gelände des Technologie- und Industriepark Cottbus einen ersten Prototypen einer Energiewandlungsanlage vorgestellt. Das ProFIT Brandenburg Projekt »Entwicklung eines extern befeuerten Mikrogasturbinen-Systems zur dezentralen Energiewandlung« wird vom europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert und zeigt wie Wissens- und Technologie Transfer zur erfolgreichen wirtschaftlichen Konzepten führen kann.
Prof. Dr.-Ing Matthias Koziol, Vizepräsident der BTU Cottbus-Senftenberg, betonte den beispielhaften Charakter des Projekts gleich zu Beginn der Veranstaltung: »Dieses Vorhaben symbolisiert, was alle von der BTU erwarten. Eigenständig forschen, aber dennoch den Transfer in die Wirtschaft schaffen«. Die B+K GmbH wurde im Jahr 2012 von Prof. Dr.-Ing. Heinz Peter Berg vom Lehrstuhl Verbrennungskraftmaschinen und Flugantriebe sowie von Sebastian Kießling, ehemaliger BTU-Student gegründet. Ihr Fokus liegt auf der Entwicklung innovativer und umweltfreundlicher Energiesysteme. Mikrogasturbinen bieten sich in dieser Hinsicht sehr gut an, da sie aus vielen unterschiedlichen Rohstoffen, Elektrizität herstellen können. Dabei sind sie dezentral einsetzbar und leicht umzurüsten.
Bereits ein halbes Jahr nach Projektstart im Oktober 2016 wurde nun der erste Prototyp einer extern befeuerten Gasturbine durch Albrecht Gerber, den Minister für Wirtschaft und Energie des Landes Brandenburg eingeweiht. Das Besondere am neuen System ist die Verwendung von Sekundärbrennstoffen. Diese sogenannten Hidden Fuels lassen sich üblicherweise nicht effizient in Energie umwandeln und müssen oft aufwendig und kostenintensiv entsorgt werden. Mit der Entwicklung der B+K GmbH werden industrielle Betriebe befähigt, ihre Reststoffe direkt vor Ort in einer externen Befeuerungsanlage zu verbrennen. In Kopplung mit einer Mikrogasturbine entsteht dann durch Wärmeabstrom elektrische Energie. Um die Flexibilität des Systems zu erhöhen plant Kießling das System in modularer Containerbauweise. »So ist es zum Beispiel möglich, dass wir Kunden bei veränderten Anforderungen die Anlage nur umbauen und nicht komplett ersetzen müssen«
Was in Zukunft zusätzlich mit diesem System möglich ist, zeigte zum Abschluss Prof. Berg mit dem Konzept, Mikrogasturbinen mit Hochtemperatur-Brennstoffzellen zu koppeln. So wirkt für Ihn auch die Arbeit der B+K GmbH in die Forschungsaktivitäten der BTU zurück: »Ziel des Projekts ist die signifikante Stärkung der technologischen und anwendungsnahen Forschung an der BTU mittels der Entwicklung hocheffizienter, hybrider Energiewandler aus Festoxidbrennstoffzellen und Mikrogasturbinensystemen«

