Neuer Forschungscampus in Cottbus: BTU gewinnt starke außeruniversitäre Partner für Forschung und Transfer

Drei Forschungsorganisationen, fünf Institute, ein Standort: Am Donnerstag, 1. Oktober 2026, erfolgte am Nordring in Cottbus der Spatenstich für einen neuen Forschungscampus.

Ministerpräsident Dr. Dietmar Woidke, die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesforschungsministerium Dr. Silke Launert und Wissenschaftsministerin Dr. Manja Schüle übergaben Förderbescheide an das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Fraunhofer-Gesellschaft und die Leibniz-Gemeinschaft.

Starke Partner für die BTU: Forschung und Transfer aus einer Hand

Für die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) gewinnt Cottbus mit dem Campus leistungsstarke Partner aus drei der bedeutendsten Forschungsorganisationen Deutschlands: das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), die Fraunhofer-Gesellschaft und die Leibniz-Gemeinschaft. Gemeinsame Professuren, Forschungsprojekte und die Zusammenarbeit in Lehre und Transfer bestehen bereits heute und werden mit dem neuen Campus ausgebaut.

Am Forschungscampus siedeln sich das DLR-Institut für CO₂-arme Industrieprozesse, das DLR-Institut für Elektrifizierte Luftfahrtantriebe, die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG, das Fraunhofer-Institut für Photonische Mikrosysteme IPMS sowie das Leibniz-Institut für innovative Mikroelektronik (IHP) an. Das Themenspektrum reicht von klimaneutraler Industrie über elektrisches Fliegen und Geoenergie bis zu Mikroelektronik und Sensorik. Damit decken die Institute zentrale Profillinien der BTU ab: Globaler Wandel und Transformationsprozesse, Energiewende und Dekarbonisierung, Gesundheit und Life Sciences sowie Künstliche Intelligenz und Sensorik.

Die Passung ist kein Zufall. Zahlreiche Wissenschaftler*innen der Institute lehren zugleich an der BTU: Prof. Harald Schenk vom Fraunhofer IPMS hat die Professur für Mikro- und Nanosysteme, Prof. Gerhard Kahmen vom Leibniz-Institut IHP das Fachgebiet Halbleitertechnologie, Prof. Mario Ragwitz vom Fraunhofer IEG das Fachgebiet Integrierte Energieinfrastrukturen.

Prof. Dr. Gesine Grande, Präsidentin der BTU, sagt: „Mit dem Forschungscampus entstehen nachhaltige Strukturen für die enge Kooperation zwischen der BTU und den außeruniversitären Einrichtungen. Schon heute beteiligen wir uns an gemeinsamen Verbundvorhaben in den Profillinien Energiewende und Dekarbonisierung sowie Künstliche Intelligenz und Sensorik. Wir wollen Cottbus zu einen international sichtbaren Wissenschaftsstandort entwickeln, der zum Erfolg der regionalen Transformation beiträgt.“

Personalie mit Symbolwert

Wie eng Universität und außeruniversitäre Forschung verbunden sind, zeigt eine Wahl von vergangener Woche. Der Akademische Senat der BTU wählte am 24. September Prof. Dr. Uwe Riedel zum Vizepräsidenten für Forschung und Transfer. Riedel war zuletzt Professor an der BTU und Direktor des DLR-Instituts für CO₂-arme Industrieprozesse in Cottbus und Zittau, also einer der Einrichtungen, die jetzt am Nordring bauen. Grande wurde Mitte September für eine zweite Amtszeit bestätigt.

Prof. Dr. Uwe Riedel, designierter Vizepräsident für Forschung und Transfer der BTU: „Ich habe beide Seiten aus eigener Erfahrung kennengelernt: die universitäre Grundlagenforschung und die anwendungsorientierte Forschung in einem außeruniversitären Institut. Ihre Stärke entfaltet sich, wenn beide gemeinsam Ideen entwickeln und bis in die Unternehmen tragen. Forschung, Transfer und gemeinsame Entwicklung gehören zusammen. Auf diesem Campus können wir diese Kette mit unseren Partnern konsequent weiterentwickeln und schließen.“

Zukunft Wissenschaft

Politisch steht das Vorhaben unter einem Versprechen: Strukturwandelmittel sollen in der Lausitz dauerhaft wirken. Alle bauenden Einrichtungen gehören dem Lausitz Science Network an, das inzwischen 15 Wissenschaftseinrichtungen in der Niederlausitz umfasst. Der Campus ist ein sichtbarer Baustein der wachsenden Wissenschafts- und Innovationslandschaft, die auch den Lausitz Science Park (LSP) in Campusnähe trägt. Die BTU entwickelt den wissenschaftsgetriebenen Technologiestandort gemeinsam mit der Stadt Cottbus und der WISTA, die auch den Technologiepark Adlershof betreibt.

Für die Studierenden, von denen gerade mehr als 2.000 neue ins Studienjahr 2026/27 gestartet sind, wird der Campus zum greifbaren Teil dieser Entwicklung: Er entsteht vor ihren Augen und wird später zu Lernort, Forschungsumfeld und Arbeitsplatz. Am Donnerstag begann er mit einem Spaten, einem gemeinsamen Foto und einem Get-together.

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Claudia Illi
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Spatenstich für den Forschungscampus Cottbus: Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wissenschaft und Forschungsorganisationen am Nordring. (Foto: BTU / Ralf Schuster)