Neues DFG-Netzwerk GEIST: BTU erforscht die Rolle von Zukunftsbildern im Strukturwandel

Die Lausitz wird zum internationalen Forschungsraum für Strukturwandel: Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) koordiniert gemeinsam mit der Universität Luxemburg das neue, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Forschungsnetzwerk "Geographies of Economic Ideation and Spatial Transformation (GEIST)".

Forschende aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und Norwegen untersuchen, wie Zukunftsvorstellungen wirtschaftliche Entwicklungen und regionale Transformationsprozesse prägen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Ideen, Leitbilder und gesellschaftliche Erwartungen wirtschaftlichen Wandel beeinflussen – neben klassischen Faktoren wie Infrastruktur, Investitionen oder Arbeitsmärkten. Damit rückt das Netzwerk die Rolle von Zukunftsbildern als aktiven Treiber regionaler Entwicklung in den Fokus.

Lausitz und Minette als Referenzräume des Wandels

Die Lausitz dient dabei als zentraler Beispielraum für den Strukturwandel in Europa. Als Region im tiefgreifenden wirtschaftlichen Umbruch ermöglicht sie konkrete Einblicke in das Zusammenspiel von politischen Strategien, gesellschaftlichen Erwartungen und wirtschaftlicher Neuausrichtung. Ergänzend wird die Region Minette im Südwesten Luxemburgs betrachtet, die einen vergleichbaren Transformationsprozess durchlaufen hat. Auch weitere internationale Vergleiche sollen helfen, Muster und Unterschiede von Strukturwandel besser zu verstehen.

“In der Lausitz zeigt sich exemplarisch, wie stark Zukunftsbilder und gesellschaftliche Erwartungen wirtschaftliche Entwicklungspfade prägen”, erklärt der BTU-Wissenschaftler und Antragsteller Dr. Tim Rottleb, der das Netzwerk gemeinsam mit Dr. Nicklas Riekötter von der Universität Luxemburg koordiniert. “Solche Vorstellungen beeinflussen politische Entscheidungen, Investitionen und regionale Strategien ganz konkret.”

Internationale Zusammenarbeit und Forschungsziele

Im Netzwerk arbeiten 18 Wissenschaftler*innen aus 13 Institutionen zusammen. In fünf Workshops entwickeln sie gemeinsame theoretische und methodische Ansätze, um die Wirkung von Ideen auf wirtschaftliche und räumliche Transformationen besser zu analysieren. Die Treffen finden unter anderem in Cottbus und in Esch an der Alzette (Minette) statt.

Ziel ist es, neue Perspektiven auf Transformationsprozesse zu entwickeln, die internationale Zusammenarbeit in der wirtschaftsgeographischen Transformationsforschung zu stärken und langfristig gemeinsame Publikationen und Folgeprojekte aufzubauen.

Über das Netzwerk

Das DFG-geförderte Netzwerk GEIST läuft von 2026 bis 2028. Es vereint 18 Forschende aus Deutschland, Österreich, Luxemburg und Norwegen und wird von der BTU Cottbus-Senftenberg und der Universität Luxemburg koordiniert.

Kurzinfo

Name: GEIST – Geographies of Economic Ideation and Spatial Transformation
Laufzeit: 2026–2028
Förderung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)
Beteiligte: 18 Forschende aus 13 Institutionen in vier Ländern
Finanzierung: 84.000 Euro

Kontakt

Dr. phil. Tim Rottleb
VWL; insbesondere Makroökonomik
T +49 (0) 355 69-3967
Tim.Rottleb(at)b-tu.de

Kristin Ebert
Kommunikation und Marketing
T +49 (0) 355 69-2115
kristin.ebert(at)b-tu.de
Die Lausitz ist zentraler Anker des neuen DFG-Netzwerks GEIST. Die Region dient als Beispiel für tiefgreifenden wirtschaftlichen und räumlichen Strukturwandel in Europa und darüber hinaus. (Foto: H&C – stock.adobe.com)