Zwischen Night Market, Bubble Tea und Mega-Campus – ein Semester in Taipei
Das dritte Semester ihres Architektur-Masters hat Fulya Nur Kirnak in Taiwans Hauptstadt absolviert. „Taipei ist eine sehr moderne und lebendige Großstadt, die gleichzeitig aber auch viele traditionelle Orte bietet – genau diese Mischung hat die Stadt für mich besonders spannend gemacht“, erklärt Fulya ihre Wahl.
Das Auslandssemester war für sie nicht nur ein Ortswechsel, sondern eine bewusste Entscheidung für eine neue Perspektive – fachlich wie persönlich.
Ankommen zwischen Wohnungssuche und Sprachbarriere
Der Start war allerdings herausfordernd. „Am Anfang war ich ehrlich gesagt ziemlich überfordert, was die Wohnungssuche angeht – aber das ist wahrscheinlich normal. Man kommt in ein neues Land, kennt die Sprache und Kultur noch nicht und muss plötzlich viele Dinge gleichzeitig organisieren.“
Fulyas Tipp für alle, die ein Auslandssemester in Ostasien planen: Facebook-Gruppen. Während diese in Deutschland oft an Bedeutung verlieren, sind sie in Taiwan das zentrale Werkzeug für die Wohnungs- und WG-Suche.
Vor ihrer Abreise hatte Fulya bereits einige Basics auf Chinesisch gelernt. Sie empfiehlt, sich intensiv mit der Sprache zu beschäftigen – idealerweise durch einen Sprachkurs. „Aber auch ohne fließendes Chinesisch konnte ich den Alltag gut meistern. Viele Taiwaner*innen sind sehr hilfsbereit, und die meisten sprechen zumindest grundlegendes Englisch.“
Hinzu kommt: Die NTUST bietet viele Kurse auf Englisch an, was den Einstieg ins Studium erleichtert.
Ein Campus wie ein kleines Dorf
Einmal angekommen, wartete die nächste Überraschung: Die Dimensionen der Universität. „Der Campus war riesig, fast so groß wie ein kleines Dorf. Das hat mich wirklich überrascht“, berichtet sie. Doch die Größe schüchtert nicht ein, sondern belebt. Besonders die Gegend rund um die Uni mit ihren lebendigen Night Markets prägte ihren Alltag und machte das Studium zu einem Erlebnis, das weit über den Hörsaal hinausging.
Auf dem Campus in Taipei traf Fulya Studierende aus aller Welt – eine Erfahrung, die sie nachhaltig geprägt hat. „Die gemeinsame Zeit mit Menschen aus ganz unterschiedlichen Ländern war eines der schönsten Erlebnisse des Semesters.“
Persönlich wachsen im Ausland
Für Fulya steht fest: Ein Auslandssemester bringt weit mehr als nur akademische Erfahrung. „Man lernt im Ausland, komplett auf eigenen Beinen zu stehen, wird selbstständiger und wächst automatisch über sich hinaus. Außerdem lernt man neue Kulturen, neue Menschen und natürlich auch unglaublich gutes Essen kennen. Man hat genug Zeit, das Land zu entdecken und sammelt Erfahrungen, die man so zuhause nie machen würde", erzählt sie. Aber ganz ohne kleine Herausforderungen ist so ein Auslandssemester natürlich auch nicht. Die hohe Luftfeuchtigkeit und die hohen Temperaturen sind im Vergleich zu Deutschland sehr ungewohnt und für Fulya nicht immer ganz einfach.
"Ein großer Vorteil, den man nicht unterschätzen darf: Bubble Tea direkt im Ursprungsland", ergänzt Fulya die Vorteile von Taiwan noch.
Ihr Rat an andere Studierende, die vielleicht ein Auslandssemester machen wollen, ist eindeutig. „Definitiv die Chance nutzen! Man lebt nur einmal, und so eine Möglichkeit bekommt man später oft nicht mehr.“
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