Wasserextraktivismus und Dammkulturen

Bei diesem Forschungsprojekt handelt es sich um eine vergleichende Untersuchung der Rückbauprozesse von Staudämmen im Kontext der sozio-ökologischen Veränderungen, die in den letzten Jahrzehnten in Europa stattgefunden haben.

Das Forschungsprojekt hat zwei Hauptziele. Zunächst einmal konzentriert sich die Studie, welche auf einer Dokumenten- und Inhaltsanalyse basiert, auf die Koproduktion von Staudammbeseitigung mit soziotechnischen Diskursen und Praktiken auf regionaler bzw. nationaler Ebene in Deutschland und Spanien. Auf der Grundlage von Feldforschung mit Interviews und Beobachtungen an Staudammstandorten ist das zweite Ziel des Projekts die Untersuchung der Koproduktion von Staudammbeseitigungsprozessen mit technischen, ökologischen und sozialen Erwartungen auf lokaler Ebene. Das schließt Untersuchungen dazu ein, wie Wasser und Staudämme in ihren Begegnungen mit menschlichen und nicht-menschlichen Welten in bestimmten (lokalen) Kontexten erfahren werden und wie diese sich als ko-konstitutiv für Lebensformen darstellen.

Insgesamt zielt diese Forschungsarbeit darauf ab, die sozio-ökologischen Vorstellungen aufzuzeigen, die vergangene und neu entstehende Wasser- und Infrastrukturkulturen im Zusammenhang mit der Beseitigung von Staudämmen prägen und von ihnen geprägt werden.

Dieses Projekt wird von Francesc Rodríguez bearbeitet.

Why Environmental Humanities?

Die Technisierung von Umwelt und Gesellschaft ist unübersehbar und stets präsent. Die Cottbuser Environmental Humanities (EH) fokussieren auf die kritische Reflexion von historischen Konstellationen, aktuellen Praxen, und Zukunftsvisionen von Technik und Umwelt. Untersucht werden Klimawandel und neue Landschaften, Begriffe wie Anthropozän und Technosphäre, digitale Gesellschaft und gesellschaftliche Transformation, nachhaltiges Handeln und ökologisches Design. Voraussetzung all dieser Konstellationen und Assemblagen ist eine radikale Technisierung der Umwelt und die technische Bestimmtheit des Menschen.

Im Forschungsprofil der BTU sind diese Themen bereits an verschiedenen Fakultäten vertreten. Gemeinsamer Nenner aus der Perspektive einer Cottbuser EH sind epistemologische und historische, sozio-ökonomische und anthropologische Fragen zu gesellschaftlichen Umweltverhältnissen. Die Forschungsprogramme beschäftigen sich etwa mit soziotechnischer Innovation im Sturkturwandel, nachhaltiger Entwicklung in Unternehmen und gebauter Umwelt, Begleitforschung zu aktuellen und künftigen Technologien, dem Einfluss der Umwelt auf Migration, soziale Gerechtigkeit und Gesundheit, mit ethischen Aspekten des Managements von Ressourcen, oder historisch-epistemischen Analysen zur Globalisierung.

Studium

Der Bereich Environmental Humanities (EH) nimmt im Rahmen des geplanten Studiengangs Transformation Studies (TS) die Erforschung der Theorie und Praxis des Zusammenwirkens von Technik und Umwelt (assemblages of technology and environment) in den Blick. Mögliche Tätigkeitsfelder für Studierende mit einem Abschluss in TS, Schwerpunkt EH, eröffnen sich im Bereich Umwelt- und Klimapolitik, Wissensvermittlung und Kommunikation, Beratung zu nachhaltigem Management an öffentlichen Institutionen (Universitäten, Verwaltung) und der Industrie, an internationalen Institutionen (IUCN, CITES, MAB, etc.), sowie in der Forschung im Bereich Kultur- und Gesellschaftswissenschaften. Der Studiengang soll in englischer Sprache angeboten werden und gewinnt dadurch an Internationalisierungspotential.

Weiterführende Informationen

Objekt-Geschichten: kulturwissenschaftliche und ästhetische Feldforschung

Technische Objekte geben Auskunft über ihren kulturellen Kontext, ihre Genese ist ebenso kulturspezifisch wie ihr Gebrauch. Das gilt für Konsumgüter (z. B. Smartphone) und für technische Strukturen (z. B. Bergbahnen) oder Signaturen (z. B. „Ampelmännchen“) gleichermaßen. In diesem Projekt soll die Kulturgeschichte von Schiffspollern am Rhein aufgearbeitet werden. Es geht um die Untersuchung der Diversifizierung ihrer Formen und Gebrauchsweisen, um Verweise auf nationale Fertigungsweisen und Produktionsbedingungen, um die Vernetzung lokaler und globaler Handels- und Marktstrukturen, um den Hafen als gebaute Umwelt und als urbaner sozialer Raum. Poller können zu „Annoncier-Säulen“ werden, die Signaturen sind privater Natur oder haben Manifest-Charakter, Poller werden in spielerischer Absicht oder als Botschafter genutzt. Poller strukturieren einen Raum, sie geben visuelle und topische Muster vor. Mit Pollern versehen, bietet ein Ort andere Ansichten und Anschauungen, andere Gebote und Angebote der Orientierung und Bewegung. Poller möblieren einen Ort, ihre Lokalisierung drängt sich auf, ist wegweisend.

Mit diesen Objekt-Geschichten einher geht die Erkundung einer Heuristik ästhetischer Feldforschung. Diese Methode soll weiterentwickelt und erprobt werden und mit den Ergebnissen der kulturhistorischen Forschung konfrontiert werden.

Das Projekt ist in Vorbereitung.


Environmental Humanities. Beiträge zur geistes- und sozialwissenschaftlichen Umweltforschung

Schwarz, Astrid. 2021. „Environmental Humanities im Garten: auf der Spur von Technik-Umwelt-Verhältnissen“
In: Environmental Humanities. Beiträge zur geistes- und sozialwissenschaftlichen Umweltforschung, herausgegeben von Matthias Schmidt und Hubert Zapf. Schriftenreihe des Jakob Fugger Kollegs für Transnationale Studien Göttingen, S. 75-91.
V&R.

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BTU News 54

Schwarz, Astrid. 2019. „Technik und Umwelt“.
BTU News 54: 14.

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Gardens and Human Agency in the Anthropocene

Schwarz, Astrid. 2019. „From ‘Homo Faber’ to ‘Homo Hortensis’: Gardening Techniques in the Anthropocene“
In: Gardens and Human Agency in the Anthropocene, Reihe: „Routledge Environmental Humanities“, herausgegeben von Maria Paula Diogo, Ana Duarte Rodrigues, Ana Simões und Davide Scarso, Kapitel 6.
Routledge.

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BTU News 53

Schwarz, Astrid. 2018. „Why Environmental Humanities“.
BTU News 53: 42.

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Geoforum. Themed Issue: Environmental Management as Situated Practice

2015. Geoforum. Themed Issue: Environmental Management as Situated Practice.
Herausgegeben von Ingmar Lippert, Franz Krause und Niklas Hartmann.
Elsevier.

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Revising Green Infrastructure. Concepts Between Nature and Design

2015. Revising Green Infrastructure. Concepts Between Nature and Design. Herausgegeben von Daniel Czechowski, Thomas Hauck und Georg Hausladen. Abingdon: Taylor & Francis.

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Ecology Revisited

2011. Ecology Revisited: Reflecting on Concepts, Advancing Science.
Herausgegeben von Astrid Schwarz und Kurt Jax.
Dordrecht et al.: Springer.

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NanoEthics

Schwarz, Astrid und Nordmann, Alfred. 2011. „‚Hier bin ich Mensch, hier darf ich’s sein‘: Partaking in the Nanoworld“
In: NanoEthics: Studies of New and Emerging Technologies 5: 233-243,
herausgegeben von Laura Cabrera, Mario Kaiser, Colin Milburn, John Wecker und Fern Dickson.
Springer.

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