„Das serielle Erbe neu verhandeln - WBS 70 auf dem Prüfstand“

Abriss, Sanierung oder etwas ganz Neues? Unter dem Titel „Das serielle Erbe neu verhandeln - WBS 70 auf dem Prüfstand“ lädt das Atelier Kooperative Architektur der BTU Cottbus-Senftenberg am Mittwoch, 18. November 2026, ab 17:00 Uhr zu einem Abend über die Nach- und Weiternutzung der Plattenbauten ein.

Die WBS 70 ist der am weitesten verbreitete Plattenbautyp der DDR. Vielerorts stehen die Gebäude leer, die Bewohnerschaft ist überaltert, und die Grundrisse entsprechen nicht mehr heutigen Bedürfnissen. Ein Abriss vernichtet jedoch Bausubstanz und graue Energie. Zwei Projekte zeigen andere Wege auf.
Sophia Branz und Nina Vollbracht stellen unter dem Titel „Nukleuswohnen Leipzig Grünau“ ein zukunftsweisendes Wohnexperiment vor, die in einem lange leerstehenden WBS-70-Block erprobt wird. Sie präsentieren das Projekt als Teil des gemeinsamen Entwicklungs- und Forschungsteams der RWTH Aachen und des Architekturbüros Almannai Fischer. Vollwertige Einzimmerwohnungen bilden dabei den Kern. Weitere Zimmer lassen sich je nach Lebenslage hinzumieten oder abgeben, ohne dass ein Umzug nötig wird. Das Projekt arbeitet im bestehenden Volumen.
Jurek Brüggen präsentiert unter dem Titel „Einfamilienhaus-Haus-Haus-Haus-Haus“ eine radikale Umnutzung eines ebenfalls leerstehenden WBS-70-Riegels in Stendal. Er stellt das Projekt als Initiative seines Berliner Büros undjurekbrüggen in enger Zusammenarbeit mit der Wohnungsbau-Genossenschaft Altmark (WBGA) und der Non-Profit-Organisation AFEA vor. Durch den gezielten Teilrückbau von Decken- und Wandscheiben entstehen mehrgeschossige Maisonette-Typologien und private Dachgärten. Der Umbau fragt, ob sich die Qualitäten und Sehnsüchte eines klassischen Einfamilienhauses mit der Dichte eines industriellen Plattenbaus ökologisch verschmelzen lassen.
Das Fachgebiet Entwerfen und ökonomisches Bauen von Prof. Dr. Jana Richter und Prof. Henri Praeger setzt sich in Lehre und Forschung mit gemeinschaftlichem Bauen und kreislaufgerechten Bauweisen auseinander. Gemeinsam mit dem Fachgebiet Bauliches Recycling von Prof. Mettke untersucht es die Wiederverwendung von Plattenbauelementen und begreift den Bestand als Materiallager.

Um 17:00 Uhr wird zunächst die Ausstellung zum Studierendenpreis Konrad Wachsmann eröffnet. Nach den Vorträgen folgt ein gemeinsames Gespräch, anschließend lädt die Studierendenbar zum Umtrunk. Die Ausstellung „Konrad Wachsmann 2026“ ist vom 18. November bis 4. Dezember im Zwischenbau (1. OG) zu sehen.

Veranstaltung: „Das serielle Erbe neu verhandeln – WBS 70 auf dem Prüfstand“
Zeit: Mittwoch, 18. November 2026, 17:00 Uhr
Ort: BTU Cottbus-Senftenberg, Atelier Kooperative Architektur, LG 2C, 1. OG
Eintritt: frei
Ausstellung: „Konrad Wachsmann 2026“, 18. November bis 4. Dezember 2026, Zwischenbau, 1. OG


ATELIER KOOPERATIVE ARCHITEKTUR LG2C 1.OG
Anbau LG 2C (LG 2C A)
Zentralcampus

Konrad-Wachsmann-Allee 6
03046 Cottbus

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Jana Richter
Entwerfen und ökonomisches Bauen
T +49 (0) 355 69-3451
richterj(at)b-tu.de