Industrielle Dekarbonisierung als Brücke zwischen der Lausitz und Australien

Eine australische Expertendelegation besucht die BTU Cottbus-Senftenberg: Internationale Spitzenvertreter*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Klimapolitik informieren sich an der Universität über die Transformation energieintensiver Industrien

Führende Vertreterinnen und Vertreter aus Industrie, Wissenschaft, Finanzwirtschaft und Politik Australiens informieren sich an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) am Standort Cottbus über innovative Lösungen zur Dekarbonisierung energieintensiver Industrien. Im Mittelpunkt steht die Forschung zu Elektrifizierung, Hochtemperatur-Wärmepumpen, Energieeffizienz, Wasserstoffwirtschaft sowie der Aufbau klimaneutraler Wertschöpfungsketten für Produkte wie grünes Eisen und Ammoniak sowie Methanol.

Der Besuch findet im Rahmen der Deutsch-Australischen Energie- und Klimapartnerschaft, mit Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) statt und unterstreicht die wachsende internationale Bedeutung der Lausitz als Modellregion für die klimaneutrale Transformation von Industrie und Energiesystemen. BTU-Präsidentin Prof. Dr. Gesine Grande eröffnet die Veranstaltung gemeinsam mit Partnern des Clusters Dekarbonisierung der Industrie (CDI), einem Verbund aus BTU, dem Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie (IEG), dem Institut für CO₂-arme Industrieprozesse des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sowie dem Kompetenzzentrum Klimaschutz in energieintensiven Industrien (KEI).

Lausitz als Reallabor der industriellen Transformation

Im Rahmen eines Fachdialogs stellen Forschende und Institutionen aus der Lausitz aktuelle Entwicklungen in den Bereichen industrielle Transformation, Energieinfrastruktur, Klimaschutzpolitik und Power-to-X-Technologien vor. 

BTU-Wissenschaftlerin Prof. Dr. Roh Pin Lee präsentiert dabei einen multidimensionalen STEEP-Ansatz zur industriellen Transformation in Deutschland. Weitere Beiträge befassen sich mit integrierten Energiesystemen, Hochtemperatur-Wärmepumpen für schwer zu dekarbonisierende Industrien sowie politischen Rahmenbedingungen für die klimaneutrale Industrie der Zukunft.

Neue Partnerschaften für klimaneutrale Wertschöpfungsketten

Ein besonderes Interesse der australischen Gäste gilt den Perspektiven für deutsch-australische Kooperationen entlang neuer klimaneutraler Lieferketten. Australien verfügt über ausgezeichnete Voraussetzungen für die Produktion von grünem Wasserstoff, grünem Eisen und grünem Ammoniak und könnte künftig eine wichtige Rolle als Lieferant klimaneutraler Rohstoffe für Deutschland und Europa übernehmen.

Zu den Delegationsteilnehmenden zählen unter anderem Vertreter  der Energy Efficiency Group, des Australian Hydrogen Council, der Australian National University (ANU), der University of New South Wales (UNSW), der Mission Possible Partnership, der Australian Industry Group, des Climateworks Centre sowie des Bergbau- und Technologiekonzerns Fortescue.

Mit Blick auf die globale Klimapolitik

Der Besuch erfolgt vor dem Hintergrund zunehmender internationaler Klimaschutzanstrengungen und mit Blick auf die UN-Klimakonferenz COP31, die Ende des Jahres in Antalya, Türkei, stattfinden wird. Australien übernimmt dabei eine zentrale Rolle in den internationalen Verhandlungen zur Beschleunigung der globalen Energiewende und industriellen Transformation.

Praxisbeispiel für klimafreundliche Industrieprozesse

Den Abschluss des Besuchs bildet eine Besichtigung der DLR-Pilotanlage “CoBra” in Cottbus. Die Demonstrationsplattform für Hochtemperatur-Wärmepumpen erzeugt Prozesswärme von bis zu 300 Grad Celsius und gilt als wegweisende Technologie für die Dekarbonisierung energieintensiver Industrieprozesse.

Mit dem Besuch der australischen Delegation stärkt die BTU ihre internationale Vernetzung und positioniert die Lausitz als bedeutenden Innovationsstandort für die klimaneutrale Industrie von morgen.

Kontakt

Kristin Ebert
Kommunikation und Marketing
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Wissenstransfer zwischen Lausitz und Australien beschleunigt die industrielle Dekarbonisierung. (Foto: BTU / Ralf Schuster)