Ein Deutschlandstipendium für ausgezeichnete Studienleistungen

Stefanie Lange studiert im 5. Semester Wirtschaftsingenieurwesen an der BTU. Sie hat sehr gute Erfahrungen im dualen Studium mit dem Unternehmen Böllhoff Produktion GmbH in Sonnewalde gemacht. Zudem wurde sie mit einem Deutschlandstipendium für ihre hervorragenden Leistungen ausgezeichnet. Im Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen.

Hallo Stefanie, wie bist du auf den Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen und im Besonderen auf das duale Studium gekommen?

Für mich verlief die Entscheidung in umgekehrter Reihenfolge: Zuerst die Region, dann der Arbeitgeber, damit verknüpft das duale Studium und schließlich der Studiengang. Ich habe bereits einen Studienabschluss in einer Geisteswissenschaft und einige Zeit in Berlin gearbeitet. Meine Tätigkeiten dort waren sehr spannend, aber da ich im Elbe-Elster-Kreis verwurzelt bin und ein Umzug keine Option für mich darstellte, war das mit fast täglich 4 Stunden Fahrtzeit verbunden, sodass ich mich dann in meiner Heimat auf Jobsuche begeben habe. Tatsächlich habe ich hier mit meinem Profil keine anspruchsvollen Stellen gefunden und mich daher schließlich für einen beruflichen Neuanfang entschieden.

Als großen regionalen Arbeitgeber kannte ich Böllhoff natürlich schon vorher und als dort eine Stelle für ein duales Studium ausgeschrieben wurde, habe ich mich sofort darauf beworben. Aufgrund der räumlichen Nähe kam für mich nur die BTU in Frage und von den dort angebotenen dualen Studiengängen hat mir die Verknüpfung von Maschinenbau und BWL besonders gefallen, weshalb ich mich für Wirtschaftsingenieurwesen entschieden habe. Mit meiner Berufserfahrung und mathematischen Affinität habe ich mir den BWL-Teil zugetraut und bei den technischen Inhalten auf gute und praxisnahe Lehre gesetzt, glücklicherweise zurecht.

Was machst du genau bei der Böllhoff Produktion GmbH?

Das Aufgabenspektrum ist sehr breit, weil mein Team einerseits Themen rund um Arbeitssicherheit, Gesundheitsschutz, Energie- und Umweltmanagement bearbeitet und andererseits mit Werkzeugen aus dem Lean Management zur kontinuierlichen Verbesserung beiträgt und Projekte zur Prozessoptimierung begleitet. Meine Praxisphasen sind somit ausgesprochen abwechslungsreich, was ich klasse finde.

Ich analysiere und interpretiere bspw. vorhandene Daten zu Arbeitsunfällen und Gesundheitsquote, untersuche die Machbarkeit von Mehrmaschinenbedienung verschiedener Produktionsbereiche auf Basis selbst erhobener Daten und durfte auch schon eine fragebogengestützte Gefährdungsbeurteilung zur psychischen Gesundheit an unserem Standort planen und durchführen. Die Ergebnisse bereite ich jeweils grafisch auf und formuliere Empfehlungen, die dann diskutiert und – wenn möglich und sinnvoll – auch umgesetzt werden. Ich freue mich immer sehr, wenn ich nach Semesterende für die nächste Praxisphase zurückkehre und Veränderungen sehen kann, zu denen ich beigetragen habe, denn das zeigt mir, dass meine Arbeit gewertschätzt wird und vor allem relevant ist, was wirklich nicht selbstverständlich für Studierende in manchen Unternehmen ist.

Natürlich gehören auch unterstützende Tätigkeiten dazu wie bspw. die Aufbereitung von Schulungsunterlagen, Pflege des Gefahrstoffkatasters oder Systematisierung der persönlichen Schutzausrüstung, aber genau diesen Mix aus eigenen Projekten, konzeptionellen Herausforderungen und Tagesgeschäft wünsche ich mir auch für mein späteres Berufsleben.

Was gefällt dir besonders an der Verbindung von Studium und Unternehmenserfahrung?

Das duale Studium ermöglicht es, in den Praxisphasen das Gelernte zeitnah anzuwenden und in den Studienphasen die Theorie durch die eigene praktische Erfahrung viel besser erfassen und verarbeiten zu können. Ich sehe in diesem Konzept eigentlich nur Vorzüge. Während des Semesters bin ich allerdings nicht wie viele andere Dualstudierende einen Tag pro Woche im Unternehmen, sodass ich mich vollständig auf das eine oder andere konzentrieren kann – ohne diese blockweise Gestaltung wäre es deutlich stressiger und die Leistungsfähigkeit eingeschränkt.

Ein Studium ohne Praxisverbindung stand für mich nicht zur Diskussion. Zum einen hatte ich schon ein sehr theoretisches Erststudium und mir hätte ein sinnstiftender Arbeitsalltag neben dem Lernen schlicht gefehlt, und zum anderen ergibt sich ab dem 30. Lebensjahr ein sehr reales Finanzierungsproblem, denn obwohl lebenslanges Lernen und berufliche Weiterentwicklung sehr erwünscht sind, gibt es für BAFöG leider eine Altersgrenze. Nicht zuletzt war nach einigen erwerbstätigen Jahren und familiären Entwicklungen eine Rückkehr in günstige WGs oder prekäre Nebenjobs kaum denkbar. Dual zu studieren bedeutet zwar, keine wochenlange Freizeit während der Semesterferien zu haben, aber ein regelmäßiges Gehalt aus einer sozialversicherungspflichtigen Anstellung ist mir viel mehr wert.

Die Böllhoff Produktion GmbH ist sozial engagiert mit einer eigenen Stiftung und Förderprogrammen. Wie wichtig ist es dir, in einem engagierten Unternehmen zu arbeiten?

Da ich mich selbst für Umwelt und Tierwohl einsetze und ehrenamtlich gearbeitet habe, ist mir ethisches Verhalten und die Übernahme sozialer Verantwortung auch bei Unternehmen außerordentlich wichtig. Umso mehr schätze ich es, dass Böllhoff eine umfangreiche Nachhaltigkeitsstrategie mit Umwelt- und Ressourcenschutz, nachhaltiger Lieferkettengestaltung, Investition in die Mitarbeitenden und sozialem Engagement verfolgt. Trotz wachsendem Bewusstsein für Klimakrise und Fachkräftemangel ist das insbesondere hier in der Region noch lange nicht selbstverständlich.

Du hast 2021 ein Deutschlandstipendium bekommen, was bedeutet dir diese Auszeichnung?

Ich hatte zunächst nicht erwartet, dass auch Dualstudierende oder Zweitstudierende gefördert werden, da ich von anderen Stipendien strenge Voraussetzungen und Einschränkungen kenne. Für das Deutschlandstipendium zählen hingegen ausschließlich Leistung und Engagement, sodass keine Ungerechtigkeit bspw. aufgrund von Alter, Biografie oder gewählter Studienform besteht. Ich investiere viel Zeit in mein Studium und bin sehr glücklich und dankbar, dass dieses Engagement durch das Stipendium nun gewürdigt wird. Leistung lohnt sich – das motiviert mich zusätzlich und ich hoffe, es werden zukünftig noch mehr Stifter akquiriert, um Studierende aller Studiengänge unterstützen zu können.

Kontakt

Daniel Ebert
VP S 3 ALUMNI
T +49 (0) 355 69-2420
daniel.ebert(at)b-tu.de
BTU-Präsidentin Prof. Gesine Grande überreichte der Studentin Stefanie Lange am 5. Oktober 2021 feierlich die Urkunde für das Deutschlandstipendium (Foto: BTU, Ralf Schuster)

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