Internationaler Gastvortrag 03.07.2025
Abstract von Doinita Grosu, Kristina Popova und Anelia Kassabova
Der Vortrag widmete sich der Darstellung der Geschichte und Gegenwart des modernen Grundschulwesens in Bulgarien und Rumänien im Lichte zentraler Ansätze der historisch-pädagogischen Forschung. Zu Beginn wurden die prägenden Einflüsse der europäischen Aufklärung sowie die Gründung der ersten säkularen Schulen für Jungen und Mädchen in beiden Ländern, insbesondere unter den Bedingungen des Osmanischen Reiches, nachgezeichnet. Im Anschluss erfolgte eine Analyse des Aufbaus des Schulsystems, wobei die Grundsätze und die Bildungsgesetzgebung der modernen Staaten, der „Bildungsidealismus“ des aufstrebenden Bürgertums an der Wende zum 20. Jahrhundert sowie die Debatten um die Priorität allgemeiner oder beruflicher Bildung im Mittelpunkt standen. Besonderes Augenmerk galt dem Zugang zur Schule für Kinder aus ländlichen Regionen, Mädchen, Minderheitengruppen und Kinder mit Behinderungen. Ferner wurden die Entwicklung pädagogischer Konzepte, die Ausbildung der Lehrkräfte sowie die Entstehung der akademischen Pädagogik, Forschung und Innovation im Unterrichtsalltag beleuchtet. Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Darstellung der tiefgreifenden Veränderungen des Schulwesens während der kommunistischen Regime in Rumänien und Bulgarien zwischen 1944 und 1989, die maßgeblich durch sowjetischen Einfluss geprägt waren. Abschließend wurden die Herausforderungen und Reformen nach dem Ende des Staatssozialismus thematisiert, wobei aktuelle Problemlagen und Diskussionspunkte der Transformationsprozesse nach 1989 bis ins 21. Jahrhundert hinein aufgezeigt wurden. Das Fazit eröffnete schließlich eine Diskussion und lud zu einem Vergleich mit der Entwicklung des Grundschulwesens in Deutschland ein.
