Derzeit laufende Projekte

Die folgenden Forschungsvorhaben werden aktuell von Frau Prof. Dr.-Ing. Weidner als Projektleiterin an der BTU Cottbus betreut:

ZeStuR - Zentrum für Strukturwandel und Regionalentwicklung | 11/2025 - 10/2030

Cluster 4 – Gestaltete Lebenswelten

Fakultät 6 - Stadtmanagement, Stadtplanung, Regionalplanung, Urban Studies

ZeStuR verfolgt den Ansatz, die sichtbare Diskrepanz zwischen den politischen Versprechen des Strukturwandels und der in Teilen der Bevölkerung spürbaren Transformationsmüdigkeit in der Lausitz umfassend zu erforschen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Transformation so gestaltet werden kann, dass sie nicht nur wirtschaftlich erfolgreich, sondern auch gesellschaftlich akzeptiert und getragen wird. Durch interdisziplinäre Zusammenarbeit und transdisziplinäre Ko-Kreation sollen neue Perspektiven, Strategien und Handlungsmöglichkeiten für eine nachhaltige und sozial verträgliche Regionalentwicklung entstehen, die langfristig zur Stärkung demokratischer Strukturen und zur Attraktivität der Lausitz als Zukunftsregion beitragen. Das Projekt wird vom Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt von November 2025 bis Oktober 2030 gefördert.

ZeStuR verbindet verschiedene Disziplinen der Fakultäten 4, 5 und 6 der BTU Cottbus - Senftenberg in fünf thematischen Clustern. Zentral verbindend wirkt dabei das Querschnittsprojekt: Es bündelt die in den Clustern gewonnenen Erkenntnisse. Durch diese übergreifende Analyse entsteht ein gemeinsamer theoretischer und methodischer Rahmen, der die interdisziplinäre Zusammenarbeit stärkt und sicherstellt, dass die Ergebnisse der Verbundforschung kohärent zusammengeführt werden.

Ziel des Cluster 4 ist es, die räumliche Entwicklung von Dörfern, Städten und Regionen im Zuge des lokalen Transformationsprozess zu untersuchen. Von besonderem Forschungsinteresse ist dabei die regionale Governance in der Lausitz, also die wechselseitige Interaktion von verschiedenen individuellen und kollektiven Akteuren und ihrer Netzwerke.

Im Cluster werden regionale Identitäten, Zugehörigkeiten und planerische Leitbilder als Teil fortlaufender Gestaltungsprozesse untersucht, die räumliche Entwicklungen in der Lausitz prägen – von informellen Zukunftsnarrativen bis hin zu formellen raumordnerischen Ansätzen. Im Zentrum der Forschung steht die Frage: Welche Beiträge können Raum- und Stadtplanung mit ihrem Instrumentarium zum konstruktiven Umgang mit kollektiven Zugehörigkeiten in Transformationsregionen leisten, auch im Spannungsfeld mit Transformationsskepsis?
Dabei soll untersucht werden, wie unterschiedliche Akteurskonstellationen und teils widersprüchliche Steuerungsmodi zwischen Bottom-up-Engagement und Top-down-Politik zusammenwirken und welche Macht- und Ressourcenungleichheiten diesen Transformationsprozess bestimmen.

Um die clusterübergreifenden Ergebnisse nach außen zu vermitteln, wird eine ko-kreative Transferplattform aufgebaut, die als institutionalisierte Schnittstelle zwischen Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung fungiert. Hierbei wird nicht auf eine einseitige Wissensvermittlung gesetzt, sondern auf Ko-Kreation, gemeinsame Forschung auf Augenhöhe wodurch ein wechselseitiger Transfer entstehen soll. Das bereits etablierte Stadtlabor COCO - Commoning Cottbus, welches seit Ende 2024 vom Fachgebiet Stadtmanagement initiiert wurde, soll dabei genutzt werden, um prozessbegleitend einen Raum für Reflexion zu bieten und zugleich als Politik- und Gesellschaftsberatung zu dienen.

Das (im Ausbau befindliche) Team von Cluster 4:

Silke Weidner, Ludger Gailing, Nina Gribat, Julia Binder
Sinah Hackenberg, Hendrik Weiner

Education in Living Labs: Participatory Skills for Sustainable Urban Governance (PS-U-GO) | 01/2024 – 12/2026

Das Erasmus+-Projekt PSUGO bringt Partner aus mehreren europäischen Ländern zusammen, um die Methodologie Urbaner Reallabore (Urban Living Labs) als Lernorte für nachhaltige urbane Governance weiterzuentwickeln. In Cottbus, Neapel, Nicosia und Petralia Sottana (Palermo) entstehen lokale Reallabore, in denen neue Formen des Austauschs zwischen Hochschule und Stadtgesellschaft in enger Verbindung mit dem Alltagsleben und den Erfahrungen der Menschen vor Ort entwickelt und erprobt werden. Das Projekt fördert partizipative und soziale Kompetenzen, die für eine zukunftsfähige Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Stadtverwaltung, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Stadtbewohner:innen erforderlich sind.

In Cottbus wird das Reallabor COCO – Commoning Cottbus aufgebaut. Seit Januar 2024 entstehen hier gemeinsam mit Studierenden Formate der Co-Kreation, in denen urbane Herausforderungen lokal, kreativ und inklusiv bearbeitet werden. COCO wird durch interdisziplinäre Lehrveranstaltungen getragen und versteht sich als Ort des gemeinsamen Lernens durch öffentliche Beteiligung. Das Reallabor im Rahmen von PSUGO versteht sich nicht nur als Bildungsort, sondern auch als Katalysator für gesellschaftlichen Wandel. Ein wachsendes Netzwerk lokaler Akteur:innen wird aktiviert, und neue Allianzen für eine gerechtere und nachhaltigere Stadtentwicklung entstehen. Öffentliche Veranstaltungen, partizipative Workshops, spielerische Ansätze und kreative Formate schaffen Raum für kollektives Lernen, Austausch und experimentelles Arbeiten zu vielfältigen urbanen Themen.

Neben der praktischen Umsetzung vor Ort zielt PSUGO auch auf die Entwicklung eines gemeinsamen pädagogischen Rahmens. Im Austausch zwischen den europäischen Partnern entsteht eine Methodensammlung für verankerndes Lernen im urbanen Alltag – entwickelt und erprobt in den Reallaboren der vier Partnerstädte. Eine digitale Sammlung von Handbüchern, Co-Creation-Guides sowie Online-Trainings und internationale Workshops begleiten diesen Prozess und stärken die europaweite Zusammenarbeit in Forschung und Lehre zur nachhaltigen Stadtgestaltung.

Mehr Informationen zum Projekt: www.psugo.eu