In unserem 7. Netzwerktreffen beschäftigten sich unserer Teilnehmerinnen mit dem hochaktuellen Thema “Geschlechterverhältnisse in Strukturwandelregionen”. Anlass war die bereits im letzten Jahr veröffentlichte Studien von Dr. Viginia Kimey Pflücke der BTU Cottbus-Senftenberg, die sich im Auftrag der Bundesstiftung Gleichstellung mit den Wechselwirkungen, Herausforderungen und gleichstellungspolitischen Handlungsansätzen auseinander gesetzt hat.
Der tiefgreifende Strukturwandel, der viele Regionen in der Bundesrepublik Deutschland prägt, stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor große Herausforderungen. In seiner Veränderung von Lebens- und Arbeitsbedingungen, regionalen Infrastrukturen und gesellschaftlichem Zusammenleben eröffnet der zugleich Chancen und Möglichkeiten für die Gestaltung der Zukunft. Bisher wurde hier die gesellschaftliche Rolle der Frau weder in Betracht noch in Frage gestellt. Frau Dr. Pflücke zeigte anhand eigens erhobener Daten, dass in der politischen Gestaltung des Strukturwandels jedoch zu beobachten ist, dass Geschlechterfragen an vielen Stellen zum einen übersehen werden und zum anderen sehr starke regionale Unterschiede (Ost- / West-Vitae) aufweist.
Frau Dr. Pflücke hat hierfür das Rheinische, das Lausitzer und das mitteldeutsche Braunkohle Revier miteinander verglichen. Sie stellte hierbei vor allem den Einfluss von sozialversicherungspflichtiger Arbeit, Minijobs und Arbeitslosigkeit, aber auch Unterschiede im Einkommen (Gender Pay Gap), historische Leitbilder, demografische Herausforderungen, und Handlungsansätze (Gleichstellung, soziale Infrastruktur, Care-Ökonomie, Teilhabe u.w.) in den Vordergrund. Die Teilnehmerinnen fanden sich in den präsentierten Daten und Fakten schnell wieder und diskutierten im Anschluss mit Frau Dr. Pflücke über Folgemaßnahmen.
Zuvor hatte Frau Lisi Maier vom Direktorium der Bundesstiftung Gleichstellung deren Handlungsfelder vorgestellt. Neben der Begleitung der Sachverständigenkommission für die Gleichstellungsberichte der Bundesregierung, ging sie dabei auf die Beratungsaufgaben auf kommunaler Ebene ein, die Ausgangspunkt für die Befassung mit dem Jahresschwerpunkt „Geschlechterverhältnisse in Strukturwandelregionen“ waren. Sie präsentierte anlässlich der Aktionswoche „Wirtschaftliche Eigenständigkeit“, ausgewählte Daten und Gleichstellungsfakten, mit der sich die Bundesstiftung seit ihrer Gründung im Mai 2021 beschäftigt und lud das Netzwerk zur Teilnahme an den regelmäßigen Formaten, u.a. dem monatlich stattfindenden digitalen Gleichstellungs-Lunch und den Gleichstellungs-Lectures – einem Wissenschafts-Praxis-Transferformat in Berlin - ein.














