Brandeinsätze effektiv aus der Luft koordinieren

Unbemannte Flugsysteme bei der Feuerwehr - Abschluss-Workshop am Mittwoch, 20. Juni 2018, im Alten Stadthaus Cottbus

Im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr als 3,5 Mio zivile Drohnen kommerziell verkauft. Nur wenige werden in Deutschland derzeit für den Rettungseinsatz genutzt. Dabei könnten sich Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdiensten oder Polizei mit Hilfe unbemannter Flugsysteme, kurz UAS, in unübersichtlichem Terrain schnell einen Überblick verschaffen – wie beispielsweise nach der Teilexplosion einer Fliegerbombe in Dresden im Mai 2018. Drohnenaufnahmen unterstützten die Koordinierung des Einsatzes.

Im Rahmen des INTERREG-Projektes »Grenzüberschreitender Einsatz von Unbemannten Flugsystemen bei der Feuerwehr« wurden die Potenziale für Rettungskräfte in der Euroregion Spree-Neiße-Bober unter besondere Beachtung des grenznahen Raums ermittelt. Die Ergebnisse stellen Experten aus Wissenschaft und Praxis am Mittwoch, den 20. Juni 2018 vor.

Die Abschlußveranstaltung eröffnen die BTU-Vizepräsidentin Prof. Dr. Christiane Hipp und der Vizepräsident der Universität Zielona Góra Prof. Dr.-Ing. Andrzej Pieczyński im Alten Stadthaus in Cottbus. »In unseren Workshops hat sich herausgestellt, dass Unbemannte Flugsysteme eine entscheidende Rolle bei Rettungseinsätzen spielen, um beispielsweise bei Bränden in kürzester Zeit herauszufinden, ob sich noch Personen im Haus befinden. Doch nicht jede UAS ist für diesen Einsatz geeignet. Ihr darf beispielsweise die hohe Temperatur nicht schaden«, so der Leiter des BTU-Lehrstuhls Industrielle Informationstechnik Prof. Dr.-Ing. Uwe Meinberg. »Wir möchten Rettungskräfte bei der Einführung dieser Technologien wissenschaftlich begleiten.«

In Kooperation mit dem CURPAS e.V. haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Meinberg und Patalas in drei Expertenworkshops gemeinsam mit Fachreferenten aus Deutschland und Polen sowie Vertretern der Feuerwehren, Rechtsexperten und Unternehmen die IST-Situation erfasst. Ziel war es, die rechtlichen Rahmenbedingungen beider Länder, den Bedarf und die Einsatzszenarien zu analysieren, in denen die Unterstützung ziviler Drohnen hilfreich sein könnte, um die Technologien mittel- bis langfristig in den Feuerwehralltag integrieren zu können.

Programm

10 Uhr Eröffnung
Prof. Dr. rer. pol. Christiane Hipp, Vizepräsidentin für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der BTU Cottbus-Senftenberg  
Prof. Dr.-Ing. habil. Andrzej Pieczyński, Vizepräsident für Entwicklung der Universität Zielona Góra
Prof. Dr.-Ing. Uwe Meinberg, BTU Cottbus-Senftenberg
Prof. Dr.-Ing. habil. Justyna Patalas Maliszewska, Prodekanin für Wissenschaft, Fakultät für Maschinenbau, Universität Zielona Góra
Thomas Bergner, Stadt Cottbus
Krzysztof Kaliszuk, Stadtpräsident Zielona Góra
Jacob Carsten, Euroregion Spree-Neisse-Bober e.V.

10.30 Uhr
Koordiniertes Landen und Fliegen bis hin zur virtuellen Sensorplattform
Prof. Dr. Rolf Kraemer, Fachgebiet Systeme an der BTU Cottbus-Senftenberg und IHP - Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik

Entwicklungsrichtungen für die Anwendungen den Satellitentechniken für die staatliche Feuerwehr
Jakub Ryzenko, Leiter Kriseninformationszentrum, Weltraumforschungszentrum PAN, Warszawa

Gut versichert fliegen in Deutschland
Peter Gronem, Kommunal- und Industrieversicherungsmakler GmbH

Entwicklungsrichtungen für den grenzüberschreitenden Einsatz von Unbemannten Flugsystemen bei der Feuerwehr  
Arkadiusz Kaniak, Feuerwehr Zielona Góra

Anmeldung

Ziel der Europäischen Territorialen Zusammenarbeit (ETZ, früher INTERREG) ist die Unterstützung von grenzüberschreitenden Kooperationen zwischen Regionen und Städten für eine ausgewogene wirtschaftliche und soziale Entwicklung von Gebieten in- und außerhalb der EU.

Die Fakultät Maschinenbau, Elektro- und Energiesysteme vereint die Potentiale der Entwicklung von hocheffizienten Antrieben, Konstruktionen und Materialien mit der Optimierungen von Prozessen in Produktion und Wertschöpfung. Mit aktuellen und zukünftigen Forschungs- und Entwicklungsarbeiten möchte der Lehrstuhl Industrielle Informationstechnik einen Beitrag dazu leisten, sämtliche Geschäftsprozesse, die innerhalb eines Unternehmens stattfinden zu optimieren, als auch die zwischen einem Unternehmen und seiner Umwelten zu verbessern. Dieses Ziel wird verfolgt, indem auf der Basis von forschungs- und unternehmensorientierten Arbeiten ein Gestaltungsrahmen für agile Informationssysteme entsteht, der Methoden, Konzepte und Lösungen für die charakteristischen Erfordernisse umfasst.

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Uwe Meinberg
Industrielle Informationstechnik
T 4581
E meinberg(at)b-tu.de
Von weltweit mehr als 3,5 Mio kommerziell verkauften zivilen Drohnen im vergangenen Jahr werden in Deutschland nur wenige für den Rettungseinsatz genutzt.