Internationale Netzwerkwoche des Projekts LeBe@BTU: Gemeinsam internationale Perspektiven für die Grundschullehrkräftebildung gestalten

21. bis 25. September 2026 | Senftenberg und Hoyerswerda
Vom 21. bis 25. September 2026 lud das Projekt LeBe@BTU internationale Kooperationspartner zu einer Netzwerkwoche an die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) ein. Ziel des Treffens war es, bestehende Kontakte zu vertiefen, neue Kooperationen anzubahnen und gemeinsam Perspektiven für die Internationalisierung der Grundschullehrkräftebildung zu entwickeln. Im Mittelpunkt standen der internationale Austausch, inklusive Bildungsansätze und die Auseinandersetzung mit regionaler Geschichte und demokratischer Bildung.
Zu den Gästen gehörten Vertreter der Westuniversität Timișoara und der Universität Bukarest in Rumänien sowie der deutschen Hermann-Oberth-Schule und der Weda-Schule in Sofia, Bulgarien. Auch spanische Partner waren vertreten: das Cádiz Surf Center, mit dem das Projekt „Deutsch macht Welle“ entstehen soll, sowie Solo Surf aus Cádiz, ein europäisches Pilotprojekt, das sich mit Wasser- und Surftherapie für Kinder im Autismus-Spektrum beschäftigt. Gemeinsam sollen Möglichkeiten für Praktika und Hospitationen geschaffen werden, die Studierenden des Grundschullehramts an der BTU Einblicke in inklusive pädagogische Ansätze und internationale Praxisfelder ermöglichen.
Nach der Anreise, die aufgrund umfangreicher Schienenersatzverkehre einige Herausforderungen mit sich brachte, erreichten die Gäste dennoch gut Senftenberg. Ein gemeinsames Mittagessen direkt am See bot den ersten Raum für persönliche Begegnungen. Am Nachmittag folgte die offizielle Eröffnung an der BTU am Standort Senftenberg, bei der internationale Gäste, Studierende und Universitätsvertreter zusammenkamen.
Die Lausitz kennenlernen und internationale Begegnungen ermöglichen
Am Dienstag stand die regionale Identität der Lausitz im Mittelpunkt. Bei einer Fahrt mit der sogenannten Seeschlange lernten die Gäste das Lausitzer Kohlerevier, seine Bergbaugeschichte und den Strukturwandel der Region kennen. Neben historischen Einblicken wurden auch die touristischen Entwicklungsmöglichkeiten des Lausitzer Seenlandes thematisiert. So erhielten die internationalen Partner einen Eindruck von den Besonderheiten der Region, in der die BTU verankert ist.
Am Abend kamen die Gäste und Studierenden bei einem gemeinsamen Pizzaabend zusammen. Die internationalen Partner stellten ihre Institutionen, Arbeitsschwerpunkte und pädagogischen Zielsetzungen vor. In persönlichen Gesprächen diskutierten sie mit den Studierenden über mögliche Kooperationsformen, Auslandsaufenthalte und gemeinsame Projekte. Der Abend bot damit eine wichtige Gelegenheit, erste Kontakte zu knüpfen und konkrete Anknüpfungspunkte für zukünftige Austauschformate zu identifizieren.
Demokratiebildung und regionale Erinnerungskultur in Hoyerswerda
Am Mittwoch und Donnerstag verlagerte sich das Programm nach Hoyerswerda. Die beiden Tage standen im Zeichen der Demokratiebildung und der Auseinandersetzung mit regionaler Geschichte. Die Teilnehmenden besuchten den Auftakt der Gedenkwoche zum 35. Jahrestag des Pogroms von Hoyerswerda im Jahr 1991. Gesprächsrunden mit Politiker und Kulturschaffenden eröffneten unterschiedliche Perspektiven auf Erinnerungskultur, gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Bedeutung demokratischer Werte.
Ein weiterer Schwerpunkt war die pädagogische Auseinandersetzung mit der Geschichte. Am Lessing-Gymnasium in Hoyerswerda nahmen die internationalen Gäste an Hospitationen und einer Workshop-Reihe mit der Autorin und Filmemacherin Grit Lemke teil. Gemeinsam wurden Lehrmaterialien und didaktische Zugänge zu Themen wie Kindheit und Jugend in der DDR, der regionalen Geschichte Hoyerswerdas und insbesondere dem Pogrom von 1991 in den Blick genommen. Der Austausch verdeutlichte, wie wichtig die Vermittlung historischer Erfahrungen für eine reflektierte Auseinandersetzung mit Demokratie, Ausgrenzung und gesellschaftlicher Verantwortung ist.
Auch die gemeinsamen Abende trugen zur lebendigen Atmosphäre der Netzwerkwoche bei. Besonders in der Bar zur Post in Hoyerswerda sorgte der Austausch von Karnevalsliedern für heitere Stimmung und zeigte einmal mehr, wie Musik Menschen über Ländergrenzen hinweg verbindet.
Den kreativen Abschluss bildete ein gemeinsamer Abend, an dem die Teilnehmenden Stadtbilder von Hoyerswerda und Senftenberg auf Leinwänden gestalteten. Dabei konnten die Eindrücke der vergangenen Tage künstlerisch verarbeitet und die persönlichen Begegnungen in entspannter Atmosphäre vertieft werden.
Internationale Zusammenarbeit nachhaltig stärken
Die Netzwerkwoche zeigte, wie vielfältig internationale Kooperationen in der Grundschullehrkräftebildung gestaltet werden können – von schulischen Hospitationen und Praktika über inklusive Bildungsangebote bis hin zu gemeinsamer Lehrmaterialentwicklung und Demokratiebildung. Die Begegnungen schufen eine wichtige Grundlage für weitere gemeinsame Vorhaben und stärkten das internationale Netzwerk des Projekts LeBe@BTU.
Mit neuen Ideen, konkreten Kooperationsansätzen und vielen persönlichen Eindrücken endete eine intensive Woche, die deutlich machte: Internationale Zusammenarbeit lebt vom gegenseitigen Kennenlernen, vom gemeinsamen Lernen und von der Bereitschaft, neue pädagogische Wege zu gehen.
