DFG-Studie „Zur Transformation des professionellen Habitus von Pflegelehrer:innen“
Projektbeschreibung
Das Projekt hat die ungeplante ‚Laborsituation‘ der Implementierung der gesetzlichen Pflegeberufereform nutzen können und je drei Pflegeschulen in zwei Bundesländern in der herausfordernden Phase der Umsetzung des neuen Gesetzes wissenschaftlich beobachtet und begleitet. Die methodische Triangulation von Expert*inneninterviews, Gruppendiskussionen und Unterrichtsethnographien hat zu einem komplexen Datenkonvolut geführt, das bedeutsame wissenschaftliche Erkenntnisse enthält und für die Weiterentwicklung der Bildungspraxis in den Pflegeschulen von großem Nutzen sein wird.
Die vorläufigen Befunde fokussieren vor allem drei Entdeckungen: (a) die zentrale Bedeutung der Teams für die Entwicklung und Transformation professioneller Habitualisierungen; (b) die bemerkenswerte Diversität der Profile und ‚Kulturen‘ der Pflegeschulen; (c) die hohe Bedeutung einer Art „Korrespondenz“ zwischen Lernprozessen des Kollektivs und der je einzelnen Gruppenmitglieder bei der erfolgreichen Transformation professioneller Praktiken – u.a. vom ‚Pflegen‘ zum ‚Lehren‘.
Diese drei Entdeckungen werden nun in der Fortsetzungsphase des Projekts vertiefend analysiert – eine Option, die die Voraussetzung für eine konzeptionell überzeugende Verdichtung jenes Konstrukts des „Zwischenwissens“ ist, das den ursprünglichen Antrag des Projekts theoretisch angeleitet hatund auch für die Verlängerung zentrale Orientierung bleibt.