Wie Doha, Dubai & Ras al-Khaimah zu globalen Bildungs-Hubs werden

Von der Wüste ins globale Wissenszentrum: Der BTU-Wissenschaftler Dr. Tim Rottleb zeigt in seiner Dissertation, wie transnationale Hochschulen Städte transformieren sollen.

Wie werden Städte der arabischen Golfregion mithilfe von Auslandscampussen internationaler Universitäten zu "Wissensökonomien": die Regierungen von Doha, Dubai, und Ras al-Khaimah nutzen gezielt sogenannte Transnational Education Zones (TEZ), um westliche Universitäten anzuziehen. Diese Zonen werben mit idealer Infrastruktur, niedrigen administrativen Hürden und einem internationalen akademischen Umfeld. Universitäten sollen von günstigen Baugrundstücken, Studierendenströmen aus aller Welt und einem globalen Lebensstil profitieren, während die Städte hochqualifizierte Fachkräfte, Innovationen und internationale Sichtbarkeit gewinnen möchten.

"Die Städte sollen zu globalen Bildungs-Hubs werden, indem sie gezielt weltweite Ströme von Wissen, Kapital und Talenten umlenken", sagt Dr. Rottleb. Doch die Ergebnisse dieser Strategie fallen sehr unterschiedlich aus. "Tatsächlich verstärken die an Auslandscampussen erworbenen ausländischen Abschlüsse oft bestehende Ungleichheiten zwischen den Bevölkerungsgruppen in der Golfregion", so Rottleb. "Auch gelingt es den Zonen zwar, durch marktwirtschaftliche Anreize internationale Universitäten anzulocken, doch diese beschränken sich meist auf lukrative, leicht exportierbare Studienprogramme und Forschung vor Ort findet kaum statt." Seine Forschung zeigt, dass diese TEZ nicht nur physische Räume sind, sondern strategisch inszenierte Ausnahmeräume, in denen wirtschaftliche Diversifizierung, der Druck zur globalen Wettbewerbsfähigkeit und die Erwartungen an eine Wissensökonomie zusammenfließen.

Internationale Anerkennung

Die Arbeit "Building the Knowledge Economy, Transforming Cities? Transnational Education Zones as a Multi-Scalar Development Strategy in the Arab Gulf Region" von Dr. Tim Rottleb wurde am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung erarbeitet, an der Humboldt-Universität zu Berlin verteidigt, und mit Summa cum Laude bewertet.

Die Dissertation wurde 2024 in der Buchreihe Politik und Gesellschaft des Nahen Ostens bei Springer VS veröffentlicht und erhielt den Preis der Deutschen Arbeitsgemeinschaft Vorderer Orient (DAVO) für die beste deutsch- oder englischsprachige Dissertation im Bereich der gegenwartsbezogenen Forschung zum Nahen und Mittleren Osten. 2025 wurde sie außerdem mit dem Peter-Meusburger-Promotionspreis für herausragende Dissertationen im Themenfeld von "Geography and Knowledge" ausgezeichnet.

Über den Autor

Seit Januar 2025 forscht der Wirtschaftsgeograph Dr. Rottleb als Postdoc an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg im Bereich VWL Makroökonomik. Seit Februar 2026 leitet er die Projektforschungsgruppe "Vitalisierung regionaler Innovationssysteme in peripheren Räumen" im Zentrum für Strukturwandel und Regionalentwicklung (ZeStuR) und koordiniert das DFG-Netzwerk "Geographies of Economic Ideation and Spatial Transformation".

Seine Forschungsschwerpunkte umfassen das Zusammenspiel von regionaler Entwicklung und Globalisierung, Wissensökonomie und ökonomische Transformationsprozesse.

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Dr. phil. Tim Rottleb
VWL; insbesondere Makroökonomik
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German University of Technology in Oman (GUtech), Auslandscampus der RWTH Aachen in Maskat (Foto: Tim Rottleb)