Intelligentes Prozessmonitoring: FHF präsentiert Forschung auf der ICTP 2026 in Südkorea

Auf der ICTP 2026 in Südkorea präsentierte Dr. Karsten Scheibe ein Monitoringkonzept für digitale Zwillinge, KI-Agenten und vernetzte Fertigungssysteme.

Vom 11. bis 16. Oktober 2026 fand die 15. International Conference on the Technology of Plasticity (ICTP) auf der südkoreanischen Insel Jeju statt. Die international etablierte Konferenz bringt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Fachleute aus der Industrie zusammen, um aktuelle Entwicklungen und Innovationen im Bereich der Metallumformung zu diskutieren. Das Fachgebiet Hybride Fertigung (FHF) der BTU Cottbus-Senftenberg war durch Dr. rer. nat. Karsten Scheibe vertreten.

In der Session „Intelligent Monitoring“ präsentierte Karsten Scheibe den gemeinsamen wissenschaftlichen Beitrag „Smart Monitoring Concept as Integrated Service in Complex Manufacturing Systems with High Potential for Automation and Control“. Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Andreas Neuman, Johann Albers, Patrick Findeklee und Prof. Dr.-Ing. Sebastian Härtel. Im Mittelpunkt stand die Weiterentwicklung generischer Monitoringkonzepte zu einer Architektur für digitale Zwillinge, die Daten aus Maschinen, Sensoren und Analysesystemen zusammenführt und für Prozessüberwachung, Qualitätssicherung und Regelung nutzbar macht.

Ein konkretes Anwendungsbeispiel ist die Qualifizierung eines additiv gefertigten Gasturbinenbauteils für Siemens Energy, das inzwischen in Serie hergestellt wird. Darüber hinaus zeigte der Vortrag, wie sich die Monitoring-Architektur mithilfe von Asset Administration Shells (AAS, Verwaltungsschalen) und Datenkontrakten erweitern lässt. Diese ermöglichen eine einheitliche Beschreibung von Daten, Schnittstellen und Diensten. Darauf aufbauend können auch KI-Agenten gezielt auf relevante Informationen und Funktionen zugreifen. Damit geht das Konzept über die reine Datenerfassung hinaus und schafft die Grundlage für eine strukturierte, nachvollziehbare und anwendungsübergreifende Nutzung von Fertigungsdaten.

Die Übertragbarkeit auf unterschiedliche Fertigungsumgebungen wurde anhand eines flexiblen Ansatzes verdeutlicht: Über ein Dropdown-Menü lassen sich die jeweilige Verwaltungsschale und die zugehörigen Datenkontrakte auswählen. So kann dieselbe Anwendung mit unterschiedlichen Maschinen und Sensorkonfigurationen arbeiten. Perspektivisch soll dieser Ansatz auch die Integration hybrider Fertigungsverfahren unterstützen, um Daten und Funktionen über mehrere Fertigungsschritte hinweg miteinander zu verknüpfen.

Mit der Präsentation auf der ICTP 2026 konnte das Fachgebiet Hybride Fertigung seine aktuellen Forschungsarbeiten zur Digitalisierung, Automatisierung und Optimierung komplexer Fertigungsprozesse einem internationalen Fachpublikum vorstellen. Zugleich bot die Konferenz Gelegenheit, den wissenschaftlichen Austausch mit internationalen Forschungsgruppen und Industriepartnern zu vertiefen und neue Impulse für die Weiterentwicklung intelligenter Fertigungssysteme zu gewinnen.

Kontakt

Dr. rer. nat. Karsten Scheibe
Hybride Fertigung
T +49 (0) 355 69-4462
karsten.scheibe(at)b-tu.de
links Dr. Karsten Scheibe, rechts Prof. Ronghai Wu (Chair MS-14: Intelligent Monitoring)
Grundlegende Darstellung der vorgestellten Digital Twin Architektur
Dr. Karsten Scheibe mit Prof. Yoon, Jeong Whan / KAIST, Korea & Deakin University, Australia (Host: KSTP President)