Projektinitiativen
Am Lehrstuhl für Geopedologie und Landschaftsentwicklung entstehen fortlaufend Projektinitiativen, Forschungsansätze und Monitoring-Aktivitäten, die sich aktuell noch in der Anbahnung befinden oder dauerhaft ohne laufende Drittmittelförderung bearbeitet werden.
Mit dieser Übersicht möchten wir laufende Interessen und fachliche Schwerpunkte sichtbar machen und Anknüpfungspunkte für Kooperationen schaffen, insbesondere für Partnerinnen und Partner, die im Rahmen neuer Förderanträge gemeinsame Vorhaben entwickeln möchten.
Rubifizierung von Böden "Fuchserden"
Die Bildung von Hämatit in Böden (Rubifizierung), die zu einer charakteristischen rötlichen Färbung führt, gilt als typisches Merkmal mediterraner und tropischer Regionen, tritt jedoch auch in der gemäßigten Zone Mitteleuropas auf quartären Sedimenten auf, insbesondere auf sandigen Substraten in Brandenburg (wo sie lokal als „Fuchserden“ bezeichnet werden), Polen, den Niederlanden und Dänemark. Diese rubifizierten Böden erscheinen meist in kleinen Flecken, oft an Hangfüßen, und entstehen durch laterale Zufuhr eisenhaltiger Lösungen („pararubification“), wobei eine holozäne Entstehung – entgegen älterer Annahmen als Relikte vergangener Warmzeiten – durch Vorkommen in neolithischen Fundstellen belegt wird. Feuer als Ursache wurde ausgeschlossen, sodass pedogene Prozesse verantwortlich sind; in Deutschland werden ähnliche rötliche Böden traditionell mit Terra Rossa auf Kalkstein assoziiert, doch neue Erkenntnisse zu Löss-Einflüssen und holozäner Rubifizierung fordern eine Neubewertung. Ziel der Untersuchung ist es daher, die Genese der Fuchserden in Nordostdeutschland durch Analyse ihrer Verbreitung, mineralogischen und pedochemischen Zusammensetzung, genetischen Entwicklungspfade sowie mögliche Verwandtschaften zu benachbarten Böden zu klären.
Publikation: Hirsch et al. 2018 - https://doi.org/10.1016/j.catena.2018.11.039
Ansprechpartner: Dr. A. Bonhage

