Geopedologische Fingerabdrücke von Raised Beds in Nordwestirland – Eine Vorstudie zum Verständnis der Langzeiteffekte historischer landwirtschaftlicher Landschaftsformen auf heutige Ökosysteme

Diese Vorstudie umfasst die Untersuchung historischer Feldsysteme, sogenannter Raised Beds (RBs), in Nordwestirland. RBs sind bislang unzureichend beschriebene anthropogene Landschaftsformen, die potenzielle Auswirkungen auf heutige Bodeneigenschaften und -funktionen haben und somit einen sogenannten Legacy-Effekt aufweisen. Historisch diente das Anlegen von RBs der Verbesserung des Bodens hinsichtlich Drainage und Fruchtbarkeit. Dies wurde durch die Schaffung einer linearen, wellenförmigen Oberflächenstruktur der Feldoberfläche erreicht: tiefere Bereiche (Furrows) dienten der Entwässerung des Bodens, während höhere Bereiche (Ridges) als Pflanzfläche hauptsächlich für Kartoffeln und Hafer genutzt wurden. Morphologisch ähneln RBs den in Deutschland anzutreffenden Wölbäckern. Das gesamte System wurde jährlich neu errichtet, wobei organische Düngemittel (z. B. Seegras, Mist) eingearbeitet wurden, um die Fruchtbarkeit zu verbessern. Diese Praxis reicht vermutlich Jahrtausende zurück, was auch die Einfachheit des Verfahrens widerspiegelt. RBs wurden durch Pflügen, vor allem aber durch den Einsatz spezieller Spaten (sogenannter Loys) geschaffen. Das Ende der großflächigen Nutzung von RBs kam mit einem Wandel der landwirtschaftlichen Strategie Irlands nach der Großen Hungersnot (1845–1849), als die weitgehende Monokultur des Kartoffelanbaus durch eine verstärkte Diversifizierung der Feldfrüchte und Viehwirtschaft ersetzt wurde.

RBs sind heutzutage durch ihre charakteristische wellenförmige Oberfläche in der Landschaft sowie auf Satelliten- und Luftbildern erkennbar. Pedologische und morphologische Untersuchungen an irischen RBs sind bislang weitgehend nicht vorhanden, Voruntersuchungen zeigen jedoch Hinweise auf signifikant veränderte Oberflächen- und Bodeneigenschaften. Diese Vorstudie soll spezifische morphologische und geochemische Fingerabdrücke in RBs identifizieren, um fundierte Fragestellungen für ein Nachfolgeprojekt zu entwickeln.

Mittelgeber: DFG, Projektnummer: 578235607

Förderzeitraum: 2026 bis 2028

Fördersumme: 76.092€

Leitung: Dr. A. Bonhage | Mitverantwortlich. Prof. Dr. T. Raab