Interview mit BTU Alumnus Manuel Roche (Soziale Arbeit, deutsch-rumänisch)

Den Studiengang würde ich den Menschen weiterempfehlen, die offen sind Neues kennenzulernen und bereit sind ihre Komfortzone zu verlassen.

Manuel Roche studierte den deutsch-rumänische Studiengang Soziale Arbeit mit Doppelabschluss an der BTU und arbeitet seit 2021 in Rumänien. Er stellte kürzlich im rumänischen Radio seine Erfahrungen vor. Das Interview findet man online auf soundcloud ab Minute 24. Wir sprachen auch nochmal mit ihm darüber.

Hallo Herr Roche, wie kommt es, dass Sie den deutsch-rumänischen Studiengang in Cottbus studiert haben?
Nach meinem Abitur 2018 absolvierte ich einen internationalen Jugendfreiwilligendienst (IFJD) in Rumänien. Dort war ich in Botoșani in einer Sozialkantine tätig. Vor Ort habe ich einen Einblick darin bekommen, wie die Menschen am Rande der Gesellschaft leben, aber vor allem, wie man mit Sozialer Arbeit den Menschen nachhaltig helfen kann. Deswegen hatte ich den Wunsch Soziale Arbeit zu studieren. Als ich dann den Doppelstudiengang in Cottbus entdeckte, wusste ich, dass ich das machen muss. Es war einfach toll, dass ich meine Erfahrung aus dem IFJD, was mich dort beschäftigte durch das Studium an der BTU weiterführen und professionalisieren konnte.

Wie waren Ihre Studienerfahrungen in Deutschland und in Rumänien?
Mein Studium habe ich im WiSe 2019 begonnen. Das erste Semester war also ein normales Studium. Doch das zweite Semester war durch die Coronamaßnahmen geprägt. Das Studium lief online ab und war somit anders. Ich persönlich kam damit zurecht, obwohl ich lieber physisch an der Uni gewesen wäre. Dann kam im dritten und vierten Semester die Auslandsphase des Studiums in Rumänien. Diese war zwar auch sehr durch Kontaktbeschränkungen bestimmt, dennoch sehe ich die Zeit als sehr bereichernd an. Denn genau das macht meiner Meinung nach die Soziale Arbeit mit aus, sich in Momenten der Krise, der Unsicherheit an die Gegebenheiten anzupassen. Die Umstände so zu nutzen, dass es für die Empfänger und Empfängerinnen der Sozialen Arbeit zum besten wird und dort wo es möglich ist Umstände zu verändern. So half mir das Studium während Corona das praktisch zu lernen und anzuwenden.

Sie arbeiten inzwischen in Rumänien, was genau machen Sie da und wie kam es dazu?
Während meiner Auslandsphase im Studium lernte ich Menschen in Rumänien kennen, die eine Arbeit für Kinder und Jugendliche aufbauten. Ich besuchte während des Studiums die Einrichtung und schloss mich dem Projekt an. Auch meine letzten beiden Semester konnte ich durch Onlinevorlesungen und -seminare in Rumänien verbringen und mich in die Kinder und Jugendarbeit vor Ort investieren. Aktuell arbeite ich in einem kleinen Tageszentrum als Sozialarbeiter und bin dabei involviert den Sozialdienst weiter zu entwickeln und zu professionalisieren. Wir arbeiten an der formalen sowie an der informellen Bildung der Kinder vor Ort.

Wem würden Sie den Studiengang weiterempfehlen beziehungsweise worauf sollten sich Studieninteressierte einstellen?
Den Studiengang würde ich den Menschen weiterempfehlen, die offen sind Neues kennenzulernen und bereit sind ihre Komfortzone zu verlassen. Der Doppelstudiengang hilft einem über den eigenen Tellerrand hinwegzuschauen. Das passiert nicht nur in der Auslandsphase des Studiums, sondern bereits in der Zeit davor, in der man auf dieses Abenteuer vorbereitet wird. Meiner Meinung nach ist es die Erfahrung wert, denn man bekommt nicht nur für das professionelle Leben, sondern auch für das persönliche Leben neue Eindrücke mit. Eine Auslandserfahrung ist prägend.

Was vermissen Sie am meisten aus der Studienzeit?
Am meisten vermisse ich es, mit den Kommilitoninnen und Kommilitonen über Inhalte des Studiums zu diskutieren; mich mit ihnen auszutauschen, wie eine gewisse Theorie anzuwenden ist und was die Herausforderungen dabei sind oder über die sozialen Probleme unserer Gesellschaft generell zu sprechen. Ich vermisse es allgemein mir im Austausch mit den anderen die Lerninhalte anzueignen.

Kontakt

Daniel Ebert
Stabsstelle Friend- and Fundraising; Alumni
T +49 (0) 355 69-2420
daniel.ebert(at)b-tu.de
BTU Alumnus Manuel Roche
Arbeitsort von Manuel Roche
Soziale Arbeit mit rumänischen Kindern
Umland in Rumänien