Deutsch-Russische Summer School in Cottbus

Ein Vortrag zur „Netzintegration Erneuerbarer Energien und Elektromobilität“ lockte die Teilnehmer der ersten „German-Russian Summer School“ für einen Vormittag an die BTU Cottbus-Senftenberg. Das zweiwöchige Programm der Summer School stand unter dem Titel „Energieeffizienz und Erneuerbare Energien im städtischen Raum“. Insgesamt 45 Studenten und junge Führungskräfte aus beiden Ländern nahmen daran teil.

„Im Rahmen unserer Forschungsaktivitäten beschäftigen wir uns schon seit längerem intensiv mit der Frage wie regenerative Stromüberschüsse aus ländlichen Gegenden besser in urbanen Räumen genutzt werden können“, erklärte der vortragende Professor Harald Schwarz vom Lehrstuhl Energieverteilung und Hochspannungstechnik. „Ideale Bedingungen finden wir direkt vor der eigenen Haustür“, so Schwarz weiter, „denn hier treffen eine hohe regenerative Erzeugung und ein geringer Verbrauch aufeinander. Was wir jetzt benötigen, ist ein Konzept zur Nutzung dieser Überschüsse in der Hauptstadt oder in anderen angrenzenden Ballungsräumen.“

Für die Teilnehmer der Summer School stand daher auch eine Besichtigung der BTU-Forschungsanlagen auf dem Programm. Rund um das Besucherzentrum BIENe erhielten sie einen Einblick in das „intelligente Netz“ (Smart Grid), das Stück für Stück auf dem Campus entsteht und in dem "die Stromversorgung der Zukunft" schon einmal im Kleinen erprobt wird. „Mithilfe dieser Modellanlagen versuchen wir Energieerzeugung und -verbrauch in Einklang zu bringen und dabei größtmöglich regenerativ zu decken. Die Übertragung solcher Ansätze auf Berlin-Brandenburg könnte diese Region zum weltweiten Modell machen“, so Schwarz zu den damit verundenen Perspektiven.

 

Die „German-Russian Summer School“ ist der erste Teil eines länderübergreifenden Aus- und Weiterbildungsformats, das 2016 in Russland fortgesetzt wird. Die Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt von TU-Campus EUREF und Ural Federal University. Zu den Initiatoren gehören Olaf Czernomoriez, früherer GASAG-Vorstand, Stephan Kohler und Reinhard Müller ebenso wie Außenminister Dr. Frank-Walter Steinmeier, Professor Viktor Koksharov von der Ural Federal University und Professor Frank Behrendt von der TU-Campus EUREF gGmbH.