BTU-Studie untersucht, wie Mähmaschinen Insekten gefährden

Wie Mähaufbereiter die Insektenvielfalt in landwirtschaftlich genutztem Grünland beeinflussen untersuchen BTU-Forschende in einem neuen Projekt der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG).

Nachhaltige Alternativen ohne wirtschaftliche Verluste

Ziel des Projekts "Ökologische und ökonomische Folgen des Einsatzes von Aufbereitern beim Mähen von Grünland" (kurz EcoMow)  ist es, Landwirte durch geeignete Maßnahmen und ohne wirtschaftliche Einbußen für den Verzicht solcher Maschinen in artenreichen Wiesen zu gewinnen. Perspektivisch sollen so Lösungen für eine nachhaltige landwirtschaftliche Nutzung gefunden werden.

Unterschätzter Risikofaktor für die Biodiversität

Insekten sind unverzichtbar für unsere Landwirtschaft und das Funktionieren von Ökosystemen – doch ihre Zahl geht drastisch zurück. Neben Intensivierung der Landwirtschaft, Klimawandel und Lebensraumverlust spielt ein bisher wenig beachteter Faktor eine entscheidende Rolle: der Einsatz von Mähaufbereitern. Aufbereiter werden in vielen europäischen Grünlandbetrieben eingesetzt, um das Schnittgut nach dem Mähen schneller zu trocknen. Dabei zerquetschen sie jedoch auch die darin lebenden Insekten – ein potentieller Verlust für die Biodiversität.

Das Projekt EcoMow untersucht nun erstmals in verschiedenen Regionen in Deutschland, wie sich Mähaufbereiter auf Insektenpopulationen in Wiesen mit unterschiedlicher Bewirtschaftungsintensität auswirken. Ziel ist es, Wege zu entwickeln, wie Landwirtinnen und Landwirte auf den Einsatz von Aufbereitern verzichten können, ohne wirtschaftliche Nachteile zu erleiden.

Ökologische und ökonomische Strategien verbinden

Die Wissenschaftler*innen entwickeln Strategien, um Ökologie und Landwirtschaft ökonomisch sinnvoll zu verbinden. Dazu werden ökologisch-ökonomische Modelle entwickelt: Sie zeigen, wie Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) so gestaltet werden können, dass Biodiversitätsziele mit begrenztem Budget bestmöglich erreicht werden. Landwirte, die in Regionen mit hoher biologischer Vielfalt auf Aufbereiter verzichten, sollen finanziell entschädigt werden.

EcoMow verbindet Ökologie und Ökonomie – für blühende Wiesen, gesunde Insektenpopulationen und wirtschaftlich tragfähige Landwirtschaft.

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Landwirte, die in Regionen mit hoher biologischer Vielfalt wie dem Biodiversitätsexploratorium Schorfheide-Chorin auf Aufbereiter verzichten, sollen künftig finanziell entschädigt werden. (Foto: BTU)