Wenn Ausgrenzung Geschichte hat – und bis heute wirkt
Wer entscheidet, wer zur Gesellschaft dazugehört? Wer wird ausgegrenzt, stigmatisiert oder als „anders“ markiert – und was geschieht, wenn solche Zuschreibungen zu staatlichem Handeln werden? - Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung „Die Verleugneten. Opfer des Nationalsozialismus 1933–1945–heute“.
Das Fachgebiet Medienpädagogik: Ästhetische Praxis in der Sozialen Arbeit hat mit Kolleg*innen ein öffentliches Begleitprogramm zur Ausstellung entwickelt: Der BTU Open Campus lädt im November und Dezember 2026 zu drei Veranstaltungen ein, die historische Erinnerung mit gegenwärtigen Erfahrungen von Ausgrenzung verbinden. Vorträge, ein Public Listening mit Podiumsdiskussion und ein Wandelkonzert eröffnen unterschiedliche Zugänge zu einem Thema, das weit über die historische Aufarbeitung des Nationalsozialismus hinausweist. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage: Was können wir aus der Geschichte lernen, wenn Menschen auch heute aufgrund von Armut, Obdachlosigkeit oder Arbeitslosigkeit ausgegrenzt werden?
Die Ausstellung „Die Verleugneten“ erinnert an Menschen, die im Nationalsozialismus als sogenannte „Asoziale“ und „Berufsverbrecher“ verfolgt wurden. Zehntausende wurden ihrer Freiheit beraubt, viele ermordet. Erst 2020 erkannte der Deutsche Bundestag diese Menschen als Opfer des Nationalsozialismus an. Im Zuge dieses Beschlusses beauftragte das Parlament die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas und die KZ-Gedenkstätte Flossenbürg mit der Erstellung einer Ausstellung, die im Herbst 2026 nach Stationen in u.a. Berlin, Leipzig, Köln und verschiedenen Gedenkstätten in Cottbus gezeigt wird. Die Ausstellung ist vom 8. Oktober 2026 bis 3. Januar 2027 im Stadtmuseum Cottbus zu sehen.
Der BTU Open Campus nimmt die Ausstellung zum Anlass, nach den Kontinuitäten von Ausgrenzung bis in die Gegenwart zu fragen. Dabei wird Geschichte untersucht, Erfahrungen von Gewalt in der Gegenwart gehört, und Erinnerung musikalisch erfahrbar gemacht.
Pressemitteilung vom 5.10.2026 zur Eröffnung der Ausstellung „Die Verleugneten“ in Cottbus
BTU Open Campus: Das Programm
Mittwoch, 4. November 2026, 18–20 Uhr
„Hundert Jahre Sanktionsrecht gegen ‚Arbeitsscheue‘. Geschichte einer Radikalisierung“
Vortrag und Podium mit Prof. Dr. Rosenow
Ort: Stadtmuseum Cottbus, Großer Seminarsaal, 3. OG
Dienstag, 24. November 2026, 17–20 Uhr
Public Listening & Podiumsdiskussion „Gewalt im Leben von Obdachlosen“
Ort: Studio Freies Radio sternchen.fm, Burgstraße 22
Samstag, 12. Dezember 2026, 18 - 20 Uhr
Wandelkonzert „Verurteilte Klänge – ein Konzert zur Erinnerung“
Mit Studierenden der Instrumental- und Gesangspädagogik der BTU und Immanuel de Gilde
Ort: Ausstellungsräume „Die Verleugneten“, Stadtmuseum Cottbus
Veranstalter*innen des BTU Open Campus:
Fachgebiet Medienpädagogik: Ästhetische Praxis in der Sozialen Arbeit (Prof. Stefanie Kiwi Menrath)
Fachgebiet Methoden der Sozialen Arbeit mit dem Schwerpunkt Gemeinwesenarbeit (Professorenstellvertreter Dr. Kevin Stützel)
Fachgebiet Musikpädagogik/ Institut für Instrumental- und Gesangspädagogik (Immanuel de Gilde)
Flyer zur Ausstellung & Begleitprogramm „Die Verleugneten“ in Cottbus
