Mittwoch, 5.12.2018: Oliver Steinbock Willy Gehler (1876–1953) – Karrieren eines Bauingenieurs 

Oliver Steinbock (1987) studierte Bauingenieurwesen an der HS Coburg und an der TU Dresden. Er war als Tragwerksplaner und Werkstudent in verschiedenen Ingenieurbüros tätig, seit 2014 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Massivbau der TU Dresden, wo er sich u.a. mit der Bearbeitung verschiedener Forschungsprojekte im Bereich der Nachrechnung von Brücken und vorgespanntem Carbonbeton. Darüber hinaus forscht er auf dem Gebiet der Bautechnikgeschichte im Projekt Willy Gehler (1876-1953) – Spitzenforschung, politische Selbstmobilisierung und historische Rezeption eines bedeutenden Bauingenieurs und Hochschullehrers im „Jahrhundert der Extreme“. Seit 2018 ist er zudem als Tragwerksplaner im Büro Curbach Bösche in Dresden tätig.

In Seinem Vortrag wird er über den ehemaligen Bauingenieur und Professor an der Technischen Hochschule Dresden (heute TU Dresden) Willy Gehler berichten, der vier Epochen wechselhafter deutscher Geschichte durchlebte und als ein Wegbereiter und Vordenker des heute allgegenwärtigen Baustoffs Stahlbeton gilt. Nach seinem Studium und einem Berufsstart im Staatsdienst wechselte Gehler bald in die freie Wirtschaft zur damals aufstrebenden Eisenbetonbaufirma Dyckerhoff & Widmann. Schnell wurde er Niederlassungsleiter des Dresdner Büros und zeichnete sowohl für die konstruktive Durchbildung der Querbahnsteighalle des Hauptbahnhofes Leipzig als auch für Jahrhunderthalle in Breslau verantwortlich, beides für die damalige Zeit außergewöhnliche und herausfordernde Stahlbetonbauwerke. 1913/1914 wurde Gehler Professor an der TH Dresden und leitete dort ab 1918 das Versuchs- und Materialprüfungsamt, welches sich als führende Institution bei der Stahlbetonentwicklung etablierte. 1933 trat Gehler der NSDAP bei und führte kriegsrelevante Forschungen durch; nach dem 2. Weltkrieg wiederum arrangierte er sich mit den neuen politischen Kräften in der sowjetischen Besatzungszone. Gehlers stetige Anpassung an das politische Umfeld zusammen mit seiner fachlichen Expertise machen ihn für die Forschung besonders interessant. Der Vortrag zeichnet Gehlers Wirken und etwaige politische Verstrickungen nach und präsentiert Ergebnisse aktueller Forschungen an der TU Dresden im Rahmen eines Projekts zwischen dem Lehrstuhl für Technikgeschichte und dem Institut für Massivbau.

Im Rahmen des Vortrages wird eine studentische Ausstellung eröffnet, die im Zusammenhang mit Arbeiten zu Willy Gehler an der TU Dresden konzipiert und dort bereits gezeigt wurde.

Mehr über Oliver Steinbock: tu-dresden.de/bu/bauingenieurwesen/imb/das-institut/beschaeftigte/osteinbock


Mittwoch, 28.11.2018: Ute Adamczewski

Ute Adamczewski, geboren 1967 lebt in Berlin. Sie hat in Paris und Berlin Architektur studiert. Seit ihrem Diplom arbeitet sie als Videokünstlerin und Filmemacherin. Ihre Installationen wurden u.a. auf der Architekturbiennale in Venedig, auf der Shanghai Biennale und in der Pinakothek der Moderne in München gezeigt. Die Videoinstallationen Neue Ordnung/New Order (2013) und La Ville radieuse Chinoise/The Chinese radiant City (2015) hatten in den KW-Institute for Contemporary Art Berlin ihre Premiere. Im Rahmen des DerDieDas-Abends wird Ute Adamczewski nach einer Einführung ihren Film La Ville Radieuse Chinoise zeigen und sich im Anschluss der Diskussion mit den Gästen stellen.

La Ville Radieuse Chinoise

Videoinstallation, 33 Min, 2015 

Die Videoinstallation La Ville Radieuse Chinoise zeigt die chinesische Stadt der Gegenwart als Realisierung einer Utopie. Sie behauptet formale Ähnlichkeiten zwischen einem radikalen städtebaulichen Konzept der europäischen Moderne (der Ville Radieuse von Le Corbusier) und der postmodernen chinesischen Realität von heute. Durch einen horizontalen Splitscreen wird die Stadt als ein komplexes Gefüge gezeigt; in einem fiktiven Dialog sprechen Le Corbusier und China über die Verwirklichung der Moderne.  

Mehr über Ute Adamczewski: www.uteadamczewski.net


Mittwoch, 14.11.2018: Netzwerk Architekturwissenschaft / ID+Lab

Das Netzwerk Architekturwissenschaft hat sich zum Ziel gesetzt, die Reflexion über Architektur in den unterschiedlichen Disziplinen sowie deren Forschungspraktiken und -methoden am Gegenstand der Architektur in einen Dialog zu bringen, um einer verbindenden Architekturwissenschaft den Boden zu bereiten. Den gemeinsamen Bezugspunkt der Auseinandersetzung bildet die Architektur im umfassenden Sinne: Architektur, verstanden als künstlerisch-materielle Manifestation wie als gestaltete Umwelt, einschließlich ihrer Entstehungs-, Nutzungs- und Aneignungsprozesse sowie der damit verbundenen Theorienbildung, Darstellungen und Vermittlungsformen.

Das ID+Lab erforscht die Strukturen interdisziplinärer Zusammenarbeit, um sie besser zu verstehen, zu veranschaulichen und zu erproben. Das hierfür entwickelte ID+Modell erlaubt einen neuartigen, detaillierten Blick auf diese Strukturen. Die Anwendung dieses Modells auf kollaborative Situationen befähigt die Modellierenden, auf Grundlage der Analyse von Akteuren und deren Beziehungen untereinander, strukturelle Besonderheiten und Defizite zu erkennen, aber auch Potentiale zu nutzen und zu erhöhen. Das ID+Modell ermöglicht so eine neue Art der Gestaltung interdisziplinärer Projekte.

In der Veranstaltung wird die Kooperation von Netzwerk Architekturwissenschaft und ID+Lab präsentiert. Über die Analyse, Modellierung und Visualisierung der 8jährigen Geschichte des Netzwerks Architekturwissenschaft   wird dabei ein detaillierter Blick auf Akteure einer Architekturwissenschaft und ihre Beziehungen zueinander geworfen. Die Ergebnisse werden in einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Mitgliedern des Netzwerks Architekturwissenschaft, des ID+Labs und den Gästen Astrid Schwarz und Eduard Führ diskutiert.

Mehr über das Netzwerk Architekturwissenschaft: www.architekturwissenschaft.net

Mehr über das ID+Lab: www.idpluslab.de


Mittwoch, 27.06.2018: Alexander Schwarz

Prof. Alexander Schwarz, geboren 1967 in Ludwigsburg studierte nach einer Ausbildung zum Violinenbauer Architektur an der ETH Zürich und der Akademie der Bildenden Künste sowie der Universität Stuttgart. Seit 1996 ist er für David Chipperfield Architects tätig, zunächst in London und seit 1998 in Berlin. 2006 wurde er geschäftsführender Direktor, 2011 Partner. Schwarz hatte verschiedene akademische Lehraufträge und Gastprofessuren u.a. in Münster und Weimar inne und ist seit 2015 Professor am Institut für öffentliche Bauten und Entwerfen der Universität Stuttgart.

Mehr über Prof. Alexander Schwarz: www.davidchipperfield.com

Mit seinem Vortrag über das Bauen auf der Berliner Museumsinsel wird er das Querschnittskolloquium Vom Wert des Weiterbauens. Konstruktive Lösungen und kulturgeschichtliche Zusammenhänge des DFG-Graduiertenkollegs 1913 Kulturelle und technische Werte historischer Bauten eröffnen.

Der Vortrag findet diesmal im dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk statt. Beginn ist um 19:00 Uhr. Wie seit den 1990er Jahren Tradition bitten wir alle Lehrenden, ihre Veranstaltungen rechtzeitig zu beenden und die Studierenden auf den Vortrag hinzuweisen.


Mittwoch, 06.06.2018: Hilary Braysmith (lecture in English)

Hilary Braysmith, Ph.D., is designer, director, curator and Professor of Art History at the Art and Design Department of the University of Southern Indiana (USI) in Evansville, Indiana.

Combining presentation, audience group work, and discussion, she will demonstrate how to incorporate both heritage recovery and heritage production into an arts-based revitalization of an inner-city in Indiana, USA, examine social and political challenges arising from the preservation of heritage monuments in the former slave states of the United States, show how contemporary heritage recovery and production can help overcome the social and political challenges accompanying some heritage objects, identify new opportunities for interdisciplinary heritage studies practice, including in disaster areas and consider some curricular directions of practice to prepare graduates to convert challenges into opportunities.


Mittwoch, 30.05.2018: Thomas Burlon

Thomas Burlon studierte an der TU Dresden und der RWTH Aachen und arbeitete zunächst als freier Mitarbeiter in den Büros BeL, zoomarchitekten und Brandlhuber+. Seit 2011 ist er Partner im Büro Brandlhuber+ Ende, Burlon. Seit 2013 betreibt er zudem in projektbezogen wechselnden Partnerschaften das Büro schneideroelsen. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachgebiet Entwerfen und Baukonstruktion der TU Berlin bei Donatella Fioretti. Sein Werk fand umfangreich mit Auszeichnungen Würdigung, darunter eine Anerkennung zum Deutschen Architekturpreis 2011, der BDA-Preis Berlin 2012, der Architekturpreis Berlin 2016 und der Architekturpreis Beton 2017. Zum Vortrag:

Eine bestehende Situation weiterbauen heißt sie den aktuellen gesellschaftlichen Gegebenheiten anzupassen und in ein zukunftsfähiges System zu überführen, ein Aushandeln also von Vergangenheit und Zukunft.

Dieser Prozess findet zwischen unterschiedlichsten Akteuren sowohl der Gegenwart als auch der Vergangenheit statt und führt zu einer – auch zeitlich - geteilten Autorenschaft am Ergebnis. Im Spiel der Fachdisziplinen ist dies allerdings eine schwer zu akzeptierende Erkenntnis, die allzu oft zum Abbruch oder zum Nichtstattfinden von Verhandlungen führt. Im Sinne eines Handlungsprinzips wäre das Weiterbauen jedoch ein gutes Beispiel für Nachhaltigkeit.


Mittwoch, 23.05.2018: Heinz Nagler

Prof. Heinz Nagler studierte Architektur und Kunstgeschichte an der Universität Stuttgart und der University of Virginia in Charlottesville, USA. Er ist Professor für Städtebau und Entwerfen an der BTU Cottbus und führt Planungsbüros in Cottbus und Stuttgart. Mit seinem Vortrag "Weiterbauen - Vom Tradieren urbaner Logiken" wird er die Vortragsreihe "Positionen und Praktiken des Weiterbauens" eröffnen, die wir gemeinsam mit dem DFG-Graduiertenkolleg 1913 "Kulturelle und technische Werte historischer Bauten" als Auftakt zum 3. Querschnittskolloquium "Vom Wert des Weiterbauens. Konstruktive Lösungen und kulturgeschichtliche Zusammenhänge" durchführen.

Mehr über Prof. Heinz Nagler:  www.naglerundpartner.de

Der Vortrag findet diesmal im dkw. Kunstmuseum Dieselkraftwerk statt. Beginn ist um 18:00 Uhr. Wie seit den 1990er Jahren Tradition bitten wir alle Lehrenden, ihre Veranstaltungen rechtzeitig zu beenden und die Studierenden auf den Vortrag hinzuweisen.


Mittwoch, 09.05.2018: FRÖLICHSCHREIBER

FRÖLICHSCHREIBER, Sabrina Schreiber und Henrik Frölich, sind ein junges Büro mit Sitz in Berlin. Die Architektursprache des Büros zeichnet sich durch die präzise räumliche Ausformulierung der gestellten Anforderungen aus, gepaart mit einer hohen entwurflichen und funktionalen Qualität. Dabei stehen die klare Identität, Langlebigkeit und eine Architektur mit einem hohen Wiedererkennungswert stets im Vordergrund.

Mehr über FRÖLICHSCHREIBER: www.froelichschreiber.de

Die Vorträge finden immer mittwochs im Atelier Mies (LG2C/D 1.OG) statt. Beginn ist jeweils um 18:30 Uhr. Wie seit den 1990er Jahren Tradition bitten wir alle Lehrenden, ihre Veranstaltungen rechtzeitig zu beenden und die Studierenden auf den Vortrag hinzuweisen.

Das DERDIEDAS-TeamFG Baukonstruktion und Entwerfen


Mittwoch, 02.05.2018: Thomas Stellmach

Thomas Stellmach Planning and Architecture - TSPA ist ein junges Stadtplanungs- und Architekturbüro aus Berlin, das sich mit Projekten aus den Gebieten Strategische Planung, Stadtentwicklung und Urban Design auseinandersetzt. Das Büro vertritt einen Ansatz der strukturierten Kreativität, der die Kreativität und Inspiration des Teams mit empirischen Analysen und bewährten Best Practice Beispielen vereint.

Mehr über TSPA: www.tspa.eu

Die Vorträge finden immer mittwochs im Atelier Mies (LG2C/D 1.OG) statt. Beginn ist jeweils um 18:30 Uhr. Wie seit den 1990er Jahren Tradition bitten wir alle Lehrenden, ihre Veranstaltungen rechtzeitig zu beenden und die Studierenden auf den Vortrag hinzuweisen.


Mittwoch, 18.04.2018: Studio Kubik

Liebe Freunde der derdiedas-Reihe,


die derdiedas-Reihe startet wieder mit regelmäßigen Terminen, unsere Gäste diese Woche sind am Mittwoch, dem 18.04.2018 ab 18:30 Uhr Ladislaus Braunberg und Jonas Güldenberg vom Studio Kubik aus Berlin. Wir beginnen mit einem sehr jungen Büro, dessen Gesellschafter vom Start in die berufliche Eigenständigkeit als Architekten berichten werden.

Mehr über Studio Kubik: www.studio-kubik.de

Die nächsten Termine sind in Kooperation mit dem College Architektur am 02. Mai Thomas Stellmach und am 09. Mai FrölichSchreiber, beide aus Berlin.

Die Vorträge finden immer mittwochs im Atelier Mies (LG2C/D 1.OG) statt. Beginn ist jeweils um 18:30 Uhr. Wie seit den 1990er Jahren Tradition bitten wir alle Lehrenden, ihre Veranstaltungen rechtzeitig zu beenden und die Studierenden auf den Vortrag hinzuweisen.

Das DERDIEDAS-TeamFG Baukonstruktion und Entwerfen