Nachruf auf Prof.in Dr. Marie Theres Albert
Nachruf auf Frau Prof. Dr. Marie Theres Albert
Die Fakultät 5 der BTU Cottbus-Senftenberg trauert um Prof. Marie Theres Albert, deren Arbeit das internationale Profil der Universität geprägt und die Welt der Kulturerbeforschung nachhaltig beeinflusst hat. Ihr Engagement für Bildung, ihre Führungsqualitäten und ihre Überzeugung der gesellschaftlichen Bedeutung des Kulturerbes haben Generationen von Studierenden und Kollegen weltweit beeinflusst.
Frau Prof. Marie Theres Albert war Mitbegründerin und Leiterin des Masterstudiengangs „World Heritage Studies“, dem weltweit ersten seiner Art. Unter ihrer Leitung wurde der Studiengang zu einem Leuchtturm der internationalen Ausrichtung der Universität und zog Studierende aus allen Kontinenten an. Das von ihr entwickelte Curriculum etablierte Cottbus als Zentrum für Kulturerbe-Bildung und -Management, verband wissenschaftliche Theorie und Praxis, inklusive Kulturpolitik, auf innovative Weise und trug damit unmittelbar zum Auftrag der UNESCO bei. Dies wurde bekräftigt durch die Einrichtung des UNESCO-Lehrstuhls für Heritage Studies unter ihrer Leitung. Die große Nachfrage von Studierenden im Masterprogramm Kulturerbe und die Einrichtung des Doktorandenprogramms, machte den Lehrstuhl zu einem Zentrum interdisziplinärer Forschung und brachte viele erfolgreiche Publikationen, Forschungsprogramme und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler hervor.
Die Studierenden erinnern sich gerne an sie als inspirierende und unterstützende Lehrerin, von der sie ermutigt wurden unabhängig zu denken, sich kritisch mit globalen Herausforderungen auseinanderzusetzen und sich als aktive Mitgestalter der Zukunft des Kulturerbes zu verstehen. Für viele wurde sie zu einer Wegbereiterin ihrer beruflichen Entwicklung, indem sie in internationale Netzwerke eingeführt wurden, Praktika und Forschungsmöglichkeiten eröffnete an internationalen Institutionen und mit Experten weltweit. Dabei endete diese Unterstützung nicht mit dem Abschluss an der BTU, Prof. Albert forderte die Alumni dazu auf, den Verein der International Association of World Heritage Professionals zu gründen. Diese globale Gemeinschaft besteht bis heute und versteht sich als eine lebendige Wertegemeinschaft, basierend auf gegenseitiger Neugierde und Respekt sowie fachlicher Integrität in einem transdisziplinären Umfeld.
Ehemalige und aktuelle Kollegen beschreiben sie als Wissenschaftlerin mit außergewöhnlicher Entschlossenheit und strategischer Weitsicht, insbesondere wurde sie als treibende Kraft, wahrgenommen, die das interdisziplinäre Programm „World Heritage Studies” zusammenhielt. Sie brachte Kollegen aus verschiedenen Fakultäten in gemeinsamen Projekten, internationalen Konferenzen oder Sommerakademien zusammen und stärkte so die akademische Gemeinschaft rund um das Kulturerbe. Ihre langjährige Zusammenarbeit mit der UNESCO und anderen internationalen Organisationen brachte globale Perspektiven nach Cottbus und eröffnete den Beteiligten neue Wege. Sie setzte diese Arbeit am Institut für Kulturerbeforschung fort, das sie 2012 in Berlin gründete, und führte mehrere internationale Projekte weiter, darunter die Publikationsreihe „Heritage Studies“, in der auch Dissertationen aus dem Doktorandenprogramm „Kulturerbeforschung“ veröffentlicht werden.
Der Tod von Frau Prof. Marie Theres Albert hinterlässt eine Lücke, aber ihr Vermächtnis lebt weiter in den von ihr aufgebauten Programmen, in der von ihr inspirierten Forschung, in der globalen Gemeinschaft von Studierenden und in unzähligen Menschen, die sie ermutigt, herausgefordert und unterstützt hat und die durch ihre Arbeit weiterhin inspiriert werden. Die Universitätsgemeinschaft gedenkt ihrer mit großer Dankbarkeit für ihre Vision, ihr Engagement und ihren bleibenden Beitrag zu Theorie und Praxis der Kulturerbeforschung und -lehre.
