Beteiligung junger Menschen für eine nachhaltige Zukunft in der Lausitz

Wie können junge Menschen aktiv an der Gestaltung nachhaltiger Zukunft mitwirken, wenn ihre Lebensphase von Ungewissheiten geprägt ist und politische Prozesse für sie abstrakt bleiben? Forschende der BTU Cottbus-Senftenberg untersuchen wie junge Menschen die Folgen des Strukturwandels in der Lausitz erleben und welche Beteiligungsformen für sie sinnvoll sind.

Prof. Dr.-Ing. Silke Weidner, Fachgebiet Stadtmanagement an der BTU Cottbus-Senftenberg, geht dieser Frage im Rahmen des EU-geförderten Horizon-Europe-Projekts „Demokratisierung gerechter Nachhaltigkeitsübergänge“ (DUST) nach – und lädt junge Bürger*innen dazu ein, ihr Wissen, ihre Anliegen und ihre Wünsche in die Nachhaltigkeitspolitik einzubringen.

Von Februar 2023 bis Januar 2026 erforschen Prof. Weidner und ihr Team, Tihomir Viderman und Maximiliano Flores, gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partnern wie dem Humanistischen Jugendwerk Cottbus e.V. (HUMAJU) und der Stiftung Wohlfahrtspflege Brandenburg (KiJuBB), wie junge Menschen die Folgen des Strukturwandels in der Lausitz erleben und welche Beteiligungsformen für sie sinnvoll sind. Der Fokus liegt auf Jugendlichen, die vom Kohleausstieg und regionalen Transformationsprozessen besonders betroffen sind, deren Stimmen in politischen Entscheidungen jedoch oft unterrepräsentiert bleiben.

Prof. Weidners Forschung zeigt: Institutionelle Beteiligungsangebote greifen oft zu kurz. Sie orientieren sich an festgelegten räumlichen und zeitlichen Logiken, während junge Menschen inmitten alltäglicher Unsicherheiten, materieller Einschränkungen und instabiler Lebensphasen navigieren. Neue Methoden wie Regional Future Literacy Labs, Fotokonzeptkarten, Comics und experimentelle Visualisierungen ermöglichen es, die Erfahrungen, Hoffnungen und Bedenken der Jugendlichen sichtbar zu machen – und ihre Perspektiven aktiv in politische Prozesse einzubringen.

Die Wissenschaftlerin betont: "Partizipation darf nicht nur ein Werkzeug zur Umsetzung politischer Vorgaben sein. Sie muss jungen Menschen Raum geben, um eigene Strategien, Handlungsfähigkeit und Zukunftsvorstellungen zu entwickeln. Zukunft ist kein statischer Plan, sondern ein Terrain, das gemeinsam gestaltet, hinterfragt und neu gedacht werden kann."

Weitere Ergebnisse des DUST-Projekts werden in der Ausstellung "Regional Futures" auf dem BTU-Campus präsentiert. Die Ausstellung zeigt Illustrationen, die mögliche Zukunftsszenarien darstellen, wie sie von den Teilnehmenden der Regional Future Literacy Labs (RFLLs) in den vier Fallstudienregionen des DUST-Projekts entwickelt wurden. Neben der Lausitz zählen dazu Norrbotten (Schweden), Kattowitz in Schlesien (Polen) und Stara Zagora (Bulgarien). Die visuellen Darstellungen verdeutlichen die vielfältigen Ebenen der einzelnen Regionen sowie die Geschichten und Perspektiven, die von den Teilnehmenden der RFLLs eingebracht wurden. Die Ausstellung ist vom 3. Februar 2026 bis 12. März 2026 im Foyer des Zentralen Hörsaalgebäudes zu sehen.

Kontakt

Prof. Dr.-Ing. Silke Weidner
Stadtmanagement
T +49 (0) 355 69-3351
weidner(at)b-tu.de

Kristin Ebert
Kommunikation und Marketing
T +49 (0) 355 69-2115
kristin.ebert(at)b-tu.de
Wie Jugendliche, die vom Kohleausstieg und regionalen Transformationsprozessen besonders betroffen sind, die Folgen des Strukturwandels in der Lausitz erleben und welche Beteiligungsformen für sie sinnvoll sind, untersuchen Wissenschaftler*innen im Projekt DUST. (Foto: irtual Art Studio – stock.adobe.com)