IBK-Ringvorlesung mit Hannes Böhringer, Berlin: standhaft wanken
In einem Gespräch, zu dem ihn der Schweizer Architekt Peter Zumthor eingeladen hatte, beschrieb Hannes Böhringer einmal seine „räumliche Herkunft“: Aufgewachsen in einem Haus, das Hans Schwippert errichtet hatte, war er früh mit moderner Architektur in Berührung gekommen. Als Philosoph hat er sich dann dem Bauen ebenso wie der Kunst gewidmet. Ihnen spürt er nach – in Worten, die Bilder evozieren, Unerwartetes assoziieren, unmittelbar sinnlich wirken.
Nach dem Studium von Philosophie und Geschichte an den Universitäten Münster, Heidelberg und Bochum begann Hannes Böhringers akademische Laufbahn an der Kunstakademie Düsseldorf. 1984 wurde er an der Freien Universität Berlin habilitiert, wo er 1986 seine erste Professur erhielt. 1989 wechselte er an den Fachbereich Kunst der Gesamthochschule Kassel. Von 1995 bis 2012 lehrte er an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Böhringer war Mitherausgeber der renommierten Architekturzeitschrift Daidalos, hatte Gastprofessuren in Paris, Budapest und Madison/Wisconsin inne und wurde 2009 mit dem Moholy-Nagy-Preis ausgezeichnet. Seine Texte erscheinen u.a. in Lettre International und im Merkur, seine Bücher im Merve Verlag und bei Matthes & Seitz.
Wofür stehen wir? Hannes Böhringer nähert sich solchen Fragen nicht mit fertigen Antworten, sondern mit einem Denken, das in Bewegung bleibt - und bewegt: standhaft wanken(d).


