Interview mit BTU Alumna Isabel Hanold (Biotechnologie)
Hallo Frau Hanold, Sie haben an der BTU studiert, wie sind Sie auf den Studiengang gekommen und wie waren ihre Erfahrungen hier?
Schon während meiner Schulzeit hatte ich ein großes Interesse an den Naturwissenschaften im Besonderen an der Biologie. Deshalb habe ich mich zuerst über die Recruiting Messe Connecticum in Berlin über mögliche Berufsmöglichkeiten im Bereich Biologie informiert. Dort wurde mir aufgrund der Kombination von Biologie, Chemie, Physik und Mathematik sowie der vielfältigen Berufsmöglichkeiten in unterschiedlichen Industriezweigen der Bachelor- und Masterstudiengang Biotechnologie empfohlen. Da die Universität in der Nähe meines Familienwohnorts günstige Wohnmöglichkeiten im Studentenwohnheim bot, der Studiengang Biotechnologie NC-frei war und keine zwingenden Voraussetzungen wie Praktika erforderte, ich zudem Empfehlungen durch Verwandte hatte, habe ich mich 2018 für den Bachelor eingeschrieben. Direkt im Anschluss an meinen Bachelorabschluss im Jahr 2023 habe ich den weiterführenden Master of Biotechnology ebenfalls an der BTU absolviert. Meine Zeit an der BTU war sehr schön, ich verbinde damit vor allem viele positive Erinnerungen und Erfahrungen. Besonders gut gefallen haben mir der enge Kontakt zu den Lehrenden und das familiäre Umfeld am Senftenberger Campus und See. Auch der Austausch mit anderen Studierenden, dem Fachschaftsrat sowie die vielen Laborpratika waren gut aufgebaut und anspruchsvoll, sodass man wirklich jeden Tag interessantes neues Wissen lernen und in der Praxis anwenden konnte. Die Lehrenden hatten immer ein offenes Ohr. Außerdem war es möglich, bereits während des Bachelor-Studiums als Studentische Hilfskraft nebenbei zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln.
Was machen Sie jetzt beruflich?
Seit Dezember 2024 bin ich als Doktorandin am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie (IZI) in Leipzig tätig. In der Abteilung für Zell- und Gentherapieentwicklung innerhalb der Klinischen Gentransfer Unit arbeite ich unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Ulrike Köhl (Institutsleitung) und Prof. Dr. Zoltán Ivics. Zu Beginn meiner Promotion war ich zudem für einen Monat als Gastwissenschaftlerin am Paul-Ehrlich-Institut tätig, wo ich unter der Betreuung von Dr. Lacramioara Botezatu wertvolle Einblicke in regulatorische und sicherheitsrelevante Aspekte von Tierversuchen erhielt. Parallel dazu bin ich im Rahmen einer Individualpromotion an der BTU als Doktorandin eingeschrieben. Meine Promotion wird von Prof. Dr. Dirk Roggenbuck betreut. Mitglieder meines PhD-Komitees sind außerdem Prof. Ute Modlich (Universität Zürich, Schweiz) sowie Prof. Eugenio Montini (I.R.C.C.S. Ospedale San Raffaele, Mailand, Italien). Im Mittelpunkt meiner Doktorarbeit steht die Entwicklung von Next-Generation Sleeping Beauty Transposon-Vektoren mit dem Ziel, die transkriptionelle Sicherheit für therapeutische Zellanwendungen zu verbessern. Konkret arbeite ich an der Weiterentwicklung nicht-viraler Gentransfersysteme für ein sicheres und effizientes therapeutisches Cell Engineering.
Wie sind Sie an den Job gekommen?
Auf die Promotionsstelle am Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie bin ich über eine offizielle Stellenausschreibung aufmerksam geworden und habe mich regulär darauf beworben. Während meiner Masterarbeit bei der Sanofi-Aventis Deutschland GmbH in Frankfurt am Main wurde ich zudem von meinem externen Betreuer fachlich unterstützt und ermutigt, den nächsten Schritt in Richtung Promotion zu gehen. Durch diese Betreuung sowie durch den fachlichen Austausch und die Kontakte zum Paul-Ehrlich-Institut konnte ich mein Profil gezielt weiterentwickeln. Diese Kombination aus fachlicher Qualifikation, praktischer Erfahrung und wertvollen Empfehlungen hat mir letztlich ermöglicht, die Stelle direkt im Anschluss an meinen Masterabschluss anzutreten.
Was vermissen Sie am meisten aus Ihrer Studienzeit an der BTU?
Am meisten vermisse ich den intensiven und täglichen Austausch mit Kommilitoninnen und Kommilitonen. Während des Studiums war man ständig im Dialog – sei es in Vorlesungen, in Lerngruppen oder in den Laborpraktika. Dieser enge Zusammenhalt und das gemeinsame Erarbeiten von Inhalten waren etwas ganz Besonderes. Auch die zahlreichen gemeinsamen Veranstaltungen und studentischen Aktivitäten werden mir in sehr schöner Erinnerung bleiben. Das Campusleben am Standort Senftenberg – insbesondere die Nähe zum Senftenberger See – hat meine Studienzeit zusätzlich bereichert und für eine sehr angenehme Atmosphäre gesorgt. Ich vermisse die klassischen Vorlesungen, in denen theoretisches Wissen intensiv und strukturiert vermittelt wurde, sehr. Diese Phase des konzentrierten Lernens und der fachlichen Vertiefung war prägend und wertvoll.

