Mit digitalen Zwillingen zur Existenzgründung

Jannis Werner hat sein Maschinenbau-Studium an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) im März 2026 erfolgreich abgeschlossen. Mit seinem Startup Machinespace wird er jetzt vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) über das exist Gründungsstipendium gefördert.

Mit Machinespace stellen Jannis Werner sowie sein Geschäftspartner und langjähriger Freund Björn Hansen Maschinenherstellern digitale Zwillinge zur Verfügung, welche technisches Wissen maschinenzentriert direkt am 3D-Modell bündeln und über KI-gestützte Maschinenagenten nutzbar machen. Darauf aufbauend werden der internationale Vertrieb und Service im gesamten Lebenszyklus einer Maschine für 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche in der Landessprache der Endkunden automatisiert. Möglich ist dies mit jedem Endgerät – ob PC, Laptop, Smartphone oder an der Maschine direkt. 

„Heutzutage genügt es für Maschinenhersteller nicht mehr, nur die Maschine zu verkaufen“, erklärt Jannis Werner. „Digitale Geschäftsmodelle ermöglichen neuen Ertrag für den Hersteller, während gleichzeitig die Kosten für den Betreiber reduziert werden – ein Kriterium, das oftmals über Kauf oder Nichtkauf einer Maschine entscheidet.“ 

Rückenwind bekommen die Existenzgründer durch die neue EU-Maschinenverordnung 2023/1230 und ISO 9001:2026, welche das Thema Wissensmanagement besonders in den Fokus rückt.  

Bundesförderung für neues digitales Geschäftsmodell mit Zukunft

Jannis Werner ist 27 Jahre alt. Geboren in Forst und aufgewachsen in Cottbus, studierte er am Zentralcampus der BTU in Cottbus im Bachelorstudiengang Maschinenbau. Schon während seiner Studienzeit verfolgte er mehrere Gründungsprojekte. Dabei wuchs neben seinem Interesse für die Schnittstelle zwischen Maschinenbau und Informatik auch das für den Vertrieb und die betriebswirtschaftliche Komponenten. 

Nach seinem Studienabschluss gründete er im Mai 2026 mit Björn Hansen das Startup Machinespace in Düsseldorf in direkter Nachbarschaft zu den ersten Pilotkunden, um die Software anhand des Feedbacks aus der Industrie weiterzuentwickeln. Bereits im August dieses Jahres konnte mit einem Maschinenhersteller in Sachsen ein Kunde gewonnen werden, dessen Maschinen auch an der BTU zum Einsatz kommen. Aktuell starten die ersten Projekte mit Unternehmen aus der Lausitz und Berlin. 

Ebenfalls direkt nach dem Studium bewarb sich Jannis Werner für das exist Gründungsstipendium, das er nun seit Mai 2026 als Förderung seiner innovativen Gründungsidee erhält. Für ein Jahr sichert das Stipendium seinen Lebensunterhalt und erlaubt es ihm, Sachmittel in den Aufbau der Server-Infrastruktur von Machinespace sowohl in Düsseldorf als auch in Cottbus zu investieren, wo Jannis Werner über einen Stipendiatenvertrag mit der BTU verbunden ist. Das junge Unternehmen wächst aus zwei Zentren heraus: dem Ruhrgebiet und der Lausitz. 

Geschäftspartner Björn Hansen bringt zwei Jahrzehnte Berufserfahrung im Serien- und Sondermaschinenbau mit und war zuletzt als Geschäftsfeldleiter tätig. Im Team von Machinespace ist er aufgrund seiner umfassenden Expertise im Bereich industrieller 3D-Daten vor allem mit der grafischen Benutzeroberfläche (Frontend-Entwicklung) und der automatisierten Aufbereitung sowie Konvertierung der hochkomplexen CAD-Daten beschäftigt.

„Ich hingegen fokussiere mich auf das Training und Finetuning maschinenspezifischer KI-Modelle (Backend-Entwicklung)“, fährt Jannis Werner fort. „Im Prinzip mache ich genau dort weiter, wo ich mit meiner Abschlussarbeit aufgehört hatte – mit der Entwicklung generativer und prädiktiver KI-Systeme für den Maschinenbau.“

Betreut wird das Projekt an der BTU durch Prof. Dr.-Ing. Ingo Schmitt, Inhaber des Lehrstuhls Datenbank- und Informationssysteme, als Mentor aus der Wissenschaft und durch den Gründungsservice der Universität unter der Projektleitung von Dr. Viktor Zakar.

Teamverstärkung herzlich willkommen

Das Startup Machinespace bietet fachlich versierten Interessierten die Möglichkeit, sich in das Projekt einzubringen und wertvolle Praxiserfahrungen zu sammeln. „Grundsätzlich suchen wir Studierende und Alumni aus allen MINT-Studiengängen“, betont Jannis Werner, „darunter insbesondere Künstliche Intelligenz, Informatik und Mathematik – als Praktikanten, Werksstudenten und Founding Engineers. Abschlussarbeiten sind natürlich auch möglich.“

Kontakt
Jannis Werner
wernejan(at)b-tu.de
T +49 211 92326822
https://machinespace.ai/

Kontakt

Ralf-Peter Witzmann
Kommunikation und Marketing
T +49 (0) 3573 85-283
ralf-peter.witzmann(at)b-tu.de
BTU-Absolvent und Existenzgründer Jannis Werner (re.) mit seinem Geschäftspartner Björn Hansen. Foto: BTU, Sascha Thor
Existenzgründer und Förderer (v. li.): Dr. Viktor Zakar vom BTU-Gründungsservice, die Gründer Jannis Werner und Björn Hansen, Mentor Prof. Dr.-Ing. Ingo Schmitt. Foto: BTU, Sascha Thor
Konservierung von technischem Wissen am digitalen Zwilling einer Maschine für die Buchproduktion. Foto: Machinespace, Björn Hansen