BTU-Studentin Mobina Mirzaee erhält „Architizer Vision Award 2025“

Mobina Mirzaee ist 26 Jahre alt. Seit Oktober 2024 studiert sie im Masterstudiengang Urban Design and Sustainable Revitalization an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU).

Für ihr architektonisches Konzept „Plaza Tehran“, das ein multifunktionales, vielgeschossiges Hochhaus beinhaltet, erhält sie den renommierten „Architizer Vision Award 2025“, der mit einer Veröffentlichung ihres Entwurfes verbunden war. Mobina erzählt, wie es dazu kam und welche Bedeutung das Studium an der BTU für sie hat. 

Das Projekt vereine strukturelle Integrität, räumliche Klarheit und programmatische Anpassungsfähigkeit – so die Bewertung durch die Jury. Vor dem spekulativen Hintergrund von Teheran entspräche der Turm dem Bedarf der Stadt an multifunktionaler, transformativer Architektur. Mit seinem offenen Grundriss unterstütze er vielfältige Nutzungen – von kollaborativen Arbeitsbereichen bis hin zu öffentlichen Veranstaltungszonen – und spiegelt damit eine Designphilosophie wider, die Innovation im städtischen Gefüge zum Ausdruck bringt.

Mobina Mirzaee erinnert sich: „Die Idee für das Projekt entstand in den letzten Wochen vor meinem Umzug aus dem Iran nach Deutschland. Zu dieser Zeit begann ich mit Recherche und Designübungen in Teheran. Während ich mich auf mein Studium und auf eine der größten Veränderungen in meinem Leben vorbereitete, fand ich einen Weg, Anspannung und Emotionen für den kreativen Prozess zu nutzen.“

Der Entwurf am Ende des Workshops hätte eine Gestaltungsübung bleiben können. Für Mobina war er mehr. Sie entschied sich, das Projekt weiterzuentwickeln und nahm es mit nach Deutschland. Während des Studiums an der BTU entwickelte sich daraus ein eigenständiges Studien- und Gestaltungsprojekt. „An vielen Abenden nach den Vorlesungen arbeitete ich in der Universitätsbibliothek, wo ich an meinem Laptop mit meiner Software weiter experimentierte, las, skizzierte, digitale Prototypen herstellte und das Projekt verfeinerte“, schildert sie. „Die Bibliothek, entworfen vom Architekturbüro Herzog & de Meuron, wurde für mich zu einem inspirierenden Ort. Ihre Architektur, ihre Atmosphäre, die umfangreiche Sammlung an Architekturbüchern und die Möglichkeit, in einer solchen Umgebung zu arbeiten, spielten eine wesentliche Rolle bei der Prägung meines Denkens und der Entwicklung dieses Projekts.“

Was als praktische Übung im Iran begonnen hatte, entwickelte sich während ihrer Studienzeit an der BTU in Cottbus durch Beharrlichkeit, Neugier und kontinuierliche Weiterentwicklung zu einer umfassenden Auseinandersetzung mit Gebäudestrukturen, Funktionalitäten, Formen und technischen Parametern zu einem Konzept, welches Mobina Mirzaee im Mai 2025 für den Wettbewerb zum „Architizer Vision Award 2025“ einreichte. Sie resümiert: „Mein Projekt „Plaza Tehran“ hat mir gezeigt, dass eine erste Idee, so spannend sie auch erscheinen mag, nur der Anfang ist. Im Design können sich viele Möglichkeiten und Ideen ergeben, und manche mögen zunächst vielversprechend erscheinen, verändern sich aber nach und nach, verblassen oder führen ins Leere.“

Über den Preis hinaus wurde „Plaza Tehran“ für die Veröffentlichung in der Print-Publikation „How to Visualize Architecture“ ausgewählt sowie für Architizer's "Visionary 100". Dort wurde sie als eine der innovativsten architektonischen Denkerinnen der Welt bezeichnet. Mobina sagt dazu: „Für mich bedeutet diese Veröffentlichung weit mehr als nur eine akademische Leistung. Sie spiegelt einen persönlichen Weg des Wachstums, der Widerstandsfähigkeit und die Erfahrung wider, während meines Studiums in Deutschland eine neue kreative Heimat gefunden zu haben.“

Als Architektin ist Mobina Mirzaee wichtig, dass sich Theorie und Praxis gegenseitig bereichern und stärken. Sie arbeitet gern an Projekten, die verschiedene Gestaltungsebenen miteinander verbinden, auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen und sich positiv sowohl auf die gebaute Umwelt als auch auf die Gemeinschaften auswirken. An ihr Studium an der BTU erinnert sie sich gern, insbesondere an die Vielfalt der Werkstattprojekte – in Cottbus, Stralsund, Berlin, Frankreich und an anderen Orten. „Unterschiedliche Themen, in verschiedenen Städten und mit unterschiedlichen Maßstäben zu bearbeiten, haben mich herausgefordert, aus verschiedenen Perspektiven zu denken. Damit wurde jedes Werkstattprojekt zu einer einzigartigen Lernerfahrung. Es ermöglichte mir, meine Denkweise als Designer zu erweitern, zu verstehen und eine ganzheitlichere Perspektive aus Architektur und Stadtgestaltung zu entwickeln.“ 

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VP L 5 Büro für Internationale Studiengänge (BIS)
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Mobina Mirzaee arbeitete für ihren digitalen Entwurf intensiv in der Universitätsbibliothek im IKMZ Cottbus. Dort hatte sie perfekte Arbeitsbedingungen. (Foto: privat)
Publikation "How to Visualize Architecture" (Foto: Architizer)
Darstellung des veröffentlichten Entwurfs (Foto: Mobina Mirzaee)