Vortrag „Hundert Jahre Sanktionsrecht gegen ‚Arbeitsscheue‘. Geschichte einer Radikalisierung“

Im Rahmen des BTU Open Campus zur Ausstellung „Die Verleugneten. Opfer des Nationalsozialismus 1933–1945–heute“ sind alle Interessierten am Mittwoch, 4. November, von 18 bis 20 Uhr in das Stadtmuseum Cottbus in der Bahnhofstraße 22 eingeladen.

Den Auftakt einer die Ausstellung begleitenden Veranstaltungsreihe bildet an diesem Abend der Vortrag „Hundert Jahre Sanktionsrecht gegen ‚Arbeitsscheue‘. Geschichte einer Radikalisierung“ von Prof. Dr. Rosenow (Universität Freiburg). Im anschließenden Podium werden historische Entwicklungslinien mit Fragen der Sozialen Arbeit und der Gegenwart verbunden. Die Moderation übernimmt Martin Bock vom Jugendamt Cottbus, ein Grußwort spricht Prof. Dr. Jens M. Schubert, Dekan der Fakultät für Humanwissenschaften der BTU Cottbus-Senftenberg.

Wer entscheidet, wer zur Gesellschaft dazugehört? Wer wird ausgegrenzt, stigmatisiert oder als „anders“ markiert – und was geschieht, wenn solche Zuschreibungen zu staatlichem Handeln werden? - Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung „Die Verleugneten. Opfer des Nationalsozialismus 1933–1945–heute“. 
Die Ausstellung „Die Verleugneten“ erinnert an Menschen, die im Nationalsozialismus als sogenannte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden. Zehntausende wurden ihrer Freiheit beraubt, viele ermordet. Erst 2020 erkannte der Deutsche Bundestag diese Menschen als Opfer des Nationalsozialismus an. Im Zuge dieses Beschlusses beauftragte das Parlament die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg mit der Erstellung einer Ausstellung, die im Herbst 2026 nach Stationen in u.a. Berlin, Leipzig, Köln und verschiedenen Gedenkstätten in Cottbus gezeigt wird. Die Ausstellung ist seit dem 8. Oktober 2026 und noch bis zum 3. Januar 2027 im Stadtmuseum Cottbus zu sehen.

Das Fachgebiet Medienpädagogik: Ästhetische Praxis in der Sozialen Arbeit hat aus der Kooperation mit dem Stadtmuseum Cottbus, dem Justus Delbrück Haus | Akademie für Mitbestimmung Jamlitz und KARUNA e.V. heraus mit Kolleg*innen ein eigenes öffentliches Begleitprogramm entwickelt. Der BTU Open Campus lädt im November und Dezember zu drei Veranstaltungen ein, die historische Erinnerung mit gegenwärtigen Erfahrungen von Ausgrenzung verbinden. Vorträge, ein Public Listening mit Podiumsdiskussion und ein Wandelkonzert eröffnen unterschiedliche Zugänge zu einem Thema, das weit über die historische Aufarbeitung des Nationalsozialismus hinausweist. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Was können wir aus der Geschichte lernen, wenn Menschen auch heute aufgrund von Armut, Obdachlosigkeit oder Arbeitslosigkeit ausgegrenzt werden?

BTU Open Campus: Das Programm im Überblick

Mittwoch, 4. November 2026, 18–20 Uhr
„Hundert Jahre Sanktionsrecht gegen ‚Arbeitsscheue‘. Geschichte einer Radikalisierung“
Vortrag und Podium mit Prof. Dr. Rosenow
Ort: Stadtmuseum Cottbus, Großer Seminarsaal, 3. OG

Dienstag, 24. November 2026, 17–20 Uhr
Public Listening & Podiumsdiskussion „Gewalt im Leben von Obdachlosen“
Ort: Studio Freies Radio sternchen.fm, Burgstraße 22

Samstag, 12. Dezember 2026, 18 Uhr
Wandelkonzert „Verurteilte Klänge – ein Konzert zur Erinnerung“
Mit Studierenden der Instrumental- und Gesangspädagogik der BTU und Immanuel de Gilde
Ort: Ausstellungsräume „Die Verleugneten“, Stadtmuseum Cottbus

Veranstalter*innen des BTU Open Campus: 
Fachgebiet Medienpädagogik: Ästhetische Praxis in der Sozialen Arbeit (Prof. Stefanie Kiwi Menrath)
Fachgebiet  Methoden der Sozialen Arbeit mit dem Schwerpunkt Gemeinwesenarbeit (Professorenstellvertreter Dr. Kevin Stützel)
Fachgebiet Musikpädagogik/ Institut für Instrumental- und Gesangspädagogik (Immanuel de Gilde)

Flyer zur Ausstellung & Begleitprogramm „Die Verleugneten“ in Cottbus

Weitere Informationen:
https://www.b-tu.de/fg-medienpaedagogik-soziale-arbeit/veranstaltungen/die-verleugneten 


Stadtmuseum Cottbus, Bahnhofstraße 22, 03046 Cottbus

Kontakt

Prof. Dr. phil. Stefanie Kiwi Menrath
Medienpädagogik: Ästhetische Praxis in der Sozialen Arbeit
T +49 (0) 355 5818 410
menrath(at)b-tu.de
Das Schicksal von Liddy Bacroff ist Teil der Ausstellung "Die Verleugneten". Bild: Stadtmuseum Cottbus