Strategien und Methoden ko-evolutionärer Wissensproduktion – Transferscouting als intermediäre Funktion zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

Wissenschaft und Wirtschaft stehen zunehmend vor der Herausforderung, gemeinsam Problemlösungen für Fragestellungen der Zukunft zu entwickeln. Transfer wissenschaftlichen Wissens in die Praxis und die Lösung von Praxisproblemen mit Hilfe wissenschaftlichen Know-Hows sind jedoch kein von selbst laufender Prozess. Diese Ausgangssituation macht ein lineares Transfermodell fragwürdig. Notwendig sind vielmehr bi- und multidirektional angelegte Austauschprozesse zwischen Transferpartnerinnen und -partnern.

Wie allerdings entdecken Unternehmen neues Wissen und neue Technologien, die an Forschungseinrichtungen entwickelt wurden? Und woher kennen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Bedarfe aus der Praxis, um diese einer Lösung zuzuführen und wissenschaftliche Fragestellungen weiter zu entwickeln? Eine Antwort darauf lautet möglicherweise: Transferscouting. Transferscouts sind ExpertInnen auf einem Technologiefeld. Sie gehen aktiv auf Unternehmen zu und initiieren Projektkooperationen mit Hochschulen, in denen sie koordinieren, vermitteln und moderieren.

Das Forschungsprojekt untersucht die intermediäre Funktion von Transferscouts in komplexen Vermittlungsprozessen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Es fragt, wie ko-evolutionäre Wissensproduktion ermöglicht wird, so dass Wissenschaft und Wirtschaft gemeinsam innovative Problemlösungen auf den Weg bringen. Auf der Basis von qualitativen Interviews, teilnehmenden Beobachtungen, Literaturaufbereitungen, Workshops und Evaluationsmethoden werden Qualifikationen, Fähigkeiten und Kompetenzen von Transferscouts analysiert, ihre berufsbiografischen Chancen erörtert sowie fördernde und hemmende Faktoren für diese Tätigkeit eruiert. Damit leistet das Projekt einen Beitrag zu der Fragestellung, inwiefern sich das Transferscouting als Methode etablieren lässt, um den Wissens- und Technologietransfer zu intensivieren.

Aktivitäten:

29.04.2019: Interaktiver Workshop mit dem Titel "Innovative  Veranstaltungsformate  für  einen  erfolgreichen Technologietransfer".

BTU Transfertag, 2018

Jacobsen, Heike (2016): Arbeitsforschung im Wandel des deutschen Produktionsmodells: Responsivität transdisziplinärer Forschung als Erfolgsfaktor und Risiko. In: Froese, Anna; Simon, Dagmar; Böttcher, Julia (Hrsg.): Sozialwissenschaften und Gesellschaft - Neue Verortungen von Wissenstransfer. Bielefeld: Transcript, S. 307-338.

Jostmeier, Milena; Georg, Arno; Jacobsen, Heike (Hrsg.) (2014): Sozialen Wandel gestalten. Zum gesellschaftlichen Innovationspotential transdisziplinärer Arbeits- und Organisationsforschung. Wiesbaden: Springer VS.

Noack, Anika (2015): Soziale Innovationen in Berlin-Moabit. Zur kommunikativen Aushandlung von Neuem durch Raumpioniere im städtischen Kontext. Wiesbaden: Springer VS.

Schallock, Burkhard; Jacobsen, Heike (Hrsg.) (2011): Innovationsstrategien jenseits traditionellen Managements. Wissenschaftliche und praktische Ergebnisse des Förderschwerpunkts. Stuttgart: Fraunhofer Verlag.

Informationen zum Projekt

Teilprojekt im Innovation Hub 13

BMBF-Programm „Innovative Hochschule“

Laufzeit: 01/2018 – 12/2022

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