Krakau vom 8. bis 13. Juni 2009

Die Stadt Krakau war zwischen der Mitte des 11. Jahrhunderts und 1609 Hauptstadt Polens, woraus sich ihre Bedeutung erklärt. Doch auch nachdem sie ihre politischen und administrativen Aufgaben mit der Hauptstadtverlegung an Warschau abgetreten hatte, blieb ihre kulturelle Vorrangstellung im Land unbestritten. Da Krakau im Zweiten Weltkrieg, als eine der wenigen Großstädte Europas, nicht zerstört wurde, ist die Fülle an Architektur der vergangenen Epochen bemerkenswert. Die für die fünf Exkursionstage ausgesuchten Objekte sollten die Bau- und Stadtbaugeschichte der Stadt möglichst umfassend repräsentieren. Dabei sollten nicht nur die Epochen berücksichtigt werden, sondern auch, was die Art der Funktionen der Gebäude betrifft, ein breites Spektrum abgedeckt werden. Zwangsläufig bildeten sich jedoch Schwerpunkte heraus, die nicht zuletzt der Qualität der vorhandenen Architektur geschuldet bleiben.
Der erste Schwerpunkt lag im Mittelalter, speziell in der Gotik. Zu der Zeit wurde die Stadt neu gegründet und zu einer Großstadt ausgebaut. Der Marktplatz, die Marienkirche, der Dom, die Stadtbefestigung, Klöster und Universitätsgebäude standen auf unserem Programm. Angesichts der Fülle der Bauwerke aus dieser Zeit, die wir nur zu einem sehr geringen Teil besichtigen konnten, fällt es schwer zu glauben, dass erst die Renaissance die Blütezeit Krakaus repräsentiert. Charakteristisch für diese Epoche ist der in der Architektur sichtbare Einfluss Italiens.
Die vielfältigen Handelsbeziehungen und politischen Verbindungen der Stadt führten dazu, dass hier Bauwerke in reinster italienischer Renaissance zu finden sind. Das Königsschloss, die Bürgerhäuser, die Tuchhallen und eine außerhalb der Stadt gelegene Villa wurden als Vertreter dieser Ära in Augenschein genommen. Dagegen fiel die nachfolgende Periode des Barocks wiederum ein wenig kirchenlastig aus. Das entsprach der Realität jedoch insofern, als nach der Hauptstadtverlegung hauptsächlich die Kirche als Bauherr nennenswerte Projekte verwirklichte. Auch für diese Epoche war festzustellen, dass hier eindeutig römischen Bauwerke als Vorbild dienten.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der jüdischen Architektur. Stellvertretend waren es Synagogen die wir uns angeschaut haben. Bei der Besichtigung des jüdischen Stadtviertels ging es jedoch vor allem um die gesellschaftliche und politische Geschichte der Juden. Für sie war Krakau mit seiner liberalen Vielvölkergesellschaft lange Zeit ein Zufluchtsort inmitten des judenfeindlichen Europas, spielte aber mit dem nahe gelegen Auschwitz auch bei ihrer Vernichtung im Zweitem Weltkrieg eine verheerende Rolle.
Auch die neuere Geschichte Krakaus hat ihre architektonischen Spuren hinterlassen, für die stellvertretend das Słowacki Theater aus dem 19. Jahrhundert, die in den 1950-er Jahren in stalinistisch-totalitärer Manier entstandene Vorstadt Nowa Huta und das 1994 errichtete Japanische Kulturzentrum stehen.
Im Vorfeld der Exkursion erstellten die Studenten gemeinsam einen Reader und bereiteten sich zu jeweils zwei Bauwerken vor. Während unserer Stadtrundgänge bekamen wir diese Gebäude dann von ihnen vorgestellt.
Dank dem sehr gelungenen Reader konnte das „Pflichtprogramm“ von den Exkursionsteilnehmern, je nach Interesse, einfach und profund erweitert werden.

Alexandra Druzynski von Boetticher, LS Baugeschichte

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