Forschung, die Gärten neu denken lässt

Im Zentrum der Forschung von Prof. Klaus Birkhofer steht eine oft unterschätzte Erkenntnis: Gärten sind hochkomplexe Ökosysteme. An der BTU Cottbus-Senftenberg untersucht er im Fachgebiet Ökologie, wie sich biologische Vielfalt in urbanen und ländlichen Grünräumen entwickelt und welche Rolle dabei insbesondere räuberische Arthropoden wie Spinnen spielen.

Seine Forschung zeigt, dass selbst kleine Lebensräume eine große ökologische Wirkung entfalten können. Spinnen übernehmen darin eine Schlüsselrolle, da sie Insektenpopulationen auf natürliche Weise regulieren. Damit tragen sie nicht nur zur Stabilität von Ökosystemen bei, sondern sind auch wichtige Indikatoren für Umweltveränderungen. Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht die Frage, wie Lebensgemeinschaften funktionieren und sich menschlich geprägte Räume biodiversitätsfreundlich gestaltet lassen.

Besonders anschaulich wird diese Forschung etwa durch Vorträge, in denen wissenschaftliche Erkenntnisse mit alltagsnahen Beispielen verbunden werden. So auch im Vortrag „Spinnen: das faszinierende Leben am seidenen Faden“, in dem typische Vorurteile gegenüber Spinnen hinterfragt und durch Fakten ersetzt werden. Von beeindruckenden Sprungleistungen kleiner Springspinnen bis zur außergewöhnlichen Stabilität von Spinnseide zeigt sich: Diese Tiere sind weit mehr als nur Auslöser von Ekel oder Angst.

Den öffentlichen Höhepunkt dieser Vermittlungsarbeit bildet die 34. Cottbuser Umweltwoche unter dem Motto „Von Gartenhelden und Stachelfreunden“. Hier stellt Prof. Birkhofer seine Forschung in einen gesellschaftlichen Kontext – als Einladung, Gärten neu zu sehen: nicht nur als gepflegte Kulisse, sondern als lebendige, schützenswerte Lebensräume.

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Prof. Dr. rer. nat. Klaus Birkhofer
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Schlüsselarten im Verborgenen: Die Forschung von Prof. Klaus Birkhofer zeigt, welche zentrale Rolle Spinnen für stabile und artenreiche Lebensräume spielen. (Foto: Klaus Birkhofer)