Auszeichnung für herausragende Masterarbeiten im Studiengang Bauingenieurwesen
Am Fachgebiet Bauphysik und Gebäudetechnik sind im Rahmen des Forschungsprojekts „Fachwerk 2.0“ zwei besonders überzeugende Masterarbeiten im Studiengang Bauingenieurwesen unter der Betreuung von Frau Dr. Andrea Lilienthal und Herrn Dr. Torsten Bark entstanden.
Für ihre Leistungen wurden
Martin Ziemann
und
Tom Voite
vom Förderverein Konstruktiver Ingenieurbau e.V. ausgezeichnet.
Die Arbeiten
„Untersuchung der Auswirkungen klimatischer Randbedingungen auf historisches Holzfachwerk durch numerische Simulation“ von Martin Ziemann
sowie
„Einfluss der Stoffkennwerte Rohdichte, Porosität und Wasseraufnahmekoeffizient bei der numerischen Simulation bei historischem Holzfachwerk“ von Tom Voitel
analysieren das hygrothermische Verhalten von Fachwerkkonstruktionen und untersuchen die Zuverlässigkeit numerischer Simulationen. Grundlage ist der systematische Vergleich von berechneten und gemessenen Daten. Darüber hinaus werden Materialkennwerte mit ingenieurtechnischen Methoden bestimmt und experimentelle Untersuchungen mitentwickelt und umgesetzt.
Beide Absolventen greifen aktuelle Fragestellungen der energetischen Sanierung historischer Fachwerkgebäude auf und leisten damit einen wichtigen Beitrag für Forschung und Anwendung. Der Vereinsvorsitzende Prof. Dr.-Ing. Carlos Grandas Tavera hob die hohe fachliche Qualität und die Praxisnähe der Arbeiten hervor.
Im Fokus des Projektes „Fachwerk 2.0“ steht die nachhaltige Erhaltung und energetische Verbesserung historischer Fachwerkkonstruktionen. Untersucht wird dabei das hygrothermische Verhalten, also das Zusammenspiel von Temperatur und Feuchtigkeit innerhalb der Bauteile. Ergänzend werden computergestützte numerische Simulationen eingesetzt, um das Verhalten der Konstruktionen unter realen Randbedingungen abzubilden und zu bewerten. Ziel ist es, die Eignung von Materialien für den langfristigen Einsatz zu bewerten und Risiken durch Feuchteanreicherungen besser zu verstehen
Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Zusammenspiel von Gefachmaterialien und Innendämmung. Da Fachwerkgebäude häufig von innen gedämmt werden, kommt der Wechselwirkung der eingesetzten Materialien eine zentrale Bedeutung zu. Sensible Bereiche sind insbesondere die Übergänge zwischen Holztragwerk und Ausfachung, da diese Zonen besonders anfällig für Feuchteschäden sind.
Die experimentellen Untersuchungen liefern wichtige Erkenntnisse zum Einfluss von Schlagregen auf unterschiedliche Materialkombinationen sowie zur Feuchteentwicklung innerhalb der Konstruktion. Der direkte Bezug zwischen Simulation und experimentellen Messungen stärkt deutlich die Aussagekraft der Untersuchungen. Gleichzeitig wurde auf eine hohe Praxisnähe geachtet, unter anderem durch den Einsatz marktüblicher Materialien und die Zusammenarbeit mit Industriepartnern.
Die Fachgebietsleiterin Prof. Dr.-Ing. Doreen E. Kalz gratuliert im Namen des gesamten Fachgebiets Bauphysik und Gebäudetechnik herzlich zu dieser Auszeichnung und wünscht beiden Absolventen für ihren weiteren Weg alles Gute.



