BTU-Expertenwissen für den Schweizerischen Nationalfonds (SNF)
Seit Januar 2026 wirkt Prof. Egbers für die Dauer von vier Jahren als unabhängiger Gutachter zusammen mit Expert*innen aus verschiedenen MINT-Disziplinen an der Bewertung wissenschaftlicher Förderanträge mit, die von Hochschulen und Forschungsinstitutionen an den SNF gestellt werden.
Der Forschungsrat ist das zentrale wissenschaftliche Entscheidungsgremium des Nationalrates in der Schweiz. Ähnlich wie bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) werden hier Entscheidungen zur Förderung von Forschungsprojekten getroffen. Die Entscheidungsfindung erfolgt jeweils in einem mehrstufigen Verfahren, in dessen Rahmen sich Gutachter*innen aus verschiedenen Disziplinen zu einem Thema abstimmen. Auf diese Weise sollen wissenschaftliche Exzellenz und strategische Ausrichtung in der Forschung sichergestellt werden. Prof. Christoph Egbers bringt umfangreiche Erfahrung aus seiner achtjährigen Tätigkeit im Fachkollegium der DFG mit. Die Berufung in den Forschungsrat des SNF ist eine große Ehre und zugleich Ausdruck hohen wissenschaftlichen Renommees.
Im Interview erläutert Prof. Egbers Aufgaben und Bedeutung seiner Gutachtertätigkeit.
Herr Prof. Egbers, worauf freuen Sie sich bei Ihrer Tätigkeit im Scientific Committee besonders?
Besonders reizvoll ist für mich die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Im Forschungsrat kommen Expertinnen und Experten aus verschiedenen MINT-Disziplinen – von Naturwissenschaften, Informatik bis hin zu Ingenieurwissenschaften – zusammen. Dieser fachübergreifende Austausch ist äußerst bereichernd und eröffnet neue Sichtweisen auf wissenschaftliche Fragestellungen.
Wie kann man sich die Zusammenarbeit mit den anderen Gutachterinnen und Gutachtern vorstellen?
In der Regel erfolgt zunächst eine individuelle Begutachtung auf Basis der eigenen Expertise. Anschließend werden die Anträge im Gremium intensiv diskutiert und gemeinsam bewertet. Diese kollegialen Diskussionen – teils virtuell, teils in Präsenz – sind zentral für ausgewogene Entscheidungen und die Sicherung höchster wissenschaftlicher Qualität.
Können Sie bei Ihrer neuen Aufgabe auf Ihre Erfahrungen aus den DFG-Fachkollegien zurückgreifen?
Absolut. Die Grundprinzipien der Begutachtung – wissenschaftliche Exzellenz, Transparenz, Fairness und internationale Vergleichbarkeit – sind sehr ähnlich. Meine Erfahrungen aus der DFG helfen mir insbesondere dabei, Anträge strukturiert zu bewerten und unterschiedliche Fachkulturen einzuordnen. Gleichzeitig bietet der SNF mit seiner internationalen Ausrichtung neue Perspektiven, auf die ich mich sehr freue.
Wie lässt sich diese neue Aufgabe mit Ihren eigenen Forschungsprojekten verbinden?
Eine solche Tätigkeit erfordert natürlich eine gute Organisation. Ich profitiere hier sehr von der Unterstützung meines Lehrstuhl-Teams, das mir den notwendigen Freiraum für diese zusätzliche Aufgabe ermöglicht. Inhaltlich sehe ich zudem viele Synergien: Der Einblick in internationale Forschungsstrategien und Förderlogiken fließt auch positiv in meine eigene wissenschaftliche Arbeit ein.
Welche Bedeutung hat die Mitgliedschaft im Forschungsrat für Sie persönlich?
Die Berufung in den Forschungsrat des SNF ist für mich sowohl Anerkennung als auch Verantwortung. Sie bietet Zugang zu einem exzellenten internationalen Netzwerk und ermöglicht es, aktiv an der Weiterentwicklung der europäischen Forschungslandschaft mitzuwirken. Diese Strahlkraft kommt letztlich auch der BTU und ihrem internationalen Profil zugute.
Vielen Dank für das Gespräch.
Hintergrund
Der Forschungsrat ist die zentrale Instanz des Schweizerischen Nationalfonds für die Bewertung von Förderanträgen und die strategische Ausrichtung der Forschungsförderung. Seit 2025 ist er neu strukturiert und gliedert sich in: ein Policy Committee (Grundsatz- und Strategiefragen) und fünf Programmkomitees für unterschiedliche Forschungsbereiche. Ziel des Gremiums ist die Förderung exzellenter, unabhängiger Grundlagenforschung sowie die nachhaltige Stärkung des Wissenschaftsstandorts Schweiz.
Weitere Informationen finden sich auf der offiziellen Website des Schweizerischen Nationalfonds (SNF).
Fachkontakt
Center for Flow and Transport Modelling and Measurement (CFTM²)
T +49 (0) 355 69-4868
christoph.egbers(at)b-tu.de

