Der Forschungsschwerpunkt der Arbeitsgruppe Enzymtechnologie beruht auf einer neuen Enzymsubklasse, die funktionell und strukturell die katalytischen Eigenschaften von Peroxidasen und CYP-P450-Monooxygenasen in sich vereint.

Bei den unspezifischen Peroxygenasen (UPO; EC 1.11.2.1) handelt es sich um eine Gruppe von Häm-Thiolat-Proteinen, die in der Lage sind, Monooxygenierungen (u.a. Hydroxylierung, Epoxidierung, N-/S-Oxygenierung, Dealkylierung) an verschiedensten organischen Substraten vorzunehmen unter Verwendung von Wasserstoffperoxid als kostengünstiges und umweltschonendes Cosubstrat. Sie besitzen dabei günstigere katalytische Konstanten und ein breiteres Substratspektrum als alle bekannten Peroxidasen und Monooxygenasen vom P450-Typ und benötigen im Unterschied zu letzteren keine teuren Cofaktoren wie NAD(P)H oder Elektronen-Transportproteine (Flavin-Reduktasen, Ferridoxine). Als extrazelluläre Enzyme sind sie zudem um Größenordnungen stabiler als die membranassoziierten oder cytosolischen Oxygenasen.

Neben der Gewinnung und dem Einsatz neuartiger Peroxygenasen in der regio- und stereoselektiven Biokatalyse liegt ein weiterer Forschungsansatz auf der Physiologie und Enzymologie von Lignin abbauenden Großpilzen (Basidiomyceten, Ascomyceten). Im Fokus steht die stoffliche Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen als Entwicklungsbasis für Lignin-basierte Biopolymere und Kunststoffkomposite sowie Zellulose und Hemizellulosen.

Das Fachgebiet verbindet Studienschwerpunkte der Weißen und Roten Biotechnologie, da die Entwicklung und Nutzbarmachung neuer Biokatalysatoren sowohl in der nachhaltigen Herstellung von Fein- und Spezialchemikalien als auch in der Wirkstoff- und Arzneimittelforschung Einsatz findet.