Why Environmental Humanities? | Stefan Zundel und Raj Kollmorgen: „Das Volk, der große Lümmel“ (H. Heine)

Noch nie wurde so viel über die Lausitz debattiert wie im letzten Jahr. Noch nie stand eine periphere ostdeutsche Region so im Fokus der bundesweiten Aufmerksamkeit wie die Lausitz.

Stefan Zundel und Raj Kollmorgen: Das Volk, der große Lümmel (Heinrich Heine) – warum in der Lausitz 10 Milliarden € nicht glücklich machen

Die Wintervorträge im IKMZ „Why Environmental Humanities?“ folgen in diesem Semester dem Motto „die BTU diskutiert“. Kolleginnen und Kollegen der BTU und Ihre Gäste fokussieren auf Aspekte des Themenfeldes Environmental Humanities und entwickeln dabei jeweils eigene Positionen zum materiellen, ökonomischen und kulturellen Transformationsprozess in der Lausitz. Das Format der Veranstaltungen ist offen und dialogisch angelegt, als Einstieg werden Impulsreferate gegeben. Wir freuen uns auf ein lebhaftes Frage-Antwort-Spiel und rege Beteiligung.


Noch nie wurde so viel über die Lausitz debattiert wie im letzten Jahr. Noch nie stand eine periphere ostdeutsche Region so im Fokus der bundesweiten Aufmerksamkeit wie die Lausitz. Noch nie seit der Wende wurde so viel Geld für die Dekarbonisierung einer Region in Aussicht gestellt wie 2019. Und trotzdem: Eine Aufbruchsstimmung will sich noch nicht so recht einstellen. Nach wie vor gibt es viele Menschen in der Region, die den Ausstieg aus der Kohleverstromung grundsätzlich nicht richtig finden. Misstrauen gegenüber den Versprechungen der politischen Akteure, schlechte Laune und Angst vor Veränderung bestimmen noch immer in erheblichem Umfang vor das öffentliche Erscheinungsbild der Region. Die Erwartung mancher politischer Akteure, man könne mit einer großzügigen Förderung der Region der AfD beikommen, hat sich auch nicht erfüllt.


Raj Kollmorgen ist Soziologe und Professor für Management Sozialen Wandels an der Hochschule Zittau/Görlitz sowie Direktor des Forschungsinstituts für Transformation, Wohnen und soziale Raumentwicklung (TRAWOS). Er befasst sich mit sozialen Wandlungsprozessen in Geschichte und Gegenwart, darunter auch mit der ostdeutschen Transformation seit 1989 und mit der Regionalentwicklung in der Lausitz, wozu er gegenwärtig mehrere Drittmittelprojekte realisiert. 

Stefan Zundel ist Professor für das Fachgebiet Allgemeine VWL mit dem Schwerpunkt Energie- und Umweltökonomik. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der regionalen wirtschaftlichen Entwicklung in der Lausitz; u.a. ist er Mitautor der Studie „Standortpotentiale Lausitz“, die im Auftrag der Zukunftswerkstatt erstellt wurde. Aktuell koordiniert er das Drittmittelprojekt „Mobilisierung endogener Entwicklungspotentiale für den Strukturwandel – Dekarbonisierung in einer Braunkohleregion (DecarbLau)“, das die BTU in Zusammenarbeit mit der TU Dresden, dem Institut für Wirtschaftsforschung Halle und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung durchführt.

Veranstaltungsort
7. OG
Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ)
Zentralcampus

Platz der Deutschen Einheit 2
03044 Cottbus

Informationen

Prof. Dr. rer. nat. phil. habil. Astrid Schwarz
Allgemeine Technikwissenschaft
T +49 (0) 355 69-3162
schwarza(at)b-tu.de