Interview mit BTU Alumnus Muthu Kumaran Parthiban

Muthu Kumaran Parthiban kam nach Senftenberg, um Biotechnologie zu studieren. Inzwischen arbeitet er an einem Leibniz-Institut und berichtet in diesem Interview über seinen beruflichen Werdegang.

Hallo Herr Parthiban, wie kam es dazu, dass Sie in Senftenberg studiert haben, und wie waren Ihre Erfahrungen dort?
Nachdem ich meinen Bachelor in Biotechnologie an einer technischen Universität in Indien gemacht hatte, entschied ich mich aufgrund der starken Forschung und der technischen Ausbildung dafür, meinen Master in Deutschland zu absolvieren. Ich wollte an einer technischen Universität mit praktischer Ausrichtung studieren, und nachdem ich verschiedene Studiengänge geprüft hatte, stach die BTU Cottbus–Senftenberg aufgrund ihres labororientierten Lehrplans hervor. Ich habe mich auf Bioanalytik spezialisiert und dort die Wechselwirkungen von Proteinen, Metaboliten, Nanopartikeln und Xenobiotika im menschlichen Körper kennengelernt. Der Studiengang umfasste neben theoretischen Fächern drei praktische Laborkurse. In diesen praktischen Kursen lernte ich, wie analytische Technologien in der biologischen Forschung angewendet werden können. So sammelte ich praktische Erfahrungen mit Analysetechniken wie Chromatographie, Massenspektrometrie und Proteinanalyse. Ich schätze es sehr, dass der Schwerpunkt auf der praktischen Laborausbildung lag und nicht nur auf der Theorie.

Sie haben einen englischsprachigen Masterstudiengang an der BTU in Senftenberg absolviert. Wir wissen, dass es in dieser Region nicht immer einfach ist, sich überall auf Englisch zurechtzufinden. Wie waren Ihre Erfahrungen mit der Sprache an der BTU und in der Umgebung?
Mein Masterstudiengang an der BTU Cottbus–Senftenberg fand vollständig auf Englisch statt, sodass ich akademisch gesehen nie auf größere Sprachbarrieren gestoßen bin. Alle Vorlesungen, Laborveranstaltungen, Aufgaben und meine Masterarbeit wurden auf Englisch abgehalten. Die Professoren und Mitarbeiter waren sehr hilfsbereit, und das internationale Umfeld erleichterte die Kommunikation. Außerhalb der Universität war Deutsch jedoch für den Alltag wichtig, besonders in einer kleineren Stadt wie Senftenberg. Ob beim Besuch von Behörden, beim Einkaufen oder beim Arztbesuch – mir wurde klar, dass das Erlernen der deutschen Sprache das Leben erheblich erleichtern würde. Was mir wirklich geholfen hat, war der kostenlose Kurs „Deutsch als Fremdsprache“, der von der BTU angeboten wurde. Diese Kurse haben mir das Selbstvertrauen gegeben, in alltäglichen Situationen zu kommunizieren.

Sie arbeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Leibniz-Institut für Naturstoffforschung und Infektionsbiologie in Jena. Was hat Ihnen geholfen die Stelle zu bekommen?
Ich glaube, am meisten geholfen hat mir das praktische Wissen, das ich während meines Masterstudiums erworben habe. Wie ich bereits erwähnt habe, habe ich durch die Spezialisierung „Bioanalytik“ Erfahrungen mit analytischen Techniken wie Proteinreinigung, LC-MS/MS, Chromatographie und biochemischen Assays gesammelt. Und während meiner Masterarbeit habe ich mich mit der strukturellen und funktionellen Analyse von Proteinen und Metaboliten beschäftigt, was sowohl meine technischen als auch meine wissenschaftlichen Fähigkeiten gestärkt hat. Zudem habe ich durch meine Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft an der BTU viel über Labormanagement, wissenschaftliche Dokumentation, den Umgang mit Geräten und die Arbeit in einem interdisziplinären Team gelernt. Im Vorstellungsgespräch konnte ich diese Erfahrungen selbstbewusst darlegen, was mir meiner Meinung nach dabei geholfen hat, die Stelle zu bekommen.

Was genau machen Sie dort und wie sieht ihr typischer Arbeitstag aus?
Derzeit beschäftige ich mich mit der analytischen Profilierung von Metaboliten und Spurenelementen im Zusammenhang mit dem menschlichen Darmmikrobiom. Zu meinen Aufgaben gehört der Umgang mit Analysegeräten wie LC-MS und ICP-MS zur Probenanalyse. Darüber hinaus trage ich zur Labororganisation, zur Wartung der Geräte und zur Probenvorbereitung bei. Meine tägliche Arbeit macht mir Spaß und ich arbeite gerne mit meinen Kollegium zusammen. Sie sind sehr freundlich, hilfsbereit und umgänglich, was ein positives und motivierendes Arbeitsumfeld schafft, das ich sehr schätze.

Welchen Rat würden Sie internationalen Studierenden geben, die ebenfalls eine Karriere in Deutschland anstreben?
Mein Rat ist, die Zeit an der Universität optimal zu nutzen – nicht nur akademisch, sondern auch beruflich. Konzentriert euch darauf, durch Praktika, Forschungsprojekte und eure Masterarbeit praktische Laborerfahrung zu sammeln, denn praktische Fähigkeiten werden von Arbeitgebern in Deutschland sehr geschätzt. Außerdem würde ich Studierende dazu ermutigen, Deutsch zu lernen. Selbst wenn euer Studiengang auf Englisch stattfindet, erleichtert Deutschkenntnisse den Alltag und eröffnen mehr berufliche Möglichkeiten. Versucht schließlich, proaktiv zu sein. Besucht Karrieremessen, baut euch ein berufliches Netzwerk auf, knüpft Kontakte zu Professoren und bewerbt euch frühzeitig auf Stellen.

Was vermissen Sie am meisten aus der Studienzeit?
Ich denke, jeder kann das nachempfinden: Das Studium ist eines der unvergesslichsten Kapitel im Leben. Es lehrt einen viel mehr als nur akademisches Wissen. Es lehrt einen, wie man Kontakte knüpft, kommuniziert, mit unterschiedlichen Menschen zusammenarbeitet und selbstständiger wird. Ich habe meine Studienzeit genossen. Wenn ich zurückblicke, vermisse ich diese Zeit weniger, als dass ich mit Dankbarkeit darauf zurückblicke. Ich hatte das Glück, wunderbare Freunde zu haben, die mein Studentenleben unvergesslich gemacht haben, und diese Freundschaften und Erfahrungen werde ich immer in Ehren halten.

Kontakt

Daniel Ebert
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