
WARTEN AUF WELZOW
Räume für ein gemeinsames Morgen
Entwurfsprojekt Bachelor E5, E6
Im Jahr 2030 werden die Schaufelradbagger der Kohlengrube bei Welzow zum Stillstand kommen. Zurück bleibt zunächst eine vom extraktivistischen Braunkohleabbau geprägte Landschaft sowie die Kleinstadt Welzow, deren Geschichte und Identität eng mit der Kohleindustrie verbunden sind.
Diese Identität ist nicht nur durch wirtschaftlichen Aufschwung, sondern ebenso durch Zerstörung und Verlust geformt worden. Nach Jahrzehnten intensiver Tagebauaktivtät, steht der Ort gemeinsam mit seinen Bewohner*in-nen an einem entscheidenden Wendepunkt. Die Braunkohlegrube wird zu einer Landschaft im Übergang. Förder-brücken und andere Großstrukturen bleiben als Zeugnisse der ehemaligen Industrie bestehen, die diesen Raum über lange Zeit bestimmt hat. In den kommenden Jahrzehnten wird sich das Gebiet jedoch verändern. Die Maschinen verlieren ihre Funktion, die Natur wird wieder prägende Kraft der Landschaft und es entsteht ein neuer Lebensraum.
Ausgehend von zentralen Fragestellungen zu Identität, Erinnerung und Gemeinschaft befasst sich dieses Semester mit dem Entwurf eines Gebäudes, das neue Formen des Zusammenlebens im Alter räumlich untersucht und entwickelt. Im Fokus stehen Begriffe wie Heimat, Zugehörigkeit und Gemeinschaft, die nicht als feste Gegebenheiten verstanden werden, sondern als wandelbare und teils widersprüchliche soziale Konstrukte, die durch Architektur beeinflusst und neu verhandelt werden können.
Ebenso steht der Alltag im Alter im Mittelpunkt der Entwurfsauf-gabe - nicht als homogene Lebensphase, sondern als vielschichtige Realität zwischen Selbstbestimmung, Fürsorge, Abhängigkeit und sozialer Einbindung. Ziel ist es, räumliche Konzepte zu entwickeln, die auf diese Komplexität reagieren und neue Formen des gemeinschaftlichen Wohnens ermöglichen.
Der Entwurf ist als Beitrag zur Entwicklung eines neuen Zentrums für Welzow zu verstehen. Gefordert ist ein architektonisches Konzept, das bestehende Vorstellungen von Zusammenleben, Fürsorge und Zugehörigkeit nicht nur aufgreift, sondern kritisch hinterfragt und räumlich neu formuliert.

WARTEN AUF WELZOW
Perspektiven für eine neue Kultur der Fürsorge
Entwurfsprojekt Bachelor E4
Im Jahr 2030 werden die Schaufelradbagger der Kohlengrube bei Welzow zum Stillstand kommen. Zurück bleibt zunächst eine vom extraktivistischen Braunkohleabbau geprägte Landschaft sowie die Kleinstadt Welzow, deren Geschichte und Identität eng mit der Kohleindustrie verbunden sind. Diese Identität ist nicht nur durch wirtschaftlichen Aufschwung, sondern ebenso durch Zerstörung und Verlust geformt worden. Nach Jahrzehnten intensiver Tagebauaktivtät, steht der Ort gemeinsam mit seinen Bewohner*innen an einem entscheidenden Wendepunkt.
Die Braunkohlegrube wird zu einer Landschaft im Übergang. Förder-brücken und andere Großstrukturen bleiben als Zeugnisse der ehemaligen Industrie bestehen, die diesen Raum über lange Zeit bestimmt hat. In den kommenden Jahrzehnten wird sich das Gebiet jedoch verändern. Die Maschinen verlieren ihre Funktion, die Natur wird wieder prägende Kraft der Landschaft und es entsteht ein neuer Lebensraum.
Im Spannungsfeld zwischen Stadtraum und Natur, Individuum und Ge-meinschaft, Körper und Raum befasst sich dieses Semester die Entwurfsauf-gabe mit einem Haus der Fürsorge und Gemeinschaft. Der Entwurf soll ein medizinisches Versorgungszentrum sein, das Versorgung, Begegnung und gemeinschaftliche Aktivitäten in die Mitte Welzows bringt. Ziel ist es, Räume zu schaffen, die Integration, Teilhabe und Begegnung ermöglichen und die Mitte Welzows als identitätsstiftenden Ort der Begegnung stärken.

CIAO, MILANO & TORINO
Exkursion – Blockseminar
Bachelor & Master
Wir reisen nach Mailand und Turin - zwei oberitalienische Antipoden, die in ihrer historischen und architektonischen Entwicklung gleichermaßen kontrastreich wie miteinander verwoben sind. In beiden Städten haben sich im Zuge der Industrialisierung eigenständige und feinsinnige Architektursze-nen entwickelt.
Im Mittelpunkt unserer Betrachtung stehen insbesondere die Fassaden als vermittelnde Schicht zwischen Innen und Außen, Individuum und Stadtraum. Als Gesichter der Stadt prägen sie mit subtilen und eigenständigem Ausdruck auf besondere Weise das Verhältnis von Haus, Stadt und Bewohner*innen. Ihre Gliederung, Materialität und Tiefenstaffelung erzeugen differenzierte Wahrnehmungen und verleihen den Gebäuden eine prägnante stadträumliche Präsenz.
Unser besonderes Interesse gilt dabei der städtischen Architektur von Asnago & Vender, Luigi Caccia Dominioni, Gio Ponti, BBPR, Angelo Man-giarotti, Carlo Mollino sowie Jaretti & Luzi.
Vor Ort skizzieren, analysieren und diskutieren wir ausgewählte Gebäude. Der Fokus auf die Fassaden als präzise gestaltete Schnittstellen ermöglicht es uns, deren räumliche, konstruktive und ästhetische Logiken nachzuvollziehen und unser eigenes gestalterisches Repertoire gezielt zu erweitern.
