Mobilisierung endogener Entwicklungspotenziale für den Strukturwandel – Dekarbonisierung in einer Braunkohleregion (DecarbLau)

Laufzeit: 02/2019-01/2022

Gefördert durch: Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderprogramms Ökonomie des Klimawandels II

Projektpartner: andere Fachgebiete der BTU Cottbus-Senftenberg (Gesamtkoordination: Prof. Zundel), Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle, Innovationsregion Lausitz GmbH, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung Berlin, TU Dresden    

Zum Gesamtvorhaben: Die Lausitz ist eine sogenannte strukturschwache Region. Ihre Wachstumsrate, ihr Beschäftigungsniveau und ihre Pro-Kopf-Produktivität sind im bundesdeutschen Vergleich unterdurchschnittlich. Die politisch beschlossene Beendigung der Braunkohleverstromung bis 2038 trifft somit eine Region, die bereits nach der Wende einen massiven Strukturbruch zu verarbeiten hatte. Um den Verlust von wirtschaftlichen Potenzialen vorzubeugen und um die Akzeptanz für ein Phasing Out (strukturpolitisch begleitete Beendigung) der Braunkohleverstromung zu steigern, ist daher eine proaktive Strukturpolitik angezeigt. In diesem Forschungsvorhaben wird zentral auf die Bearbeitung und Weiterentwicklung des regionalen Innovationssystems abgestellt, weil die Potenziale des regionalen Innovationssystems entscheidend für die wirtschaftlichen Entwicklungen der Region sein werden.     

Folgende Ziele werden mit dem Gesamtprojekt verfolgt:

  • Modellbasierte Abschätzung der möglichen Arbeitsplatzeffekte verschiedener Entwicklungspfade des Phasing Out,
  • Identifikation von endogenen Entwicklungspotenzialen innerhalb und außerhalb der regionalen Energiewirtschaft (smart specialisation),
  • Evaluation der institutionellen Arrangements zur Aktivierung und Entwicklung dieser Potenziale und ggf. Reformvorschläge (Governance),
  • Analyse und Design von Instrumenten und Förderprogrammen für die Strukturentwicklung in der Lausitz,
  • Untersuchung der kommunalen Leistungsfähigkeit unter besonderer Berücksichtigung der regionalen demografischen Entwicklung mit Blick auf die Erhaltung der Lebensqualität in der Region,
  • Stärkung der Akteurspartizipation an der regionalen Strukturentwicklung.

Das FG untersucht gemeinsam mit dem IÖW im Vorhaben, welche endogenen Entwicklungspotenziale die Lausitz im Bereich der Energiewendewirtschaft hat und mit welchen regionalökonomischen Effekten diese einhergehen. Analysiert werden dafür die bereits vorhandenen Strukturen und Kompetenzen der Energiewendewirtschaft in der Region, die Potenziale in den verschiedenen Bereichen der Energiewende (Strom, Wärme, Sektorkopplung und Effizienz) und die damit verbundenen Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale in der Region. Dies geschieht auf der Grundlage ausgewählter Wertschöpfungsketten und definierten Szenarien für eine zukünftige Entwicklung bei der Erschließung der Potenziale. Gleichzeitig leitet das Projektteam Maßnahmen und Instrumente ab, um die endogenen Energiewendepotenziale so zu erschließen, dass sie zu möglichst hohen regionalökonomischen Effekten vor Ort führen. Damit soll eine ökonomische Perspektive aufgezeigt werden, die eine Transformation zu einer Energiewenderegion der Lausitz bieten kann.

Strukturwandel durch die Energiewende – Fachgebiet unterstützt Beratungsvorhaben für das Bundeswirtschaftsministerium

Projektlaufzeit: September 2017 - Juli 2018

Auftraggeber: Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW); Berlin (Unterauftrag, Gesamtprojektleitung durch IFOK, beauftragt durch BMWi)

Projektpartner Gesamtvorhaben: IFOK GmbH, Bensheim (Gesamtleitung); Deutsche WindGuard GmbH, Berlin; Solarpraxis Neue Energiewelt AG, Berlin; Becker Büttner Held, Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater, München; und Prognos AG, Berlin.

Projektbeschreibung: Der Klimaschutzplan 2050 hält fest, dass die Klimaschutzziele nur erreicht werden können, wenn die Kohleverstromung schrittweise verringert wird. Für die Gestaltung dieser Entwicklung müssen wirtschaftliche Perspektiven und Arbeitsplätze in den betroffenen Regionen berücksichtigt und Zukunftsperspektiven aufgezeigt werden.
Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), bei dem die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Regionalentwicklung“ angesiedelt sein wird, hat in Absprache mit den betroffenen Ländern ein Gutachten in Auftrag gegeben, das sich mit den Potenzialen der Tagebauregionen für Erneuerbare Energien auseinandersetzen soll. Dabei wird auch ermittelt, in welcher Weise Erneuerbare-Energien-Vorhaben durch Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte zum Strukturwandel beitragen können und welche Empfehlungen und Maßnahmen sich daraus ableiten lassen.

Untersucht werden die Tagebauregionen Rheinisches Revier, Helmstedter Revier, Mittel-deutsches Revier und Lausitzer Revier, d.h. die Tagebauflächen sowie die angrenzenden Kreise. Für alle vier werden flächenspezifische Potenziale erhoben. Zunächst werden im Rahmen einer Grobanalyse mögliche Flächen auf Regionalplanebene abgeschätzt. Die Flächenverfügbarkeit sowie bisherige Strom- und Wärmeerzeugungskapazitäten werden erhoben.

Für das Lausitzer Revier wird eine vertiefte Fallanalyse erstellt. Hier werden verfügbare Flächen im Detail untersucht und mögliche Nutzungskonflikte aufgezeigt. Zudem werden spezifische Potenziale für erneuerbare Großkraftwerke, für PtX-Nutzungen und andere Speichertechnologien sowie deren jeweilige regionalökonomische Effekte untersucht.
Die Ergebnisse der Fallanalyse werden im Anschluss auf die Potenzialabschätzungen der anderen Tagebauregionen übertragen und Optionen für die rechtliche Umsetzung zur Erschließung der Potentiale mit einem möglichst großen positiven Einfluss auf den Strukturwandel aufgezeigt.

Das Fachgebiet ist in das Vorhaben im Rahmen eines Unterauftrags des IÖW eingebunden.