Geophysikalische Untersuchungen mittels elektrischer Widerstandstomographie und Georadar am prähistorischen Goldbergwerk Ada Tepe

Das Projekt an der prähistorischen Goldmine Ada Tepe in den Ostrhodopen in Bulgaria hatte zum Ziel, laufende archäologische Forschungen durch nicht-invasive geophysikalische Untersuchungen zur Detektion unterirdischer Bergbaustrukturen zu unterstützen.
Ada Tepe stellt eines der bedeutendsten Beispiele bronzezeitlicher Goldgewinnung in Südosteuropa dar. Während ein teilweise freigelegter Stollen sowie Haldenablagerungen an der Oberfläche bereits bekannt waren, wurde das Vorhandensein weiterer unterirdischer Kammern und Stollen vermutet. Da archäologische Ausgrabungen nur an ausgewählten Stellen durchgeführt werden können, kamen geophysikalische Methoden zum Einsatz, um den Untergrund systematisch zu untersuchen und gleichzeitig Eingriffe in die Fundstelle zu minimieren.
Die Untersuchungen kombinierten zweidimensionale Elektrische Widerstandstomographie (ERT) und Bodenradarmessungen (GPR) entlang mehrerer Profile an der Ost- und Westflanke des Hügels. Die Elektrische Widerstandstomographie diente der Identifikation von Widerstandskontrasten zwischen kompaktem Festgestein, Haldenmaterial sowie potenziellen luftgefüllten oder teilweise verfüllten Hohlräumen. Das Bodenradar ermöglichte eine hochauflösende Abbildung oberflächennaher Strukturen und interner Diskontinuitäten innerhalb des Gesteinskörpers.
Die Ergebnisse zeigten eine deutliche Differenzierung zwischen stark silifizierten Zonen, unverbauten Felsstützpfeilern sowie Bereichen mit lockerem Material oder Haldenablagerungen. An der Westflanke identifizierten beide Methoden konsistent zwei potenzielle Hohlräume in unmittelbarer Nähe des bereits bekannten Stollens, die vielversprechende Zielbereiche für zukünftige archäologische Ausgrabungen darstellen. An der Ostflanke wiesen die geolektrischen Daten auf eine tiefer liegende Anomalie hin, die mit einer möglichen Bergbaukammer vereinbar ist; jedoch schränkten die lokalen Bodenbedingungen die Aussagekraft der Bodenradarmessungen in dieser Tiefe ein.
Über die Identifikation einzelner Hohlräume hinaus lieferte das Projekt ein integriertes Bild der inneren Struktur des Ada-Tepe-Hügels und trug zur Interpretation prähistorischer Abbaustrategien, der räumlichen Verteilung von Stützpfeilern und Haldenzonen sowie der Beziehung zwischen Lithologie, Silifizierung und Materialgewinnung bei. Die Studie unterstreicht den hohen Wert integrierter geophysikalischer Methoden als zentrales Instrument archäologischer Forschung in komplexen Bergbauumgebungen. Sie ermöglichen gezielte Ausgrabungen und tragen dazu bei, direkte Eingriffe in sensible Kulturerbestätten zu reduzieren.
