Soziale Fragen sind ökologische Fragen

Soziale und ökologische Belange werden oft gegeneinander ausgespielt. Inwiefern soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt Voraussetzungen sind für das Wohlergehen von Menschen und den Schutz von Natur und Biodiversität war Thema der 24. Vilmer Sommerakademie.

An der Neißemünde in Coschen wurde am 28. Juni 2026 ein vorläufiger bundesweiter Hitzerekord von 41,7 Grad Celsius gemessen. Extremwetterereignisse wie diese führen deutlich vor Augen, dass klimatische und ökologische Fragen untrennbar mit sozialen Fragen verbunden sind. Inwiefern soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt Voraussetzungen sind für das Wohlergehen von Menschen und den Schutz von Natur, Biodiversität und Klima war Thema der 24. Vilmer Sommerakademie.

Gemeinsam diskutierten Wissenschaftler*innen, Verwaltungsakteure aus Landes- und Bundesministerien sowie Praxisakteur*innen aus Naturschutz- und Sozialverbänden grundlegende soziale und gerechtigkeitsbezogene Fragen rund um Naturschutz, Erhalt der Artenvielfalt und Klimawandel, Teilhabe und Engagement. Im Fokus standen ebenso gesellschaftliche Auseinandersetzungen um soziale und ökologische Fragen und der Umgang mit rechtspopulistischen oder neurechten Anfeindungen im naturschutzbezogenen Engagement.

Dr. Franziska Heinze vom Fachgebiet Soziale Dienstleistungen für strukturschwache Regionen, BTU Cottbus-Senftenberg, diskutierte im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit Christian Baatz, Juniorprofessor für Klimaethik, Nachhaltigkeit und Globale Gerechtigkeit der Universität Kiel und Dr. Konrad Gürtler, RIFS (Forschungsinstitut für Nachhaltigkeit am GFZ) soziale und gerechtigkeitsbezogene Fragen im Strukturwandel am Beispiel der Bergbaufolgelandschaft Lausitz.

Deutlich wurde dabei, dass sozial-ökologische Transformationsprozesse Zeit benötigen und die betroffenen Menschen vor Ort an der Entwicklung von Lösungen und deren Implementation teilhaben können müssen. Während einerseits lokale Erfahrungen und Kompetenzen Anerkennung finden müssen, bedarf es andererseits auch grundlegender Überlegungen, wie beispielsweise notwendige Einschränkungen gerecht kompensiert werden können. Die Erfahrungen aus der Transformationsregion Lausitz können dabei wichtige Lernerfahrungen zum Ausgleich von sozialen, ökologischen und ökonomischen Aspekten auch für andere Transformationsregionen liefern.

Die Sommerakademie fand vom 29. Juni bis 03. Juli 2026 in der Internationalen Naturschutzakademie auf der Ostseeinsel Vilm statt.

Die Tagung wurde veranstaltet vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Ethik, Theorie und Geschichte der Biowissenschaften sowie dem Internationalen Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen und der Juniorprofessor für Klimaethik, Nachhaltigkeit und Globale Gerechtigkeit der Universität Kiel.

Kontakt

Dr. phil. Franziska Heinze
Soziale Dienstleistungen für strukturschwache Regionen
Franziska.Heinze(at)b-tu.de