Mit ihrem Handlungskonzept gegen (extrem) rechte Einflussnahme positioniert sich die BTU Cottbus-Senftenberg aktiv gegen Rechtsextremismus und Diskriminierung. Die Monitoringstelle ist Teil der Umsetzung des Handlungskonzepts. Sie dokumentiert Vorfälle (extrem) rechter Einflussnahme und Diskriminierung, klärt über Zusammenhänge auf und unterstützt die Betroffenen.
Die Einrichtung der Monitoringstelle wurde vom Präsidium der BTU Cottbus-Senftenberg beschlossen, um die hochschuleigenen Strukturen zur Prävention von Diskriminierung weiter auszubauen und entsprechendes Wissen zu generieren. Die Monitoringstelle ist deshalb an die Forschungsstelle (sozial)pädagogische und zivilgesellschaftliche Gegenstrategien im Umgang mit Rechtsextremismus (FUR) des Fachgebiets Methoden und Theorien Sozialer Arbeit der Fakultät 4 angegliedert. Dies gewährleistet zugleich den bestmöglichen Schutz der erhobenen Daten.
Das Handlungskonzept und die darin empfohlene „Monitoringstelle“ wurde maßgeblich von Prof.*in Dr.*in Heike Radvan initiiert und gemeinsam mit Susanne Dyhr und Christian Obermüller erarbeitet. Seit Oktober 2024 forscht und lehrt Heike Radvan am neu gegründeten Institut für Rechtsextremismusforschung an der Universität Tübingen (IRex). Im Rahmen der „Professur für Rechtsextremismusforschung mit den Schwerpunkten Politische und kulturelle Bildung“ kooperiert sie eng mit der Monitoringstelle an der BTU Cottbus-Senftenberg und begleitet deren Aufbau und Weiterentwicklung fachlich.
Herausforderung: Demokratie stärken - gegen eine Einflussnahme extrem rechter Akteure
Christian Obermüller, Prof.*in Dr.*in Heike Radvan
Cottbus und die Region sind seit mehreren Jahren durch (extrem) rechte Dominanzbestrebungen herausgefordert. Es hat sich ein toxisches Milieu aus militant-neonazistischen Hooligan- und Kampfsportgruppen, ReichsbürgerInnen und VerschwörungsideologInnen bis hin zu neurechten Vereinen und der Partei AfD etabliert. Zudem ist das Netzwerk wirtschaftlich verankert, u.a. mit Gastronomie, Sicherheitsfirmen, Musik- und Bekleidungslabels.i
Das städtische Klima ist hierdurch geprägt. Zu allererst hat dies Auswirkungen für die verschiedenen Betroffenengruppen extrem rechter Gewalt in Cottbus. Im Umgang mit Bedrohung und (potentieller) Gewalt bedarf es eines strategischen Umgangs, wie Interviewte einer aktuellen Studie verdeutlichen: „man muss lernen, sich zu bewegen“ii. Dies betrifft aber auch den Kontext der BTU: betroffen von der beschriebenen Entwicklung sind auch Studierende und Mitarbeitende der Institution.
