Krankheitsbilder genauer identifizieren

Forscher um Prof. Schierack können jetzt mehrere Gen-Defekte gleichzeitig analysieren

Im BMBF-Verbundprojekt "FISHng" entwickeln Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Partnern aus Brandenburg und Bremerhaven eine neue, innovative, digitale Plattform für die verbesserte Diagnostik von Tumoren. 

Gemeinsam mit der MEDIPAN GMBH, der GA Generic Assays GmbH, der ZytoVision GmbH und dem Carl-Thiem-Klinikum Cottbus arbeiten die Forscher im Fachgebiet Multiparameterdiagnostik an der Erweiterung der Fluoreszenz-InSitu-Hybridisierung, kurz FISH. Mit Hilfe dieser Methode können Mediziner das genetische Material in den Zellen eines Menschen kartografieren. Vom Patienten entnommenes Tumorgewebe wird im Labor auf einen spezifischen Gen-Defekt untersucht. Die erweiterte Plattform der Forscher um Prof. Peter Schierack ermöglicht es nun, mehrere Gen-Defekte gleichzeitig in die Analyse einzubeziehen und so zeitnah ein umfangreicheres Bild der Krankheit zu erhalten. Gezielte Behandlungsmöglichkeiten können damit schneller und kostensparender eingeleitet werden. "Bisher gibt es keine Möglichkeit, diese Untersuchung auf mehrere Gen-Defekte hin zu erweitern. Unser Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Partnern die Schnelligkeit und die Wiederholbarkeit der Analyse zu verbessern, aber auch die Kosten zu verringern", fasst Prof. Schierack, Leiter des Fachgebiets Multiparameterdiagnostik, zusammen. 

Co-Projektleiter Dr. Stefan Rödiger fügt hinzu: "Dieses Forschungsfeld ist wirklich interdisziplinär mit der starken Notwendigkeit, dass Wissenschaftler im dem Schnittpunkt zwischen Bioanalytik, Medizin, angewandter statistischer Bioinformatik und Bildanalyse zusammenarbeiten. Wir erwarten, dass das FISHng-Projekt hilft, neue biostatistische Modelle zu entwickeln, die später auch in der personalisierten Medizin eingesetzt werden können."

Um die Effizienz dieser Untersuchungen zu steigern, sollen neue Farbstoffsysteme und eine vollautomatische Erfassung und Auswertung der Ergebnisse entwickelt werden. Neben anspruchsvollen Untersuchungen in der Tumordiagnostik können damit auch bakterielle Infektionen nachgewiesen werden. "Infektionsbedingte Veränderungen des Gewebes, die auch zu tumorähnlichen Veränderungen führen, können Ärzte damit künftig ausschließen", sagt die Gruppenleiterin Juliane Schiebel.

Das Verbundprojekt "FISHng" startete im September 2016 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über eine Laufzeit von drei Jahren mit einem Betrag von 1,17 Mio. Euro gefördert. 

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