Neue Musik, neue Perspektiven: Anikas Semester in Schweden

Für BTU-Studentin Anika führte das Auslandssemester nach Schweden. An der Musikhögskolan Ingesund sammelte sie neue musikalische Erfahrungen und wuchs dabei persönlich und beruflich. Im Interview erzählt sie von ihrem Aufenthalt, besonderen Momenten und ihren Erfahrungen mit dem schwedischen Studienalltag.

Warum hast du dich für ein Auslandssemester entschieden und was hast du in Schweden studiert?

Ich studiere Instrumental- und Gesangspädagogik am Campus Cottbus-Sachsendorf, genauer gesagt Gesangspädagogik Popularmusik (Jazz/Rock/Pop) mit dem Nebenfach Klavier. In Schweden hatte ich die Möglichkeit, als Nebenfach Folkmusik mit Schwerpunkt Geige zu belegen – ein Angebot, das es an der BTU so nicht gibt. Das hat mich sofort begeistert.

An welcher Hochschule hast du studiert und wie bist du auf diese Möglichkeit aufmerksam geworden?

Ich habe vom 16. Januar bis zum 7. Juni an der Musikhögskolan Ingesund in der schwedischen Kleinstadt Arvika studiert. Da mein Studiengang sehr klein und spezialisiert ist, gibt es nur wenige Möglichkeiten für ein Auslandssemester. Die Kooperation zwischen der BTU und Ingesund ist noch ganz neu. 2024 waren einige Dozierende aus Ingesund in Cottbus zu Besuch. Dabei habe ich von der Möglichkeit erfahren und mich Anfang 2025 beworben. Dass die Hochschule Teil des EUNICE-Netzwerks ist, wusste ich damals noch gar nicht.

Was hat dir an deinem Auslandssemester besonders gut gefallen?

Es gab viele Dinge, die ich sehr geschätzt habe. Die Lehrveranstaltungen konnten größtenteils auf Englisch besucht werden und Schwedisch ist für Deutsche überraschend leicht zu lernen, wenn man sich darauf einlassen möchte.

Außerdem ist Schweden ein wunderschönes Land mit viel Natur und Ruhe – perfekt für alle, die das mögen. Besonders beeindruckt haben mich die Dozierenden. Sie waren sehr unterstützend und die Lehre hatte ein hohes Niveau. Da ich an einer kleinen Hochschule und in einem kleinen Studiengang studiert habe, war die Atmosphäre sehr persönlich. Der Umgang zwischen Lehrenden und Studierenden war auf Augenhöhe, wertschätzend und in meinem Fall sogar fast familiär.
Auch kulturell fiel die Eingewöhnung leicht. Natürlich gibt es Unterschiede zwischen Deutschland und Schweden, aber sie sind nicht so groß, dass man einen Kulturschock erlebt. Man trifft dort immer wieder auf deutsche Auswanderinnen und Auswanderer und viele Schwedinnen und Schweden haben sogar ein wenig Deutsch in der Schule gelernt.

Gab es auch Herausforderungen?

Ja, natürlich. Gerade die langen Winter mit viel Dunkelheit können für manche Menschen belastend sein. Umgekehrt ist es im Sommer sehr lange hell, was den Schlafrhythmus beeinflussen kann.
Je nach Ort kann auch das Kultur- und Sozialleben etwas ruhiger sein. Viele Schweden leben eher zurückgezogen, besonders außerhalb des Sommers. Das kann dazu führen, dass man sich manchmal einsam fühlt – das hängt aber auch stark von der eigenen Persönlichkeit ab.
Und ein kleiner Tipp für alle Brotliebhaberinnen und Brotliebhaber: Wer gutes Brot möchte, muss oft selbst backen.

Würdest du dich noch einmal für ein Auslandssemester in Schweden entscheiden?

Auf jeden Fall. Diese Zeit war für mich unglaublich wichtig und prägend. Ich bin sowohl persönlich als auch beruflich – insbesondere als Musikerin – sehr gewachsen.

Welchen Rat würdest du anderen BTU-Studierenden geben, die über ein Auslandssemester nachdenken?

Ich kann ein Auslandsstudium auf jeden Fall empfehlen. Es ist eine wertvolle Erfahrung, die weit über das Studium hinausgeht. Wichtig ist, offen, neugierig und anpassungsfähig zu sein – oder sich selbst gut zu kennen und zu wissen, welche Ziele und Bedürfnisse man hat. Dann kann man gezielt nach einem passenden Land, einer passenden Hochschule und einem passenden Studienprogramm suchen.
Außerdem sollte man bereit sein, sich auch persönlich weiterzuentwickeln. Ein Auslandsaufenthalt bietet die Chance, das eigene Land und die eigene Herkunft aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Gleichzeitig lernst du, dich in einer fremden Sprache und einem neuen Umfeld zurechtzufinden. Genau diese Erfahrungen machen ein Auslandssemester so besonders.

Mehr zu Anikas Auslandssemester gibt es hier im Video: Ein ERASMUS+ Semester in Schweden 

Kontakt

Josefine Kahle
Kommunikation und Marketing
T +49 (0) 355 69-2215
josefine.kahle(at)b-tu.de
Anika studiert Gesangspädagogik Popularmusik (Jazz/Rock/Pop) mit dem Nebenfach Klavier. In Schweden konnte sie zusätzlich Folkmusik mit dem Schwerpunkt Geige belege. Foto: BTU
Anika bei einer Bandprobe. Foto: BTU
Im Seminar Gehörbildung. Der Umgang zwischen Lehrenden und Studierenden sei auf Augenhöhe und teilweise sogar fast familiär gewesen, berichtet Anika. Foto: BTU
Für BTU-Studentin Anika führte das Auslandssemester nach Schweden in die Kleinstadt Arvika. An der Musikhögskolan Ingesund sammelte sie neue musikalische und persönliche Erfahrungen. Foto: BTU